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Wie viele Hunde gibt es in Berlin? | Aktuelle Statistik [2024]

    Hund sitzt in Berlin, Zeichnung

    So viele Hunde gibt es in Berlin

    • In Berlin gibt es nach Angaben der Stadtverwaltung über 126.300 Hunde und rund 118.000 Hundehalter.1
    • Somit gibt es in Berlin durchschnittlich 1,07 Hunde pro Hundehalter.
    • Die Stadtteile mit den meisten Hunden sind Pankow (11.281), Marzahn-Hellersdorf (10.725) und Steglitz-Zehlendorf (10.535).2
    • Die wenigsten Hunde in Berlin gibt es in den Stadtteilen Friedrichshain-Kreuzberg (4.849), Berlin Mitte (6.430) und Neuköln (8.251).
    • Die meisten Listenhunde („Kampfhunde“) sind im Stadtteil Treptow-Köpenick mit rund 750 gemeldeten Vierbeinern vertreten.3
    • Die Einnahmen der Stadt aufgrund der Hundesteuer betragen 13,6 Millionen Euro.

    In Berlin gibt es immer mehr Hunde!

    In Berlin zeigt sich ein zunehmender Trend zur Hundehaltung, wie aus den aktuellen Daten der Finanzverwaltung hervorgeht. Die Zahl der registrierten Hunde und ihrer Halter hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen.

    Aktuell sind etwa 126.300 Hunde und rund 118.000 Hundehalter in Berlin erfasst. Diese Zahlen stellen einen Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren dar.

    Vor der Pandemie, am Ende des Jahres 2019, waren es noch etwa 111.000 Hunde und rund 105.000 Hundehalter.

    Zum Vergleich: In München gibt es aktuell nur knapp mehr als 44.000 Hunde.

    Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Einnahmen aus der Hundesteuer wider. Im Jahr 2021 wurden für fast 124.000 Hunde rund 13,6 Millionen Euro eingenommen.

    Zum Vergleich: Im Jahr 2019 beliefen sich die Einnahmen auf etwa 12 Millionen Euro.

    Die Hundesteuer in Berlin ist gestaffelt: Für den ersten Hund müssen Halter jährlich 120 Euro entrichten, unabhängig von der Rasse des Hundes. Für jeden weiteren Hund im Haushalt beträgt die Steuer 180 Euro pro Jahr.

    Ein Teil der Hunde ist jedoch von der Steuer befreit, was auf unterschiedliche Gründe zurückzuführen ist. Diese Hunde können z.B. Therapiehunde oder aus dem Tierheim adoptiert worden sein.

    Die steigende Zahl der Hundehalter und die erhöhten Steuereinnahmen stellen in der Stadt aber auch Herausforderungen dar.

    Themen wie die städtische Infrastruktur für Hunde, wie Parks und Spazierwege, sowie die Einhaltung von Regelungen zur Sauberkeit und Lärmbelästigung gewinnen an Bedeutung und werden immer öfter zu Streitpunkten in der Regierung.

    So verteilen sich die Hunde auf die Berliner Stadtteile

    In Berlin zeigen sich bezüglich der Verteilung von Hunden in verschiedenen Stadtteilen deutliche Unterschiede.

    Die Datenlage zeigt, dass die Stadtteile Pankow, Marzahn-Hellersdorf und Steglitz-Zehlendorf mit 11.281, 10.725 bzw. 10.535 Hunden die höchsten Zahlen aufweisen.

    Diese Gebiete zeichnen sich entweder durch eine gehobene Mittelklasse aus, und es ist wahrscheinlich, dass die Einwohner sowohl über die finanziellen Mittel als auch über ausreichend Platz verfügen, um Hunde zu halten.

    Andererseits sind manche dieser Stadtteile durch ihre historische Bebauung mit vielen Wohnungen gekennzeichnet, wodurch eine generell höhere Einwohnerzahl und damit verbunden auch höhere Zahl der Hundehalter einhergeht.

    Im Gegensatz dazu weisen die Stadtteile Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin Mitte und Neukölln mit 4.849, 6.430 bzw. 8.251 Hunden die niedrigsten Zahlen auf.

    Diese Stadtteile sind teilweise für ihre sozialen Brennpunkte bekannt. Die finanziellen und sozialen Herausforderungen, mit denen viele Einwohner dieser Gebiete konfrontiert sind, könnten dazu führen, dass sich weniger Menschen einen Hund leisten können oder wollen.

    Ein weiteres interessantes Detail ist die Verteilung der sogenannten Listenhunde, oft als „Kampfhunde“ bezeichnet, in den verschiedenen Stadtteilen Berlins.

    Im Stadtteil Treptow-Köpenick sind etwa 750 dieser Hunde gemeldet. Diese Hunde werden aufgrund bestimmter Rassen oder Merkmale häufig strengeren Regulierungen unterworfen und sind oft deutlich höher besteuert.

    Zu viele Hunde sind problematisch?

    Die Stiftung Naturschutz Berlin weist auf verschiedene Probleme hin4, die durch Hunde in städtischen Gebieten entstehen können.

    Diese Problematik betrifft sowohl die städtische Tierwelt als auch das Zusammenleben von Mensch und Tier im urbanen Raum.

    Eines der Hauptprobleme sind freilaufende Hunde, die in der Natur signifikante Störungen bis hin zu schwerwiegenden Schäden verursachen können. Dies geschieht nicht nur durch tatsächliches Jagdverhalten, sondern auch durch bloßes Herumtollen in sensiblen Bereichen.

    Viele dieser Störungen oder Schäden passieren aus Unwissenheit der Hundebesitzer. Die Stiftung Naturschutz Berlin betont daher die Wichtigkeit der Aufklärungsarbeit, um das Bewusstsein für den Schutz der natürlichen Umgebung zu stärken.

    In vielen Stadtteilen Berlins ist die Präsenz von Wildtieren umfangreicher, als es den meisten Bewohnern bewusst ist. Dazu gehören Vögel, Amphibien, Insekten, aber auch Säugetiere wie Füchse, Kaninchen, Marder, Wildschweine, Waschbären sowie Rehe und Feldhasen.

    Ihre Lebensräume sind durch urbane Zerschneidung und zunehmende Bebauung jedoch begrenzt und klein. Dadurch sind unliebsame Begegnungen zwischen Hunden und Wildtieren wahrscheinlicher, vor allem wenn der Hund nicht angeleint ist.

    Diese Begegnungen können unterschiedliche Formen annehmen. Bereits die Anwesenheit eines Hundes kann das Verhalten von Wildtieren beeinflussen, da sie ihn als potenziell gefährlichen Beutegreifer wahrnehmen. Die meisten Wildtiere ergreifen daher instinktiv die Flucht.

    Ist ein Hund angeleint, wird ein aufgeschrecktes Wildtier nur so weit flüchten, bis es sich sicher fühlt. Läuft der Hund jedoch frei und jagt das Wildtier, erlebt dieses den hetzenden Hund als tödliche Bedrohung, was extremen Stress verursacht.

    Nachtaktive Arten wie Igel werden oft Opfer von Hundebissen, wenn Hunde nachts unangeleint unterwegs sind.

    Auch bodenbrütende Vögel wie das Rotkehlchen oder die Nachtigall sind gefährdet. Durch stöbernde oder spielende Hunde droht die Zerstörung ihrer Nester oder die Flucht der Altvögel, wodurch die Brut von Fressfeinden entdeckt werden kann.

    Besonders in der Brut- und Setzzeit, also von Anfang März bis Ende Juli, und im Winter, wenn die Nahrung knapp ist, sind Wildtiere besonders sensibel.

    In diesen Zeiten sollten Hunde besonders sorgfältig beaufsichtigt werden, um ungewollte Begegnungen und potenzielle Schäden zu vermeiden.

    Laut der Stiftung Naturschutz Berlin haben alle Hunde einen genetisch angelegten Jagdinstinkt, der nicht veränderbar ist.

    Der Jagdtrieb variiert jedoch je nach Rasse und kann durch gezieltes Training beeinflusst werden. Dennoch ist Vorsicht geboten, da bereits das Mäusebuddeln ein Jagdverhalten ist, das verstärkend wirken kann.

    Insgesamt betont die Stiftung die Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Umgangs mit Hunden in der Stadt, um sowohl die natürliche Tierwelt als auch das städtische Zusammenleben zu schützen.

    Die Schattenseite des Hundebooms in Berlin

    Die Corona-Pandemie hat in Berlin zu einem deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Hunden geführt, was jedoch auch negative Begleiterscheinungen mit sich brachte.

    Wie Annette Rost, Sprecherin des Berliner Tierheims, in einem Interview mitteilte5, wurden während der Pandemie mehr als doppelt so viele Welpen im Tierheim abgegeben als üblich.

    Ein wesentlicher Grund für diesen Anstieg ist der illegale Welpenhandel. Viele der abgegebenen Tiere stammen aus solchen dubiosen Quellen und sind oft krank.

    Die hohe Nachfrage nach Hunden konnte nicht mehr durch seriöse Züchter oder Anbieter gedeckt werden. Dies führte dazu, dass potenzielle Hundebesitzer sich an weniger vertrauenswürdige Quellen wandten, was wiederum den illegalen Welpenhandel begünstigte.

    Um diesem Trend entgegenzuwirken, beteiligte sich der Berliner Tierschutzverein im Sommer 2021 an einer bundesweiten Kampagne gegen den illegalen Welpenhandel.

    Diese Initiative wurde durch Plakate in der ganzen Stadt unterstützt, um das Bewusstsein für das Problem zu schärfen und potenzielle Hundebesitzer zu informieren.

    Neben den Problemen, die durch den illegalen Welpenhandel entstehen, gab es auch Fälle, in denen Hunde abgegeben wurden, weil sich die Besitzer in der Entwicklung der Tiere verschätzt hatten.

    Viele Menschen, die kleine und süße Welpen adoptierten, waren sich nicht bewusst, dass aus diesen kleinen Tieren einmal große und anspruchsvolle Hunde werden, die sowohl psychisch als auch physisch ausgelastet werden müssen.

    Dieser Aspekt wurde offenbar häufig unterschätzt, was dazu führte, dass einige Hunde später im Tierheim landeten.


    Quellenangaben

    1. https://www.berlin.de/aktuelles/7524804-958090-hundeboom-in-der-hauptstadt-mehr-halter-.html ↩︎
    2. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/13353/umfrage/hundehalter-und-hunde-in-berlin-nach-bezirken/ ↩︎
    3. https://www.bz-berlin.de/berlin/wie-gefaehrlich-sind-die-126-000-berliner-hunde ↩︎
    4. https://www.stiftung-naturschutz.de/aktuelles/blog/mit-dem-hund-unterwegs-in-der-stadtnatur ↩︎
    5. https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2022/05/berlin-hunde-boom-tiere-pandemie-halter-zunahme.html ↩︎