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Warum können Hunde schneller laufen als Menschen?

    Auf einen Blick

    • Der schnellste Hund der Welt ist ein Greyhound, bei dem in 1994 eine Geschwindigkeit von 67,32 km/h gemessen wurde.1
    • Greyhounds (Windhunde) gelten zudem auch als schnellste Hunderasse der Welt, die regelmäßig Geschwindgkeiten von bis zu 60 km/h erreicht.
    • Der schnellste menschliche Läufer ist Usain Bolt, der in 2009 eine Geschwindigkeit von 44,72 km/h auf einem 100m Sprint erreicht hat.2
    • Für außergewöhnliche Geschwindigkeiten braucht man in der Natur einen schlanken Körper, leichte Knochen, lange Beine, gut entwickelte Muskeln und eine flexible Wirbelsäule. Hunde verkörpern diese Eigenschaften oft besser als Menschen und sind daher auch schneller.3
    • Die Rasse hat einen großen Einfluss auf die Geschwindigkeit des Hundes. Ein Mops erreicht zum Beispiel gerade mal 10 km/h Höchstgeschwindigkeit4, da hier die Merkmale eines schlanken Körpers oder der langen Beine weniger stark ausgeprägt sind.

    Wie schnell ist der schnellste Hund der Welt?

    Stell dir vor, du stehst an einer Rennbahn, und plötzlich schießt ein Schatten an dir vorbei. Blitzschnell, fast wie ein Geist. Das ist kein gewöhnlicher Hund – das ist ein Greyhound, der schnellste Hund der Welt.

    Greyhounds sind die Formel-1-Autos unter den Hunden. Sie sind schlank, muskulös und unglaublich schnell. Ihre Geschwindigkeit ist so beeindruckend, dass sie nicht nur in Hundewettrennen, sondern auch im Guinness-Buch der Weltrekorde verewigt ist.

    Ein Greyhound namens Star Title hat es 1994 geschafft, eine Geschwindigkeit von unglaublichen 67,32 km/h zu erreichen!

    Stell dir das mal vor: Dieser Hund ist auf der Rennbahn in Wyong, New South Wales, Australien, so schnell gelaufen, dass er fast mit einem Auto auf einer Landstraße mithalten könnte.

    Das Besondere an Greyhounds ist nicht nur ihre Geschwindigkeit, sondern auch ihre Art zu rennen. Sie sind Sprinter, keine Langstreckenläufer.

    Sie sind perfekt für kurze, aber intensiven Läufen. Ihre Körperbau unterstützt diese unglaubliche Leistung: lange Beine, ein aerodynamischer Körper und ein starkes Herz. Diese Hunde sind einfach dafür gemacht, schnell zu sein.

    Wenn du jemals das Vergnügen hast, einen Greyhound in Aktion zu sehen, wirst du verstehen, warum sie so faszinierend sind.

    Es ist nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Anmut und Eleganz, mit der sie sich bewegen. Sie gleiten über die Erde, als ob sie schweben würden.

    Greyhound im Sprint

    Wie schnell ist der schnellste Mensch der Welt?

    Usain Bolt, ein Name, der Synonym für Geschwindigkeit und Leistung ist. Seit 2009 hält dieser jamaikanische Sprinter den Weltrekord im 100-Meter-Lauf.

    Er schaffte es, die Strecke in atemberaubenden 9,58 Sekunden zurückzulegen. Das war bei der Weltmeisterschaft in Berlin, einem Moment, der in die Sportgeschichte einging.

    Bolts Durchschnittsgeschwindigkeit lag während dieses Rennens bei etwa 37,58 km/h, aber was noch unglaublicher ist: Er erreichte zwischenzeitlich eine Höchstgeschwindigkeit von 44,72 km/h.

    Aber das ist nicht das Ende der Faszination. Wissenschaftler diskutieren über die Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit und sind der Meinung, dass Menschen theoretisch Geschwindigkeiten von bis zu 65 km/h erreichen könnten.5

    Ja, du hast richtig gehört, 65 km/h! Das ist fast so schnell wie ein Greyhound – aber würde den existierenden Geschwindigkeitsrekord von Hunden immer noch nicht schlagen.

    Bisher hat jedoch niemand diese theoretische Grenze erreicht, und so bleibt Usain Bolts unglaublicher Rekord ungebrochen.

    Er ist nicht nur ein Athlet, er ist ein Phänomen. Seine Leistungen haben ihn zu einer Legende gemacht und den Blick darauf, was menschlich möglich ist, verändert.

    Warum können Hunde so viel schneller laufen als Menschen?

    Warum sind Hunde schneller als Menschen? Diese Frage hat Forscher schon lange fasziniert, und die Antwort liegt in der komplexen Welt der Biomechanik und Evolution.

    Zunächst einmal: Schnelligkeit bei Tieren, sei es ein Hund oder ein Gepard, hängt von mehreren Schlüsselfaktoren ab.

    Forscher haben herausgefunden, dass die maximale Geschwindigkeit eines Tieres durch seine Körperform, das Gewicht, die Beschaffenheit der Wirbelsäule sowie die Anzahl, Länge und Kraft seiner Beine beeinflusst wird. Aber es ist nicht nur ein Merkmal allein, das ein Tier schnell macht.

    Nehmen wir zum Beispiel den Elefanten und den Gepard. Obwohl Elefanten längere Beine haben, sind sie aufgrund ihres großen Körperumfangs, des hohen Gewichts und der schweren Knochen viel langsamer.

    Mäuse wiederum sind leicht, haben aber sehr kurze Beine, was sie ebenfalls langsamer macht.

    Für außergewöhnliche Geschwindigkeiten braucht ein Tier einen schlanken Körper, leichte Knochen, lange Beine, gut entwickelte Muskeln und eine flexible Wirbelsäule. Hunde, insbesondere Rassen wie Greyhounds, verkörpern viele dieser Merkmale.

    Aber warum genau sind Hunde schneller als Menschen? Britische Forscher fanden heraus6, dass dies mit der unterschiedlichen biomechanischen Funktionsweise der Körper von Zwei- und Vierbeinern zusammenhängt.

    Beim Menschen müssen die Beinmuskeln nicht nur die Kraft zum Laufen aufbringen, sondern auch das größere Körpergewicht tragen, besonders in Kurven.

    Bei Hunden dagegen gibt es eine Arbeitsteilung: Die Hüfte und die Hinterläufe erzeugen die Spitzengeschwindigkeit, während die Vorderbeine das Körpergewicht tragen.

    Diese biomechanische Effizienz gibt Hunden einen entscheidenden Vorteil. Ihre vier Beine erlauben es ihnen, mehr Kraft auf den Boden auszuüben und dabei ihr Gleichgewicht besser zu halten.

    Ihre Wirbelsäule wirkt wie eine Feder, die Energie speichert und freisetzt, wodurch sie bei jedem Schritt einen zusätzlichen Schub erhalten.

    Außerdem ist die Muskelzusammensetzung bei Hunden anders als bei Menschen. Sie haben einen höheren Anteil an schnell zuckenden Muskelfasern, was ihnen explosive Kraft und Geschwindigkeit verleiht.

    Ihre Gelenke und Sehnen sind so konzipiert, dass sie Bewegungen effizienter in Vorwärtsbewegung umsetzen können.

    Kurz gesagt, Hunde sind schneller als Menschen, weil ihre Körper in jeder Hinsicht für Geschwindigkeit optimiert sind.

    Von ihren leichten Knochen und langen Beinen bis hin zu ihrer muskulösen Struktur und flexiblen Wirbelsäule – all diese Faktoren tragen dazu bei, dass Hunde auf der Rennbahn (und darüber hinaus) wahre Wunder der Natur sind.

    Zeichnung Australian Shepherd und Border Collie

    Warum haben Hunde mehr Ausdauer als Menschen?

    Es gibt auch Hunde die mehr Ausdauer als Menschen haben. Auch hier gilt aber wieder: Es kommt auf die Rasse an!

    So ist ein Sibirischer Husky für schwere körperliche Aufgaben gezüchtet die sehr viel Ausdauer von ihm Verlangen. Ein Dackel oder ein Shih Tzu hat völlig andere Eigenschaften, die ihn auch weniger ausdauernder und unsportlicher machen!

    Ein Schlüsselfaktor in der Ausdauer von Hunden ist ihre evolutionäre Geschichte. Hunde, insbesondere Jagdhunde, wurden von der Natur darauf getrimmt, über lange Strecken Beute zu verfolgen.

    Der Mensch hingegen setzte in der Jagd eher auf Taktik und Überraschung. Diese unterschiedlichen Ansätze führten zu verschiedenen Anpassungen im Körperbau.

    Ein wesentlicher Unterschied ist die Effizienz der Fortbewegung. Hunde besitzen nicht nur längere Beine im Verhältnis zu ihrer Körpergröße, sondern auch spezielle Hebelverhältnisse, die eine größere Schrittlänge ermöglichen.7

    Der Mensch kann zudem nicht auf die verschiedenen Gangarten der Vierfüßler zurückgreifen, die es ihnen erlauben, effizient zwischen Gangarten wie Trab und Galopp zu wechseln.

    Diese Gangwechsel nutzen die elastischen Eigenschaften der Bänder und Gelenke optimal, indem sie Bewegungsenergie speichern und wieder abgeben, ähnlich wie bei einem Tennisball der an einer Oberfläche aufprallt.

    Ein weiterer Aspekt sind die Muskeltypen. Es gibt Muskelfasern, die schnell ermüden, und solche, die länger durchhalten.

    Ausdauernde Hunderassen, wie der Sibirian Husky, haben einen hohen Anteil an langsam zuckenden Muskelfasern, die über längere Zeit ohne Ermüdung arbeiten können.

    Allerdings gibt es auch Bedingungen, unter denen Menschen eine bessere Ausdauer als Hunde haben können.

    Ein entscheidender Faktor ist die Temperatur. Hunde können in der Hitze nicht so gut ausdauernd laufen wie Menschen, da sie nicht schwitzen können. In warmen Klimazonen haben daher Menschen oft einen Vorteil.

    Schließlich hängt die Definition von Ausdauer davon ab, was genau gemessen wird. Auf mittleren und langen Distanzen sind viele Hunderassen schneller als Menschen, zumindest unter normalen Umgebungsbedingungen.

    Bei extrem langen Distanzen wie einem Marathon oder einem 100 km-Lauf können Menschen jedoch, insbesondere bei warmem Wetter, die Oberhand gewinnen, da ihr Körper flexibler ist und sich bei ausreichendem Training besser an diese Belastung anpassen kann.

    Sollte ein Hund überhaupt schnell rennen?

    Bewegung, einschließlich Laufen, ist grundsätzlich gesund für Hunde und auch schnelles rennen ist kein Problem.

    Es hilft ihnen, fit zu bleiben, überschüssige Energie loszuwerden und kann sogar Verhaltensprobleme reduzieren, die durch Langeweile oder ungenutzte Energie entstehen können.

    Wenn dein Hund also nicht gerade Steaks vom Grill klaut und die Straße runter sprintet, solltest du sein Laufen also durchaus fördern.

    Die Sicherheit deines Hundes ist dabei entscheidend. Es ist wichtig, dass du ihn in einer kontrollierten Umgebung laufen lässt in der du Gefahren und Probleme verhindern kannst.

    Du möchtest nicht, dass er den Verkehr stört, in Nachbars Gärten herumläuft oder dass du ihn nicht wiederfindest, nachdem er losgerannt ist (zum Wiederfinden des Hundes hilft dann aber auch ein GPS-Tracker für Hunde).

    Ein eingezäunter Garten, ein Hundepark oder eine große offene Wiese sind ideale Orte, damit er sicher rennen kann.

    Selbst für langsamere Hunderassen ist das Laufen gesund. Du solltest deinem Hund ausreichend Platz zum Herumtollen und Spielen bieten, damit er jegliche aufgestaute Energie abbauen kann.

    Wenn du gerne läufst und möchtest, dass dein Hund dich begleitet, könnte das etwas Training erfordern.

    Es ist wichtig, dass dein Hund lernt, an der Leine zu laufen und auf Kommandos zu hören, besonders wenn du in öffentlichen Räumen läufst. Hier findest du einen Guide, wie du mit dem Hund joggen kannst!

    Du solltest auch darauf achten, deinen Hund nicht zu überanstrengen. Rassen mit kurzen Schnauzen, wie Bulldoggen oder Möpse, haben oft Atemprobleme und können sich leicht überanstrengen, was zu schweren gesundheitlichen Problemen führen kann.

    Bei diesen Rassen ist es besonders wichtig, das Laufpensum an ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse anzupassen.

    Malteser und Yorkie laufen zusammen

    Laufen Hunde gerne mit Menschen, wenn diese so langsam sind?

    Es ist eine weit verbreitete Annahme, dass Hunde nur dann Freude am Laufen finden, wenn sie ihre volle Geschwindigkeit ausschöpfen können.

    Doch in Wirklichkeit genießen viele Hunde das gemeinsame Joggen mit ihren Besitzern, unabhängig von deren Tempo.

    Joggen stellt für sie eine unterhaltsame und anregende Aktivität dar, die sowohl für den Hund als auch für den Besitzer von Vorteil ist.

    Es ist allerdings wichtig zu bedenken, dass Hunde, genau wie Menschen, unterschiedliche Energieniveaus und Fitnessgrade haben. Daher solltest du schrittweise vorgehen und die Ausdauer deines Hundes allmählich aufbauen und schauen wie sehr du ihn belasten kannst.

    Hunde haben aber nicht das Gefühl, dass sie durch ein langsamer laufendes Herrchen oder Frauchen ausgebremst werden.

    Genau wie bei Menschen geht es auch bei Hunden nicht immer darum, nur in Gesellschaft von anderen zu sein, mit denen sie im Vollsprint laufen können. Es geht vielmehr um die gemeinsam verbrachte Zeit und die Erfahrung an sich.

    Die sportliche Belastung kann für dich und deinen Hund unterschiedlich sein, aber emotional hat ein Hund in der Regel kein Problem damit, sich deinem Lauftempo anzupassen.

    Hunde sind oft sehr anpassungsfähig und freuen sich über die Möglichkeit, mit ihrem Menschen Zeit zu verbringen und etwas zu unternehmen, selbst wenn das bedeutet, langsamer zu laufen, als sie könnten.

    Gibt es auch Hunde die langsamer als Menschen sind?

    Ja, es gibt Hunderassen, die langsamer als Menschen sind. In der Natur erfordern außergewöhnliche Geschwindigkeiten bestimmte körperliche Merkmale: einen schlanken Körperbau, leichte Knochen, lange Beine, gut entwickelte Muskeln und eine flexible Wirbelsäule.

    Viele Hunderassen verkörpern diese Eigenschaften in hohem Maße und sind daher im Allgemeinen schneller als Menschen.

    Allerdings spielt die Rasse eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung der Geschwindigkeit eines Hundes, und nicht alle Rassen verfügen über diese für hohe Geschwindigkeiten vorteilhaften Merkmale.

    Beispielsweise erreicht ein Mops, eine beliebte kleine Hunderasse, nur eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 10 km/h. Diese Rasse ist bekannt für ihren kompakten Körperbau und die kurzen Beine, was sie deutlich langsamer macht als schnellere Hunderassen.

    Die physischen Merkmale eines Mopses, wie ein kurzer Schädel und eine flache Nase, sind zwar charmant und charakteristisch, sie sind jedoch nicht förderlich für hohe Geschwindigkeiten.

    Ähnlich verhält es sich mit anderen Rassen wie dem Shih Tzu, dem Basset Hound und Bulldoggen. Diese Rassen haben spezifische Merkmale, die sie weniger geeignet für hohe Geschwindigkeiten machen.

    Zum Beispiel sind Basset Hounds bekannt für ihre langen Körper und extrem kurzen Beine, während Bulldoggen oft schwer und muskulös sind, was ihre Beweglichkeit und Geschwindigkeit einschränkt.

    Daher gibt es durchaus Hunderassen, die langsamer als Menschen sind. Diese Rassen wurden meistens für andere Zwecke als für Geschwindigkeit gezüchtet, wie etwa für Gesellschaft, das Aufspüren von Fährten oder bestimmte Arbeitseinsätze.

    Quellenangaben

    1. https://www.guinnessworldrecords.com/world-records/64107-fastest-greyhound ↩︎
    2. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1312180/umfrage/schnellste-sprinter-100-meter ↩︎
    3. https://www.tierchenwelt.de/news/3743-warum-tiere-mit-vier-beinen-schneller-laufen-koennen.html ↩︎
    4. https://dog-tales.blog/why-dogs-are-faster-than-humans/ ↩︎
    5. https://www.redbull.com/at-de/theredbulletin/rekorde-der-menschheit-schneller-laufen-als-usain-bolt ↩︎
    6. https://www.biokon.de/warum-hunde-schneller-die-kurve-kratzen-als-menschen/ ↩︎
    7. https://www.wissenschaft-im-dialog.de/projekte/wieso/artikel/beitrag/warum-koennen-hunde-ausdauernder-laufen-als-menschen/ ↩︎