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Wie oft und lange sollte man mit dem Hund Gassi gehen? [2024]

    Border Terrier läuft über die Wiese

    Wie oft muss ein Hund raus?

    • Hunde können 8-10 Stunden ohne Pinkelpause auskommen, sollten aber regelmäßig alle 5-6 Stunden ausgeführt werden.
    • Ständiges Aushalten kann zu Gesundheits- und Verhaltensproblemen führen.
    • Anzeichen für einen dringenden Toilettenbedarf sind Winseln, Unruhe und Bellen.
    • Wichtigste Gassigeh-Zeitpunkte sind morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Schlafengehen.

    Hunde haben einen klaren Rhythmus, wenn es darum geht, ihre Notdurft zu verrichten. Obwohl sie physikalisch in der Lage sind, 8-10 Stunden ohne Toilettenpause auszukommen, ist das regelmäßige „Aushalten“ über lange Zeiträume hinweg schädlich.

    Zum einen kann es sich negativ auf die Blase auswirken und diese übermäßig Reizen, was zu langfristigen Gesundheitsproblemen führen kann. Gleichzeitig wird sich auch das ein oder andere Verhaltensproblem einstellen, da ein Hund, der mal nach draußen muss oft unruhig umher läuft oder anfängt zu winseln.

    Während die ideale Häufigkeit der Spaziergänge von Hund zu Hund unterschiedlich ist, sollte als Faustregel gelten, dass gesunde, erwachsene Hunde alle 5-6 Stunden ausgeführt werden sollten.

    Wenn Hunde unruhig werden, winseln oder bellen, sind dies häufig Anzeichen dafür, dass sie eine Toilettenpause benötigen.

    Bei Welpen sind bestimmte Verhaltensweisen oft Vorboten dafür, dass sie sich gleich hinhocken werden, unser Hund hat zum Beispiel immer intensiv den Teppich so beschnüffelt als ob es Gras wäre und sich den perfekten „Pinkelort“ gesucht.

    Es ist besonders wichtig, den Hund morgens zügig nach dem Aufstehen und Abends kurz vor dem Schlafengehen auszuführen. Da in der Nacht der längste Zeitraum ohne Gassi ist, willst du diesen durch sinnvolle Zeitpunkte für Spaziergänge dennoch so kurz wie möglich halten, damit dir dein Hund nicht in die Wohnung macht.

    Orientierung für die Länge der Spaziergänge

    Alter des Hundes

    Welpen

    Die kleinsten unserer vierbeinigen Freunde sind in einem ständigen Entdeckungsmodus. Sie sind wie kleine Schwämme, die alles aufsaugen wollen.

    Daher sind für Welpen mehrere kurze Runden ideal, die zwischen 15 und 45 Minuten dauern. Dabei sollte es eine gute Mischung aus Spiel, Ruhe und natürlich viel Schnüffelzeit geben.

    Während der Phase der Stubenreinheit sind die Gassi-Runden besonders häufig: Manchmal sogar alle 30 Minuten bis zwei Stunden. Mit der Zeit kannst du diese Intervalle jedoch nach und nach verlängern.

    Junge Hunde

    In dieser Phase ihres Lebens sind Hunde oft am aktivsten und neugierigsten. Sie möchten rennen, spielen und die Welt erkunden.

    Daher sind für sie zwei ausgedehnte Spaziergänge von je einer Stunde ideal. Zusätzlich dazu sind einige kurze, schnelle Gassi-Runden von ca. 20 Minuten je nach Bedarf eingeplant werden.

    Größere Hunde benötigen tendenziell mehr Bewegung, während kleinere Vierbeiner auch oft mit etwas weniger zufrieden sind. Ausnahmen wie ein kleines Jack Russel Energiebündel gibt es dort jedoch auch.

    Erwachsene Hunde

    Wenn Hunde ihr Erwachsenenalter erreichen, haben sie oft eine fest etablierte Routine. Sie benötigen dennoch regelmäßige Bewegung, um gesund und fit zu bleiben.

    Drei bis fünf Runden pro Tag sind optimal. Bedenke auch hier wieder die Rasse, um zu entscheiden, wie viel Bewegung benötigt wird.

    Mit unserem Hund gehen wir immer direkt nach dem Aufstehen, zur Mittagszeit, eine größere Runde nach Feierabend und dann noch eine kleine Pinkelrunde kurz vor der Schlafenszeit.

    Senioren

    Ältere Hunde haben oft ihre eigenen Bedürfnisse. Sie bevorzugen häufig kürzere, aber dennoch regelmäßige Spaziergänge.

    Das Alter kann auch körperliche Einschränkungen mit sich bringen, wie beispielsweise Arthritis oder Inkontinenz.

    Daher ist es besonders wichtig, auf die Signale deines älteren Hundes zu achten und die Spaziergänge entsprechend anzupassen.

    Besonders im Alter schafft es dein Hund einfach nicht mehr die oben genannten 8-10 Stunden auszuhalten und du solltest zu einem häufigeren Gassi Rhythmus zurückkehren.

    Rasse

    Aber noch mehr als das Alter des Hundes ist auch seine Rasse entscheidend für die Dauer der Spaziergänge.

    Betrachte aktive Hunderassen wie Labrador Retriever oder Huskys: Diese Energiebündel verlangen nicht nur nach ausgedehnten physischen Aktivitäten, sondern sind auch begeistert von geistigen Herausforderungen.

    Suchspiele sind hier ein Hit, da sie gleichzeitig den Kopf und die Beine des Hundes beschäftigen. Generell kannst du hier aber eine zusätzliche Stunde an Spaziergängen und Spiel pro Tag einplanen, in denen sich dein Hund richtig auspowern kann. Lässt man sie nur im Garten toben, könnte ihnen schnell langweilig werden.

    Es gibt aber auch große Rassen die eher gemütlich sind und einen gemäßigteren Bewegungsdrang haben, zum Beispiel der Berner Sennenhunde.

    Das bedeutet jedoch nicht, dass sie nur faul herumliegen möchten. Auch sie schätzen geistige Aktivitäten und eine gewisse Abwechslung bei ihren Spaziergängen.

    Ein neues Gebiet zum Schnüffeln oder ein kleines Training zwischendurch kann Wunder wirken. Aber du wirst eher 30min an Spaziergängen und etwas weniger Spiel und Auspowern einplanen müssen.

    Und dann gibt es da noch die kleinen Rassen. Hier ist die Bandbreite wirklich groß. Man könnte meinen, ein kleinerer Hund benötigt weniger Bewegung, aber das ist nicht immer der Fall.

    Nehmen wir den Jack Russell – dieser kleine Kerl hat Energie für zehn und benötigt entsprechend aktiven Auslauf.

    Andere kleine Rassen könnten mit einem gemütlicheren Spaziergang zufrieden sein, aber eines ist klar: Sie laufen lieber selbst, statt in einer Tasche oder auf dem Arm getragen zu werden! Kein Hund, egal wie klein, ist als Handtaschenhund geeignet und glücklich damit!

    Gesundheitszustand

    Es geht nicht nur um die Größe oder die Rasse des Hundes. Der Gesundheitszustand eines Hundes kann maßgeblich beeinflussen, wie lange und wie intensiv die Gassi-Runden ausfallen sollten.

    Kurzköpfige Rassen wie der Mops haben eine besondere Anatomie. Ihre Atmungsorgane sind nicht für intensive und langanhaltende körperliche Anstrengungen gemacht.

    Längere Spaziergänge werden ihnen schnell zur Last und können sogar gesundheitliche Probleme verursachen, da sie sich überanstrengen.

    Auch bei stark übergewichtigen Hunden sollte man vorsichtig sein. Ein plötzliches intensives Workout kann mehr schaden als nutzen.

    Eine schrittweise Steigerung der Bewegung in Kombination mit einer angepassten Diät kann hier der Schlüssel zu einem gesunden Hundeleben sein. Immerhin, wie bei uns Menschen auch, sollte das Wohl des Hundes immer im Vordergrund stehen.

    Somit solltest du die Länge und Intensität deiner Spaziergänge auch an den Gesundheitszustand anpassen!

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    Neue Wege sorgen für Spaß und Abwechslung

    Hunde lieben Abwechslung beim Gassigehen und das Entdecken neuer Wege. Es ist daher empfehlenswert, die Spazierstrecken regelmäßig zu variieren.

    Wenn man die nähere Umgebung bereits gut kennt, lohnt es sich zum Beispiel am Wochenende mit Auto oder Bahn an neue Orte zu fahren.

    Warum ist Variation wichtig? Hunde sind von Natur aus neugierige Tiere. Das Entdecken neuer Düfte, Geräusche und Umgebungen ist nicht nur spannend für sie, sondern fördert auch ihre geistige Aktivität.

    Du wirst merken, wie begeistert und aufgeregt dein Vierbeiner ist, wenn er neue Pfade erkundet.

    Andererseits ist unser Hund manchmal einfach genervt, wenn es schon wieder die selbe Runde um den Block gibt. Dann schnüffelt er weniger und ist manchmal sogar etwas zurückhaltend oder gar rebellisch überhaupt sein Geschäft zu machen.

    Das ist für uns immer ein Zeichen, dass wir zu häufig die selbe Strecke gelaufen sind und mal wieder eine andere Richtung vom Haus aus eingeschlagen werden sollte.

    Das Wetter als Faktor

    Das Wetter spielt natürlich auch eine Rolle. An heißen Sommertagen sollte man die Mittagshitze meiden und lieber morgens oder abends spazieren gehen.

    Bei Kälte oder Regen dagegen sind wasserfeste Mäntel als Schutz gegenüber den Elementen eine Überlegung wert, besonders wenn du einen kleinen Hund hast, oder einen mit kurzem Fell.

    Diese Rassen neigen dazu schneller zu freieren und auzukühlen und besonders in der kalten Jahreszeit kannst du deinem Vierbeiner damit einen großen Gefallen tun

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    Hundespiele für den Spaziergang

    Abwechslung ist das A und O, um deinen Hund beim Spaziergang geistig und körperlich auszulasten. Durch das Einbinden von Spielen wird nicht nur der Spaßfaktor erhöht, sondern dein Hund auch mehr gefordert und besser ausgelastet.

    Diese Spielideen kannst du auf deinem nächsten Spaziergang einmal ausprobieren:

    • Leckerli-Suche im Gras: Dieses Spiel ist simpel, aber effektiv. Verstecke ein paar Leckerlis im Gras und lass deinen Hund danach suchen. Dabei wird sein Geruchssinn intensiv beansprucht und er lernt, sich auf seine Nase zu verlassen. Dies fördert nicht nur die Konzentration, sondern ist auch eine tolle Möglichkeit, deinem Hund beizubringen, geduldig und aufmerksam zu sein.
    • Apportierspiele mit Ball oder Frisbee: Wenn dein Hund gerne Dinge apportiert, sind ein Ball oder eine Frisbee ideale Spielzeuge für den Ausflug. Diese Spiele sind besonders gut geeignet, um überschüssige Energie abzubauen. Zudem lernen Hunde durch das Apportieren, Kommandos wie „Hol“ und „Gib“ zu befolgen und stärken dabei ihre Beziehung zu dir.
    • Zerrspiele: Ein Tau oder ein spezielles Zerrspielzeug kann auch ein großer Spaß für deinen Hund sein. Beim Zerren wird nicht nur die Muskulatur des Hundes beansprucht, sondern es hilft auch, die Kiefermuskulatur zu stärken.
    • Suchspiele mit Spielzeug: Wenn dein Hund ein Lieblingsspielzeug hat, verstecke es hinter einem Baum oder Busch und lass ihn danach suchen. Dies fördert seinen Orientierungssinn und hält ihn geistig aktiv.
    • Slalom laufen zwischen Bäumen: Mit ein wenig Kreativität kannst du deinem Hund beibringen, zwischen Bäumen oder anderen festen Gegenständen Slalom zu laufen. Dies fördert die Agilität und Koordination und ist gleichzeitig eine spielerische Übung.

    Auch hier kommt es wieder auf den Charakter deines Hundes an. Den Hund den wir hatten als ich noch ein Kind war, war von Bällen völlig unbeeindruckt. Hast du einen Ball geworfen, hat dich der Hund nur schief angeguckt und sich gedacht „cool, aber den Ball darfst du selbst holen“.

    Unser heutiger Hund leibt Bälle und das Apportieren im allgemeinen. Du brauchst den Ball nur rauszuholen und er ist Feuer und Flamme.

    Das ist nur ein Beispiel aus eigener Erfahrung, aber ich bin mir sicher, auch dein Hund wird verschiedene Dinge auf dieser Liste liber machen, als andere.

    Gassigehen mit dem Hund ist übrigens auch gesetzlich geregelt

    Viele Hundehalter wissen, wie wichtig regelmäßige Spaziergänge für das Wohlbefinden ihrer Vierbeiner sind. Aber wusstest du auch, dass das tägliche Gassi gehen in Deutschland über das Tierschutz-Gesetz geregelt ist?

    Die gesetzlichen Vorgaben sind zwar wunderschön vage und nichtssagend „Dem Hund ist ausreichend Auslauf zu gewähren“, die herrschende Meinung zur Auslegung dieser Formulierung ist aber, dass ausgewachsene Hunde mindestens zweimal täglich für mindestens eine Stunde ausgeführt werden müssen.

    Das ist nicht nur für die Gesundheit des Hundes essentiell, sondern auch für seine soziale Entwicklung und sein allgemeines Wohlbefinden.

    Hundehalter, die aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage sind, diese Anforderungen zu erfüllen, sollten sich nach Alternativen umsehen.

    Eine Möglichkeit ist das Engagieren einer Betreuungsperson, wie zum Beispiel eines Dogwalkers. Solche Profis können sicherstellen, dass der Hund die nötige Bewegung und sozialen Kontakte bekommt.

    Ein weiterer wichtiger Punkt, der oft missverstanden wird: Ein Aufenthalt im Garten ersetzt nicht den erforderlichen Auslauf. Selbst wenn ein Hund einen großen Garten zur Verfügung hat, in dem er spielen und toben kann, benötigt er dennoch die Stimulation und Abwechslung, die ein Spaziergang in der freien Natur bietet.

    FAQ

    Wie oft sollte man mit dem Hund Gassi gehen?

    Wie oft man mit dem Hund Gassi geht hängt von der Rasse, dem Alter und der Gesundheit des Hundes ab, aber generell sollten Hunde mindestens 2-3 Mal täglich ausgeführt werden. Einige aktive Rassen oder junge Hunde benötigen möglicherweise häufigere Spaziergänge.

    Wie lange sollte ein Spaziergang dauern?

    Die Dauer des Spaziergangs sollte an die Bedürfnisse des Hundes angepasst werden. Ein kurzer Spaziergang von 10-15 Minuten kann für ältere Hunde ausreichend sein. Junge und aktive Hunde profitieren von 30 Minuten bis zu mehreren Stunden täglich. Welpen brauchen häufige, aber kurze Spaziergänge, um sie nicht zu überlasten.

    Warum ist regelmäßiges Gassi gehen wichtig?

    Regelmäßige Spaziergänge sind wichtig für die körperliche und geistige Gesundheit deines Hundes. Vor allem bieten sie deinem Hund die Möglichkeit sich zu erleichtern. Zusätzlich fördern sie die Verdauung, lindern Langeweile und ermöglichen soziale Kontakte mit anderen Hunden und Menschen.

    Können Welpen längere Spaziergänge machen?

    Welpen haben viel Energie, aber ihre Knochen und Gelenke sind noch im Wachstum. Lange Spaziergänge sind daher nicht empfehlenswert. Halte die Spaziergänge kurz und erhöhe die Dauer allmählich, während sie wachsen.

    Was sollte man beim Gassi gehen in extremen Wetterbedingungen beachten?

    In extremen Wetterbedingungen, wie starker Hitze oder Kälte, sollte die Dauer des Spaziergangs reduziert werden. Habe im Sommer ausreichend Wasser dabei und verwende im Winter einen Hundemantel um deinen Vierbeiner vor der Kälte zu schützen.

    Können ältere Hunde lange Spaziergänge machen?

    Grundsätzlich können auch alte Hunde lange Spaziergänge machen. Oft sind sie im Alter in ihrer Agilität oder Ausdauer aber eingeschränkt. Beobachte deinen Hund und passe die Länge und das Tempo des Spaziergangs seinen Bedürfnissen an.