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Beißhemmung trainieren, wenn klassische Wege nicht helfen

    Hund beißt in einen Schuh

    Wenn du einen jungen Hund oder Welpen hast, ist es wichtig, ihm die Beißhemmung beizubringen. Beißhemmung bedeutet, dass dein Hund lernt vorsichtig zu sein, wenn seine Zähne mit etwas in Kontakt kommen – sei es mit Menschen oder Gegenständen.

    Die klassischen Wege um Beißhemmung zu trainieren

    Von den klassischen Wegen um die Beißhemmung beim Hund zu trainieren hast du sicherlich schon gehört. Der Vollständigkeit halber wollte ich sie hier aber trotzdem noch einmal aufnehmen.

    Zunächst einmal kannst du eine direkte Reaktion zeigen, wenn dein Hund zu fest zubeißt. Du kannst zum Beispiel kurz aufzujaulen wenn dein Vierbeiner zuschnappt. Das imitiert die Reaktion eines anderen Hundes und signalisiert deinem Vierbeiner, dass er zu fest zugepackt hat. Viele Hunde lassen dann sofort los.

    Eine weitere Methode ist, das Spiel abzubrechen, wenn dein Hund zu stark beißt. Wenn er zu fest zubeißt, hörst du sofort auf zu spielen und gehst weg. Nach einer kleinen Pause kannst du das Spiel dann wieder aufnehmen. So lernt dein Hund, dass sanftes Spielen belohnt wird, während zu festes Zubeißen das Ende des Spiels bedeutet.

    Ein etwas anders gearteter Ansatz ist der Schnauzgriff. Dabei imitierst du das Verhalten einer Mutterhündin, die ihren Welpen zurechtweist. Wenn dein Hund nicht loslässt, packst du sanft seine Schnauze und drückst leicht zu. Das sollte natürlich vorsichtig und ohne Schmerzen erfolgen. Diese Methode hilft deinem Hund zu verstehen, dass zu festes Beißen nicht akzeptabel ist.

    Es ist wichtig, dabei immer ruhig und bestimmt zu bleiben. Dein Hund sollte merken, dass du die Kontrolle hast, aber er sollte sich nicht bedroht oder verängstigt fühlen.

    Da du aber bei diesem Beitrag gelandet bist, nehme ich an, dass diese klassischen Wege bei dir alle nicht oder nicht wirklich funktioniert haben.

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    Warum funktioniert das klassische Training der Beißhemmung nicht

    Manchmal setzt man all diese klassischen Methoden um, aber der Hund beißt trotzdem zu fest zu. Wenn du dich in einer solchen Situation befindest, fragst du dich vielleicht, warum die bewährten Techniken bei deinem Hund nicht anschlagen.

    Ein häufiger Punkt ist, dass Hunde die Korrektur oder den Spielabbruch oft nicht als solchen verstehen.

    Wenn du beispielsweise deinen Hund wegschubst, weil er zu fest zubeißt, könnte er dies als Teil des Spiels auffassen und nicht als Aufforderung, das Verhalten zu ändern.

    Der Hund denkt dann, das Spiel geht weiter, und beißt eventuell erneut zu, da er das Wegschubsen nicht als Korrektur wahrnimmt. So steigert er sich sogar noch mehr in das beißen hinein und das Problem verschlimmert sich über die Zeit.

    Ein weiteres Problem ist die Desensibilisierung. Wenn ein Hund immer wieder dasselbe Verhalten zeigt und auf die gleiche Weise korrigiert wird, ohne dass es zu einer wirklichen Verhaltensänderung kommt, dann stumpft der Hund gegenüber diesen Korrekturen ab.

    Er nimmt sie dann nicht mehr ernst und ändert sein Verhalten nicht. Er denkt sich eher „Ach, das meinst du ja eh nicht ernst“.

    Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, den Trainingsansatz zu ändern und neue Methoden zu finden, die dein Hund versteht und auf die er angemessen reagiert.

    Es kann hilfreich sein, die Korrekturen klarer und konsequenter zu machen. Statt beispielsweise den Hund wegzuschubsen, könntest du das Spiel sofort unterbrechen und den Raum verlassen, um dem Hund zu signalisieren, dass sein Verhalten nicht akzeptabel ist.

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    Beißhemmung trainieren wenn die klassischen Wege nicht funktionieren

    Hunde sehnen das Beißen oft als Teil des Spiels an und nicht unbedingt als Ungehorsam. Wenn dein Hund zu beißen beginnt, versuche ihn sanft, aber bestimmt zu halten. Halte ihn so lange, bis er sich beruhigt hat.

    Bei den meisten Hunden dauert das einen kleinen Moment. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass du 15-30 Sekunden damit verbringst, deinen Hund runterfahren zu lassen.

    Du kannst ihn dabei auch etwas auf den Boden drücken, aber nicht mit dem Gesicht nach unten, nur so das sich der Hund hinlegt! Ein liegender Hund wird logischerweise auch entspannter werden.

    Es ist wichtig, dass du in dieser Phase ruhig und beherrscht bleibst. Dein Hund sollte lernen, dass das Spiel und Interaktion unterbrochen wird, sobald er zu beißen beginnt.

    Achte darauf, dass du deinen Hund in dieser Phase nicht loslässt, sondern darauf bestehst, dass er sich beruhigt. Es gibt kein wildes Spiel, kein Weglaufen, kein rangeln, es passiert nur das, was du willst!

    Am einfachsten ist es, wenn man den Hund an den Schulterblättern festhält. Dann kommt er mit dem Kopf nicht so weit herum, um wirkliche „Angriffe“ gegen dich zu starten.

    Wenn er sich beruhigt hat, gib ihm Zeit, durchzuatmen. Hunde brauchen meist einen Moment, um sich zu beruhigen. Diese Ruhephasen helfen deinem Hund zu verstehen, dass übermäßiges Beißen nicht erwünscht ist.

    Achte darauf, dass du konsequent bleibst. Wenn dein Hund zu beißen beginnt oder zeigt, dass er sich nicht halten lassen möchte, bleib standhaft. Lass ihn nicht los, bis er wirklich ruhig ist.

    Das bedeutet nicht, dass du deinen Hund festhalten sollst, bis er sich total unterwirft. Vielmehr geht es darum, ihm beizubringen, sich zu beruhigen und nicht in Beißverhalten zu verfallen. Außerdem zeigst du dadurch, dass du bestimmst was passiert und Fehlverhalten nicht tolerierst.

    Das ist kein aggressives Alpha Verhalten. In der Natur würde diese Rolle die Mutter übernehmen und dem Welpen zeigen, dass man besser die Grenzen der Stärkeren respektieren sollte.

    Wenn dein Hund sich beruhigt hat, lass ihn langsam los. Gib ihm die Möglichkeit, sich von dir zu entfernen, aber sei darauf vorbereitet, ihn erneut zu halten, falls er wieder zu beißen beginnt.

    Du setzt deinem Vierbeiner mit dieser Methode konsequente Grenzen. Wenn dein Hund zu weit geht, wie zum Beispiel beim Zerren an deiner Kleidung, dann lässt du ihm das nicht länger durch gehen. Zeige ihm, dass dieses Verhalten nicht akzeptabel ist.

    Aber vergiss nicht, ihm danach wieder positive Zuwendung zu geben. Das hilft ihm zu verstehen, dass es nicht um Strafe geht, sondern um das Lernen von Grenzen.

    Hier siehst du das Ganze in der Praxis umgesetzt:

    Warum desensibilisiert dein Hund und hört nicht auf dich?

    Warum stumpfen immer mehr Hunde bei der Beißhemmung ab und wie können wir das verhindern? Immer mehr Vierbeiner reagieren kaum noch auf Korrekturen oder auf das, was von ihnen erwartet wird. Das Problem betrifft leider nicht nur die Beißhemmung, sondern viele Aspekte des Verhaltens eines Hundes.

    Stell dir vor, dein Hund schnappt sich einen Schuh oder nimmt Dinge im Haushalt auseinander. Es ist wichtig, ihm konsequent zu kommunizieren, dass dieses Verhalten nicht erwünscht ist.

    Aber wie machst du das ohne, dass dein Hund dabei abstumpft oder du zu aggressiv bist, aber die Botschaft dennoch ankommt?

    Die Antwort liegt in der Art und Weise, wie wir mit unseren Hunden kommunizieren. Es geht darum, eine klare und verständliche Nachricht zu senden. Dein Hund muss lernen, deine Grenzen zu respektieren und darauf angemessen zu reagieren.

    Eine angemessene Reaktion könnte sein, dass er Abstand hält, den Kopf wegdreht oder die Ohren leicht nach hinten legt. Das zeigt dir, dass er deine Grenze verstanden hat und sich zurücknimmt.

    Diese Reaktion hat nichts mit Angst zu tun. Vielmehr geht es darum, dass der Hund lernt, Respekt vor deinen Anweisungen zu haben.

    Gerade für Hundeanfänger kann es schwierig sein, diese Grenzen zu setzen. Wer kann schon widerstehen, wenn einen ein paar süße Kulleraugen anblicken? Und der Welpe ja ansonsten auch so niedlich ist.

    Aber denk dran: Konsequente Erziehung ist der Knackpunkt für die Entwicklung eines ausgeglichenen Hundes. Wenn du von Anfang an klare Grenzen setzt, vermeidest du, dass aus dem süßen Welpen ein unkontrollierbarer kleiner Teufel wird.

    Ein wichtiger Punkt ist, dass dein Hund ausreichend Selbstkontrolle hat. Genauso wie ein Kind lernen muss, dass es nicht immer alles bekommt was es will. Und das Schreien und Toben (oder beim Welpen eben beißen) auch nicht zum Ziel führt.

    Das gute ist, dass du so etwas mit allen möglichen Übungen trainieren kannst und nicht nur auf die Beißhemmung angewiesen bist.

    Zum Beispiel kannst du ihm Futter vorlegen, das er nicht sofort nehmen darf. Erst wenn du ihm das Signal gibst, darf er es sich nehmen. Diese Übungen lehren deinen Hund Selbstbeherrschung und fördern sein Verständnis für deine Anweisungen.

    Die Basis für ein gutes Beißhemmungstraining ist eine klare, konsequente und verständnisvolle Kommunikation mit deinem Hund. Mit Geduld und Übung wirst du sehen, wie dein Hund lernt, auf deine Anweisungen zu reagieren, ohne dabei abzustumpfen.

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    Wie du auch einen desensibilisierten Hund trainieren kannst

    Was genau kannst du also tun, wenn du einen desensibilisierten Hund hast, der auf das normale Training nicht mehr anspricht?

    Dein Hund hat wahrscheintlich gelernt, bestimmte Signale zu ignorieren, weil er sie nicht als wichtig erachtet oder weil die Konsequenzen für sein Handeln nicht deutlich genug waren.

    Um das zu ändern, musst du konstant und deutlich in deiner Kommunikation sein. Zeige deinem Hund, dass deine Anweisungen ernst gemeint sind und dass es keine Option ist, sie zu ignorieren.

    Beginne mit einfachen Übungen, um die Aufmerksamkeit deines Hundes wiederzuerlangen. Zum Beispiel kannst du ihn mit Futter locken und ihm dann klarmachen, dass er es nicht sofort nehmen darf.

    Wie machst du das deinem Hund klar? Du schließt die Hand mit dem Futter vor seiner Nase, so das er nicht heran kommt. Außerdem kannst du eine Art schnappen simulieren und nach den Schnauze deines Hundes fassen. Das signalisiert in Hundesprache, dass er nicht näher kommen und sich nicht einfach bedienen darf.

    Mit dieser Methode bringst du ihm bei, auf deine Signale zu achten und seine Impulse zu kontrollieren.

    Wenn er eine Distanz hält, seinen Kopf wegdreht oder sich hinsetzt, zeigt er damit, dass er deine Grenzen versteht und akzeptiert. Das ist das soziale Feedback, das du suchst.

    Es ist wichtig, dass du diese Übungen regelmäßig durchführst und dabei immer konsequent bleibst. Wenn dein Hund merkt, dass du ernst meinst, wird er beginnen, sich wieder auf deine Signale zu konzentrieren.

    Erinnere dich daran, dass es hierbei nicht um Strenge geht, sondern um klare Kommunikation. Dein Hund sollte verstehen, dass es sich nicht um ein Spiel handelt, sondern dass es ernsthafte Anweisungen sind, die er befolgen muss.

    Gerade wenn du einen desensibilisierten Hund hast, dann kann es durchaus etwas Zeit in Anspruch nehmen, das Verhalten wieder zu korrigieren. Arbeite kontinuierlich mit deinem Hund und achte darauf, wie er auf deine Anweisungen reagiert.

    Eine gute Kommunikation ist hierfür der Knackpunkt. Je früher du mit diesem Training beginnst, desto einfacher wird es für euch beide sein.

    Vergiss nicht, den Fortschritt deines Hundes zu feiern. Jede kleine Verbesserung ist ein Schritt in die richtige Richtung. Nach jedem Training sollte er trotzdem Leckerli und Streicheleinheiten bekommen. Denn dein Hund soll ja nur deine Grenzen respektieren, nicht die Bindung zu dir verlieren.