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Darf ein Welpe an der Hand knabbern oder ist das nicht gut?

    Junge Frau trainiert Welpe im Park, Zeichnung

    Du hast einen Welpen, der immer mal wieder an deiner Hand knabbert? Auch ich habe mich gefragt, ob ich das zulassen soll oder nicht – immerhin fühlt es sich recht lustig an. Hier sind meine Erfahrungen, woran dieses Verhalten liegt und was du dagegen tun kannst.

    Warum knabbert mein Welpe an meiner Hand?

    An der Hand zu knabbern ist für einen Welpen erst einmal völlig normal und kein ungewöhnliches Verhalten.

    Zunächst einmal ist das Knabbern für Welpen eine Art, die Welt zu erkunden. Sie sind wie kleine Entdecker, die alles mit ihrem Mund erforschen. Dieses Verhalten ist natürlich und sollte nicht sofort als Aggression gedeutet werden.

    Bei meinem Hund war das nicht anders, sie hatte als Welpe auch alles ständig im Maul. Das ist einfach Teil des Welpen-Daseins.

    Einer der Hauptgründe, warum Welpen knabbern, ist das Zahnen. Ja, genau wie bei Menschenkindern. Stell dir vor, wie unangenehm das sein muss – das Zahnfleisch juckt und schmerzt, und die kleinen spitzen Zähnchen wollen durchbrechen.

    Welpen haben zuerst 28 Milchzähne und bekommen später 42 bleibende Zähne. Dieser Prozess kann bis zu sechs Monate dauern.

    In dieser Zeit suchen sie nach allem Möglichen, um auf etwas herumzukauen und den Druck im Maul zu lindern. Deshalb ist es wichtig, ihnen sichere Kauspielzeuge anzubieten, um sie von deinen Händen abzulenken.

    Ein weiterer Punkt ist das Spielverhalten. Wenn du schon mal einen Wurf Welpen beobachtet hast, hast du sicher gesehen, wie sie im Spiel miteinander knabbern und beißen. Das ist ein ganz normaler Teil ihrer Sozialisierung.

    Sie lernen so unter anderem die sogenannte Beißhemmung, also wie fest sie zubeißen dürfen, ohne zu verletzen. Wenn dein Welpe also spielerisch an deiner Hand knabbert, ist das ein Zeichen dafür, dass er sich wohl fühlt und spielen möchte. Es ist aber wichtig, ihm beizubringen, dass Menschenhände kein Spielzeug sind.

    Fröhlicher Hund vor farbigem Hintergrund

    Darf ein Welpe an der Hand knabbern?

    Wenn du einen Welpen hast, kennst du bestimmt das Gefühl, wenn die kleinen, scharfen Zähnchen an deiner Hand knabbern. Viele Hundebesitzer fragen sich, ob das okay ist. Die Antwort ist nicht ganz einfach, aber ich teile gerne meine Erfahrungen mit dir.

    Zuerst mal, es ist völlig natürlich, wenn ein Welpe an der Hand knabbert. Stell dir vor, wie Welpen miteinander umgehen – sie beißen und knabbern ständig aneinander. Das ist ein Teil ihrer natürlichen Kommunikation und Entwicklung. Daher ist es grundsätzlich nicht schlimm, wenn der Welpe an der Hand knabbert.

    Besonders beim Zahnen suchen sie nach etwas, um den Juckreiz in ihren Zähnen zu lindern. Unser Hund hat damals auch alles Mögliche angeknabbert, von Spielzeugen bis zu meinen Schuhen.

    Aber, und das ist wichtig, Welpen müssen auch Grenzen lernen. In der Natur würde die Mutter ihrem Welpen zeigen, wenn er zu fest beißt.

    Diese Rolle übernimmst du jetzt. Es ist wichtig, deinem Welpen beizubringen, was erlaubt ist und was nicht. Damit schaffst du eine Basis für ein harmonisches Zusammenleben.

    Ich habe es so gehandhabt: Gelegentliches Knabbern an der Hand habe ich toleriert. Das ist ein Teil der natürlichen Interaktion.

    Aber sobald das Ganze in eine wilde Beißerei oder ein zu stürmisches Spiel übergeht, habe ich klare Grenzen gesetzt. Ich habe meinem Welpen sanft, aber bestimmt gezeigt, dass das zu weit geht. Dann habe ich ihm ein Spielzeug angeboten, um sein Bedürfnis zu kauen zu befriedigen.

    Es ist wichtig, dass du konsequent bleibst. Welpen lernen durch Wiederholung und klare Signale. Wenn du einmal Nein sagst, solltest du dabei bleiben. Andernfalls könnte der Welpe verwirrt sein und nicht verstehen, was erlaubt ist und was nicht.

    Welpen das Händeknabbern abgewöhnen

    Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was man dagegen tun kann, wenn der Welpe zu oft oder wild an den eigenen Händen knabbert. Ich habe hier eine ganze Reihe an Tricks genutzt, die sich auch alle gut gegenseitig ergänzen. Dazu gehören:

    • Beißhemmung fördern
    • Kommandos üben
    • Alternativen zum Knabbern anbieten

    Beißhemmung fördern

    Beißhemmung bedeutet, dass der Hund lernt, die Stärke seines Bisses je nach Situation angemessen einzusetzen.

    Normalerweise lernen Welpen die Beißhemmung in ihrem Rudel. Wenn ein Welpe zu stark zubeißt, reagieren die Geschwister oder erwachsenen Hunde darauf – oft durch ein Zurückbeißen oder durch ein deutliches Signal, dass das Verhalten nicht akzeptabel ist.

    Dadurch lernt der Welpe, dass ein zu starker Biss Schmerzen verursacht und nicht toleriert wird. Aber was, wenn du keinen Rudelverbund für deinen Welpen hast?

    Du kannst deinem Welpen diese wichtige Lektion beibringen. Wenn er zu fest zubeißt, reagiere deutlich.

    Ich habe zum Beispiel immer laut „Aua!“ gesagt, wenn unser Hund als Welpe zu fest gebissen hat. Wenn sie nicht aufhörte, sagte ich klar und bestimmt „Nein!“ oder „Aus!“ und entfernte mich für kurze Zeit. Diese körperliche Isolation ist für den Welpen ein starkes Signal, dass er etwas falsch gemacht hat.

    Beißhemmung ist nicht angeboren, aber Welpen haben die Fähigkeit, sie zu entwickeln. Das Lernen sollte früh beginnen, idealerweise zwischen der 4. und 18. Lebenswoche.

    In diesem Zeitfenster ist der Lernprozess am effektivsten. Wenn du zu lange wartest, kann es sein, dass dein Welpe später Schwierigkeiten hat, die Intensität seiner Bisse zu kontrollieren.

    Denk daran, dass Beißhemmung nicht bedeutet, dass der Hund seine Zähne nie benutzt. Es geht darum, dass er versteht, wann und wie stark er zubeißen darf.

    Diese Fähigkeit ist essenziell für ein sicheres und harmonisches Zusammenleben mit deinem Hund. Und das ist ein wichtiger Schritt, um einen gut erzogenen und sozialverträglichen Hund heranzuziehen.

    Hund leckt Hand von Besitzerin beim Streicheln

    Kommandos einüben

    Das Training eines Welpen, nicht an den Fingern zu knabbern, kann effektiv mit der Einführung bestimmter Kommandos unterstützt werden.

    Zuerst habe ich das intuitive „Aua“ verwendet. Zwar ist es kein formelles Kommando, aber es vermittelt eine klare Botschaft. Jedes Mal, wenn unser Hund zu fest knabberte, habe ich „Aua“ gerufen.

    Mit der Zeit lernte sie, dass dieses Wort bedeutete, dass sie etwas tat, das mir Unbehagen bereitete. Es ist wichtig, konsequent zu sein, damit der Hund das Signal richtig versteht.

    Ein weiteres Kommando, das ich regelmäßig eingesetzt habe, war „Nein“. Dieses Kommando dient als universelle Anweisung, um unerwünschtes Verhalten zu stoppen. Es ist ein nützliches und flexibles Werkzeug in der Hundeerziehung.

    Ob der Hund an der Hand knabbert, am Tisch bettelt oder draußen etwas vom Boden aufheben möchte – ein klares und bestimmtes „Nein“ zeigt ihm, dass sein Verhalten nicht akzeptabel ist.

    Um das „Nein“ zu verstärken, habe ich physische Aktionen hinzugefügt. Wenn sie nicht aufgehört hat zu knabbern, habe ich sie einfach zur Seite geschoben. Wichtig ist dabei aber, dass du das ganze sanft aber bestimmt machst. Du willst deinem Welpen nur zeigen was er darf und was nicht und sollst in nicht körperlich dominieren.

    Sobald der Hund auf das Kommando reagierte und aufhörte zu knabbern, gab ich ein Leckerli als Belohnung. Positive Verstärkung ist ein mächtiges Werkzeug im Hundetraining. Es fördert das gewünschte Verhalten und stärkt die Bindung zwischen Hund und Halter.

    Mein Ansatz war, eine kleine Anzahl von Befehlen zu verwenden, diese aber konsequent und in verschiedenen Situationen anzuwenden. So lernte unser Hund, dass „Nein“ immer bedeutet, dass sie aufhören soll, egal in welchem Kontext.

    Das machte das Training einfacher und effektiver. Welpen können leicht überfordert sein, wenn sie zu viele Befehle gleichzeitig lernen müssen. Weniger ist oft mehr, solange es konsequent angewendet wird.

    Knabber-Alternative anbieten

    Wenn der Hund zahnt, hat er einfach das Bedürfnis, an etwas zu knabbern, damit es weniger unangenehm ist. Daher solltest du deinem Hund wenigstens etwas Spielzeug anbieten, wenn er schon nicht an deiner Hand knabbern darf.

    Jedes Mal, wenn dein Welpe anfängt, an deinen Händen, Kleidung oder anderen verbotenen Gegenständen zu beißen, ist es Zeit für den Tauschtrick. Sag ihm ruhig „Nein!“ und zeig ihm dann eine spannende Alternative.

    Das kann ein Gummiball sein, ein Spieltau, ein Kauknochen oder auch ein kuscheliges Hunde-Stofftier. Es ist wichtig, dass du eine Auswahl an Spielzeugen bereithältst, um Langeweile vorzubeugen und immer für eine interessante Abwechslung zu sorgen.

    Aber Achtung, nicht jedes Spielzeug ist gleich gut! Es sollte robust genug sein, um den kräftigen Kiefern eines Welpen standzuhalten. Nichts ist frustrierender, als ständig neues Spielzeug kaufen zu müssen, weil es dem kleinen Rabauken nicht standhält.

    Ich habe für dich einige wirklich robuste Spielzeuge getestet, die deinem Welpen lange Freude bereiten werden.

    Und keine Sorge, ich habe auch darauf geachtet, dass sie nicht quietschen – wir wollen ja nicht, dass dein Welpe dir am Ende mit seinem neuen Spielzeug noch den letzten Nerv raubt!

    FAQ

    Darf ein Welpe an meiner Hand knabbern?

    Ja, als Welpe knabbern ist normal, aber es ist wichtig, dass du deinem Welpen beibringst, dass das Knabbern an Händen nicht okay ist. Welpen erkunden die Welt oft mit ihrem Mund, aber es ist Teil deiner Aufgabe, ihnen beizubringen, was akzeptables Verhalten ist und was nicht.

    Warum knabbern Welpen gerne an Händen?

    Welpen knabbern aus verschiedenen Gründen: zum Entdecken, weil sie zahnen oder um zu spielen. Deine Hand ist für sie interessant, weil sie sich bewegt und interessant riecht. Aber keine Sorge, das Knabbern bedeutet nicht, dass dein Welpe aggressiv ist.

    Wie kann ich meinem Welpen das Handknabbern abgewöhnen?

    Eine gute Methode ist, jedes Mal, wenn der Welpe knabbert, das Spiel zu unterbrechen und „Nein“ zu sagen. Biete ihm stattdessen ein Spielzeug an. So lernt er, dass Hände tabu sind, aber Spielzeuge super fürs Knabbern sind.

    Was sollte ich tun, wenn mein Welpe beim Knabbern zu fest zubeißt?

    Wenn dein Welpe zu fest zubeißt, sag laut „Aua!“ und beende das Spiel für eine kurze Zeit. Dies hilft ihm zu verstehen, dass er zu fest gebissen hat. Wichtig ist, dass du konsequent bleibst, damit er das richtige Verhalten lernt.

    Kann das Knabbern an Händen zu einem Problem werden, wenn der Welpe älter ist?

    Ja, das kann es. Wenn du es deinem Welpen erlaubst, an deinen Händen zu knabbern, könnte er denken, dass das auch okay ist, wenn er größer ist. Das kann zu unerwünschtem Verhalten und Schwierigkeiten bei der Interaktion mit anderen Menschen oder Tieren führen, besonders wenn dein Hund größer und stärker wird.