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Achtung Hundebesitzer: 6 Fehler beim Loben deines Hundes

    Golden Retriever wird trainiert

    Wenn der Hund etwas richtig macht, dann soll man ihn loben. Klingt einfach. Ist es aber leider nicht. Hier sind 6 häufige Fehler, die Hundehalter bei der Belohnung ihres Hundes machen.

    Vermeide diese Fehler beim Loben deines Hundes

    #1 Du belohnst das falsche Verhalten

    Stell dir vor, dein Hund springt dich an. Das ist niedlich, klar, aber nicht immer das, was wir wollen, richtig? Hier kommt der erste Fehler: Wenn du deinen Hund in diesem Moment streichelst oder lobst, denkt er: „Hey, super, mein Mensch mag das!“ und lernt genau das Falsche. Klingt logisch, oder?

    Das passiert oft auch einfach unterbewusst. Unser Hund kommt manchmal zum kuscheln auf das Sofa. Manchmal sind wir in Gedanken und dann wird einfach kurz über die Hand geleckt. Als Reflex gehen wir unterbewusst dazu über den Hund zu streicheln. Der Hund lernt also, dass Hand ablecken gleich Streicheleinheit bedeutet. So soll das natürlich nicht sein, aber es zeigt, dass auch ich nicht frei von diesen Fehlern bin.

    Nehmen wir ein weiteres Beispiel: Dein Hund trifft einen anderen Hund und fängt an zu bellen oder an der Leine zu ziehen. Manchmal versuchst du, ihn abzulenken, und wenn er dann kurz still ist, gibst du ihm ein Leckerli. Tja, dabei belohnst du eigentlich sein vorheriges Pöbeln. Merkst du, wie knifflig das ist?

    Angenommen, dein Hund bellt andere Hunde an und zeigt Aggression. Viele von uns neigen dazu, den Hund zu streicheln und zu beruhigen. Wir denken, wir helfen ihm, aber für den Hund ist das wie ein „Bravo, mach weiter so!“ Nicht gut, was?

    Manche versuchen, solche Probleme mit einem Clicker zu lösen. Aber Vorsicht! Wenn du im falschen Moment klickst, verstärkst du vielleicht das Fehlverhalten, wie das Fixieren eines anderen Hundes. Also ist auch ein Clicker keine richtig gute Lösung

    Was ist also die Lösung? Achte wirklich genau darauf, was du belohnst. Der Hund sollte gelobt werden, wenn er eine Situation gut meistert.

    Zum Beispiel, nachdem du ihn korrigiert hast und er dann brav ist, das ist der perfekte Moment für ein Lob oder ein Leckerli.

    Es ist dabei wichtig, den Hund nur zu belohnen, wenn die Situation im Ganzen souverän gelöst wurde.

    Golden Retriever und Berner Sennenhund vor Wohnung

    #2 Man nutzt die falsche Motivation

    Das falsche Motivationsobjekt nutzen. Ja, richtig gehört! Es gibt so viele Arten, unseren Hund zu belohnen. Futter, Spielzeuge, Streicheleinheiten – die Liste ist endlos.

    Aber hier ist der Knackpunkt: Nicht jede Belohnung ist für jeden Hund gleich toll. Ich habe gelernt, dass es enorm wichtig ist, genau zu beobachten, was unser Hund wirklich mag.

    Stell dir vor, du streichelst deinen Hund immer liebevoll über den Kopf, aber – Überraschung – er mag das gar nicht! Für manche Hunde ist das sogar eher unangenehm als belohnend.

    Stell dir das vor! Wir denken, wir tun ihnen was Gutes, aber in Wirklichkeit… naja, nicht so sehr. Wenn das der Fall ist, ist es Zeit umzudenken. Vielleicht ist ein Leckerli oder ein kleines Spielzeug eine bessere Option.

    Außerdem solltest du auch auf das Erregungsniveau des Hundes achten. Das ist so ein Punkt, über den ich früher nie wirklich nachgedacht habe. Aber es macht total Sinn!

    Wenn dein Hund zum Beispiel total verrückt nach Bällen ist und du ihn damit belohnst, geht sein Erregungslevel durch die Decke. In manchen Situationen ist das okay, aber nicht immer.

    Stell dir vor, du willst, dass er ruhig bleibt oder seine Impulse kontrolliert – dann wäre eine ruhigere Belohnungsform, wie sanftes Streicheln oder ein beruhigendes Wort, viel besser.

    Achte also wirklich darauf, was dein Hund als Belohnung empfindet und passe das Belohnungsniveau an die Situation an. Es macht einen riesigen Unterschied und dein Hund wird dir dankbar sein, wenn er eine Belohnung behält, die er auch wirklich haben will.

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    #3 Zu viel Lob

    Wir können unsere Hunde tatsächlich zu viel loben. Ich beobachte oft, wie Hunde für ganz normales Verhalten belohnt werden – Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten.

    Nehmen wir das Beispiel, wenn der Hund brav neben uns läuft, ohne an der Leine zu ziehen. Das ist prinzipiell normales Verhalten, oder?

    Natürlich, wenn wir gerade das Laufen an der Leine trainieren und unser Hund lernt es gerade, ist es super, ihn zu belohnen. Aber irgendwann wird dieses Verhalten Teil des Alltags. Dann können wir erwarten, dass unser Hund neben uns läuft, ohne zu ziehen, und müssen ihn nicht ständig dafür belohnen.

    Es geht hier nicht nur ums Laufen. Das gilt für alle Verhaltensweisen, die wir von unserem Hund im täglichen Leben erwarten: vernünftiges Benehmen, nicht weglaufen, keine Rehe jagen… Stell dir vor, du würdest deinen Hund für all diese Dinge ständig mit Leckerchen belohnen.

    Irgendwann wäre das nichts Besonderes mehr – und dein Vierbeiner hätte ein richtiges Gewichtsproblem.

    Das führt zu einem weiteren Problem: Übermäßiges Lob kann dazu führen, dass die Belohnungen für den Hund ihren Reiz verlieren. Sie werden nicht mehr als etwas Besonderes wahrgenommen. Und das wollen wir natürlich vermeiden.

    Lob und Belohnungen sind mächtige Werkzeuge in der Hundeerziehung, aber wir müssen sie klug einsetzen. Zu viel Lob kann genauso kontraproduktiv sein wie zu wenig.

    Deinen vierbeinigen Freunde solltest du also für die wirklich besonderen Leistungen loben und nicht für das, was selbstverständlich sein sollte. Das hilft außerdem dabei die Motivation und das Interesse des Hundes aufrechtzuerhalten, wenn du mit ihm trainierst.

    #4 Belohnung ist eigentlich nur Ablenkung

    Besitzer mit Cane Corso im Training

    Manchmal passiert es, dass wir unseren Hund eigentlich gar nicht belohnen, sondern etwas viel eher als Ablenkung für den Hund tun.

    Ich erkläre es dir an einem ganz typischen Beispiel: Du bist mit deinem Hund unterwegs und siehst einen anderen Hundehalter mit seinem Hund. Dein Hund fängt an zu pöbeln und zu bellen, weil er den anderen nicht mag.

    Was tun viele in so einem Moment? Richtig, das Leckerli kommt raus, und ab da hat der Hund nur noch Augen dafür.

    Oder man nimmt einen Ball, und der Hund fixiert nur noch den Ball. Klar, du kommst damit durch die Situation, aber hat der Hund was gelernt? Nicht wirklich. Du hast ihn nur mit einem Reiz abgelenkt, anstatt gutes Verhalten zu belohnen.

    Wichtig ist, mit dem Hund zu arbeiten. Vielleicht musst du ihn auch mal korrigieren, ihm zu sozialer Einsicht verhelfen. Das Ziel sollte sein, dass er lernt, sich in solchen Situationen zu beherrschen.

    Wenn er dann durch die Situation kommt, ohne Unsinn zu machen, und sich an dir orientiert, dann ist es Zeit für das Leckerli oder ein Lob.

    Belohnungen als bloße Ablenkung oder Tauschmittel zu nutzen, ist also ein No-Go. Wir wollen unseren Hunden ja beibringen, sich richtig zu verhalten, nicht nur sie kurzfristig abzulenken.

    Das ist ein wichtiger Teil der Hundeerziehung. Belohnungen sollten immer eine Art ‚High Five‘ für gutes Verhalten sein, nicht nur ein Werkzeug zur Ablenkung. So bauen wir eine gesunde Beziehung zu unseren Hunden auf, in der sie verstehen, was wir von ihnen erwarten und wie sie uns glücklich machen können.

    #5 Falsches Timing der Belohnung

    Stell dir vor, du hast einen tollen Tag mit deinem Hund. Ihr spielt, lernt neue Tricks, und dann kommt der Moment, in dem du deinem Hund zeigen willst, wie stolz du auf ihn bist.

    Der Trick dabei ist das Timing. Dein Hund macht etwas richtig, zum Beispiel ein perfektes Sitz. Jetzt zählt jede Sekunde!

    Du hast nämlich nur ein bis zwei Sekunden Zeit, um deinem Hund zu zeigen, wie toll er das gemacht hat. Das kann mit einem Leckerchen sein oder mit einem fröhlichen „Fein!“.

    Aber pass auf! Es funktioniert nicht, wenn dein Hund zu dir kommt und du erstmal ewig in deiner Tasche nach einem Leckerchen suchst. In der Zeit versteht dein Hund gar nicht mehr, wofür er das Leckerchen überhaupt bekommt.

    Ja, er freut sich, dass du ihm etwas leckeres gibst, aber er verknüpft die Belohnung nicht mehr mit seinem vorherigen Verhalten. Also, immer schön schnell sein beim Belohnen.

    Und was ist, wenn du mit deinem Hund auf Distanz übst? Da kannst du zum Beispiel ein Marker-Signal benutzen. Das ist ein spezielles Wort oder ein Geräusch, das deinem Hund sagt: „Hey, das hast du super gemacht!“ So kannst du auch aus der Ferne genau zeigen, dass dein Hund etwas richtig macht.

    #6 Du benutzt nur Leckerli als Lob

    Ganz wichtig zu verstehen ist, dass Leckerlis zwar toll sind, aber sie sollten nicht die einzige Form der positiven Verstärkung sein. Wenn wir immer auf Leckerlis als Belohnungssystem setzen, kann das nach hinten losgehen.

    Irgendwann kann das dazu führen, dass ein Hund nur noch gegen Futter arbeiten will. Und solange kein Leckerli in Aussicht steht, wird keine Aufgabe ausgeführt.

    Also, was tun? Es macht Sinn, andere Formen der positiven Verstärkung in deinen Trainingsalltag einzubauen. Das kann alles sein, was dein Hund liebt – Spielzeug, Zuneigung, Lob oder ein einfaches, begeistertes „Ja!“.

    Jetzt kommt der Kniff: Es ist wichtig, deinen Hund allmählich von Belohnungen wie Leckerlis zu entwöhnen, je weiter du im Training kommst. Ziel ist es, dass dein Hund lernt, das Gewünschte zu tun, ohne dass er dafür eine Belohnung erwartet.

    Ein häufiger Fehler ist es, wieder zu Leckerlis zurückzukehren, wenn dein Hund nicht auf eine Aufgabe reagiert. Sagen wir, dein Hund kennt ein Kommando, reagiert aber gerade nicht darauf, weil er abgelenkt oder stur ist.

    In so einem Moment solltest du nicht wieder ein Leckerli hervorzaubern. Damit würdest du nämlich sein schlechtes Verhalten belohnen und ihm beibringen, dass er dich ignorieren kann, um ein Leckerli zu bekommen.

    Was ist die Lösung? Hol dir stattdessen seine Aufmerksamkeit zurück und wiederhole das Kommando. Benutze eine Leine oder deine Hand, um ihn in die richtige Position zu bringen. Bring ihn wieder in die Ausgangsposition, gewinne seine Aufmerksamkeit und gib das Kommando.

    Wenn dein Hund das Kommando kennt, sollte er es letztendlich ohne Anleitung ausführen können. Erst dann ist eine Belohnung angebracht.