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Kann ein Hund Heimweh haben? Und was macht man am Besten?

    Cocker Spaniel liegt traurig auf Decken

    Du bist verreist und dein Vierbeiner ist einfach nicht mehr er selbst? Jetzt stellt sich die Frage: Kann ein Hund Heimweh haben? Wie äußert sich das und was kannst du dagegen tun?

    Wir schauen uns hier die Antworten auf all diese Fragen genauer an!

    Kann ein Hund Heimweh haben?

    Die erste Frage die sich natürlich stellt: Kann ein Hund überhaupt Heimweh haben, oder ist das eine Emotion, die nur Menschen kennen?

    Die überraschende Antwort: Ja, auch Hunde können Heimweh bekommen!

    Stell dir vor, du bist ein Hund. Du hast dein Zuhause, deine Familie, deine tägliche Routine. Und plötzlich ändert sich alles. Vielleicht bist du auf Reisen, in einer Hundepension oder bei Freunden deiner Familie untergebracht. In diesen Momenten können Hunde tatsächlich Heimweh entwickeln, genau wie wir Menschen.

    Heimweh bei Hunden zeigt sich oft durch Verhaltensänderungen. Manche Hunde werden apathisch, andere unruhig oder sogar destruktiv.

    Sie können weniger fressen oder spielen und sogar körperliche Symptome wie Zittern oder Durchfall entwickeln. Es ist wie bei uns Menschen, wenn wir uns in einer fremden Umgebung unwohl fühlen.

    Die Bindung, die ein Hund zu seiner Familie hat, ist tief und emotional. Wir sind ihre Welt, ihr Rudel. Wenn wir nicht da sind, kann sich der Hund verloren und verunsichert fühlen.

    Es ist eine ganz natürliche Reaktion auf die Trennung von den Menschen und der Umgebung, die er liebt.

    Wie zeigt ein Hund das er Heimweh hat?

    Wenn wir über Heimweh bei Hunden sprechen, tauchen oft Bilder von traurigen, in einer Ecke kauernden Vierbeinern auf. Aber wie genau zeigt ein Hund eigentlich, dass er Heimweh hat?

    1. Der Hund frisst nicht: Eines der deutlichsten Anzeichen von Heimweh ist, wenn der Hund sein Futter verweigert. Normalerweise sind Hunde begeistert von ihren Mahlzeiten, aber in einer ungewohnten Umgebung, fern von ihrem gewohnten Zuhause, können sie das Interesse am Essen verlieren. Dies kann aufgrund von Angst, Stress oder Unsicherheit passieren.

    2. Viel Jammern und Winseln: Ein heimwehkranker Hund neigt dazu, mehr zu jammern oder zu winseln. Dies ist eine Art der Kommunikation, durch die Hunde ihren Unmut oder ihre Besorgnis ausdrücken. Häufig liegt der Hund dabei in einer unterwürfigen Haltung, mit gesenktem Kopf und Ohren.

    3. Desinteresse an Spiel und Aktivität: Ein Hund, der normalerweise spielfreudig ist, aber plötzlich kein Interesse an Spielzeugen oder Aktivitäten zeigt, könnte ebenfalls unter Heimweh leiden. Diese Verhaltensänderung ist ein guter Hinweis darauf, dass der Hund sich in seiner aktuellen Umgebung nicht wohl fühlt oder irgendetwas nicht stimmt.

    4. Hund macht sein Geschäft nicht: Ein weiteres Zeichen ist, dass der Hund sein Geschäft auf den Gassirunden nicht mehr macht. Dies ist besonders bei Hunden zu beobachten, die strikt an eine Routine und bestimmte Orte für ihre Bedürfnisse gewöhnt sind. In einer neuen Umgebung können sie verwirrt sein, wo und wann es angemessen ist, sich zu erleichtern.

    Illustration: Hund schläft unter dem Bett

    Wie unterscheidet man Heimweh von einer richtigen Krankheit?

    Jetzt sind diese Symptome recht generell und manchmal lässt sich nicht genau feststellen, ob der Hund einfach nur Heimweh hat oder es ernste Probleme einer Krankheit sind.

    Hier sind ein paar Tipps, wie du die beiden Fälle besser auseinander halten kannst:

    1. Beobachte die Symptome: Heimweh äußert sich oft in Verhaltensänderungen wie Appetitlosigkeit, Lethargie, übermäßiges Jammern oder Desinteresse an Spiel und Aktivität. Krankheiten hingegen sind regelmäßig mit körperlichen Symptomen wie Erbrechen, Durchfall, Husten, Niesen, Fieber oder offensichtliche Schmerzen verbunden. Wenn dein Hund körperliche Symptome zeigt, ist dies ein klarer Hinweis darauf, dass mehr als nur Heimweh im Spiel ist.

    2. Dauer und Kontext der Symptome: Heimweh ist oft situationsspezifisch und tritt auf, wenn der Hund in einer ungewohnten Umgebung ist oder von seinen Besitzern getrennt wurde. Krankheitssymptome sind hingegen unabhängig von der Umgebung und dauern in der Regel länger an. Wenn der Hund nach Rückkehr in seine gewohnte Umgebung immer noch dieselben Symptome zeigt, oder sich einfach nicht an seine neue Umgebung zu gewöhnen scheint, ist meist ebenfalls eher eine Krankheit im Spiel.

    3. Reaktion auf Veränderungen und Trost: Ein heimwehkranker Hund reagiert oft auf Trost und Beruhigung, besonders wenn ihm etwas Vertrautes geboten wird, zum Beispiel eine Decke die er von Zuhause kennt. Ein kranker Hund hingegen zeigt regelmäßig keine Verbesserung seines Zustandes durch Vertrautheit oder Beruhigung.

    4. Appetit und Trinkverhalten: Ein Hund mit Heimweh kann vorübergehend das Interesse am Essen verlieren, wird aber normalerweise weiterhin Wasser trinken. Ein kranker Hund hingegen verweigert oft sowohl das Essen als auch das Trinken

    Du bist dir trotzdem nicht sicher, was mit deinem Hund nicht stimmt? Dann ist es ratsam einen Tierarzt zu fragen. Inzwischen kannst du das sogar auch ganz einfach von Zuhause und ohne Termin in einer App machen!

    Was tun, wenn der Hund Heimweh hat?

    Was kann man jetzt also tun, wenn der Hund Heimweh hat und man ihm helfen möchte?

    1. Nähe und Trost: In neuen Umgebungen solltest du deinem Hund besonders in den ersten Tagen viel Aufmerksamkeit und Nähe bieten. Dies gibt ihm ein Gefühl der Sicherheit. Versuche, ihn nicht zu lange alleine in der neuen Umgebung zu lassen, da dies sein Heimweh verschlimmern könnte, da er sich dann schnell einsam und zurückgelassen fühlt.

    2. Sorge für Ablenkung: Es ist außerdem sinnvoll, den Hund beschäftigt zu halten. Das kann durch normales spielen und kuscheln sein, aber wenn der Hund darauf keine Lust hat kannst du mit ihm auch große Gassi Runden laufen. Beim erkunden der Umgebung ist dein Hund abgelenkt und vergisst schnell, dass er gerade gar nicht in seiner vertrauten Umgebung ist.

    3. Gib ihm etwas vertrautes: Hast du Sachen dabei, die dein Hund aus seiner alten Umgebung kennt? Sein Lieblingsspielzeug, eine bekannte Decke oder etwas das nach dir oder seiner Bezugsperson riecht? Diese Dinge können deinem Hund helfen sich in der neuen Situation wohler zu fühlen und ein bisschen seiner vertrauten Umgebung zurück zu bekommen.

    4. Geduld und Verständnis: Es ist wichtig, Geduld zu haben. Heimweh bei Hunden hält normalerweise nicht lange an und unsere Vierbeiner gewöhnen sich sehr schnell an neue Situationen. Mit der richtigen Pflege und Aufmerksamkeit kann sich dein Hund bereits innerhalb weniger Tage an neue Umgebungen gewöhnen und ist wieder ganz der Alte.

    So verhinderst du Heimweh beim Hund

    Zuerst einmal, so schwer es auch fällt, versuche, den Abschied kurz und bündig zu halten. Ein langes, emotionales Abschiednehmen kann deinen Hund nur unnötig beunruhigen.

    Er spürt deine Emotionen und reagiert darauf. Ein ruhiger, entspannter Abschied sendet deinem Hund die Botschaft, dass alles in Ordnung ist. Sag ihm einfach, dass er brav sein soll und dass du bald zurück sein wirst.

    Ein weiterer Tipp ist, ihm etwas Vertrautes mitzugeben. Das kann sein Lieblingsbett, sein bevorzugtes Spielzeug, Leckerlis oder sogar ein Stück deiner getragenen Kleidung sein.

    Diese Gegenstände tragen deinen Geruch und bieten deinem Hund einen Hauch von Zuhause, was ihm helfen kann, sich in der neuen Umgebung entspannter zu fühlen.

    Denke daran, dass Hunde sehr gute Nasen haben und dein Geruch kann ein starker Beruhigungsfaktor für deinen Vierbeiner sein.

    Wenn ein Freund oder Verwandter auf deinen Hund aufpasst, kann es hilfreich sein, gelegentlich anzurufen und mit dem Hund zu sprechen.

    Selbst wenn es so scheint, als würde der Hund nicht verstehen, was vor sich geht, kann das Hören deiner Stimme beruhigend wirken.

    Diese Tipps sind zwar keine Garantie, dass dein Hund kein Heimweh bekommt, sollten die Symptome und das Unbehagen jedoch auf ein Minimum reduzieren.

    FAQ

    Kann ein Hund Heimweh haben?

    Ja, Hunde können tatsächlich Heimweh haben. Wenn sie von ihrer gewohnten Umgebung und ihren Bezugspersonen getrennt sind, können sie sich unwohl fühlen. Dies zeigt sich oft durch Verhaltensänderungen wie Unruhe, Appetitlosigkeit oder vermehrtes Winseln und Bellen.

    Woran erkenne ich, dass mein Hund Heimweh hat?

    Heimweh bei Hunden erkennst du an Verhaltensänderungen wie Unruhe, Appetitlosigkeit, vermehrtes Jaulen oder Winseln. Manche Hunde zeigen auch ungewöhnliches Verhalten wie übermäßiges Lecken oder verstecken sich.

    Was kann ich tun wenn mein Hund Heimweh hat?

    Wenn dein Hund Heimweh hat, kannst du ihm vertraute Gegenstände wie sein Lieblingsspielzeug oder seine Decke mitgeben. Außerdem hilft es, eine Routine beizubehalten und ihm viel Aufmerksamkeit und Liebe zu schenken. Beruhigende Worte und Streicheleinheiten können auch sehr hilfreich sein.

    Hilft es, wenn ich meinen Hund mit in den Urlaub nehme?

    Es ist definitiv hilfreich deinen Hund mit in den Urlaub nehmen. Dadurch ist er nicht getrennt von dir. In einer ungewohnten Umgebung kann jedoch trotzdem Heimweh entstehen. Außerdem sind nicht alle Orte oder Reisemöglichkeiten hundefreundlich. Achte also darauf, das das Urlaubsziel auch zu deinem Hund passt.