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Warum leckt der Hund meine Hand beim Streicheln? | 6 Gründe

    Hund leckt Hand von Besitzerin beim Streicheln

    Warum leckt dein Hund deine Hand wenn du ihn streichelst? Dieses Verhalten hat viele Auslöser, die wir uns genauer anschauen werden!

    6 Gründe warum dein Hund die Hand beim Streicheln leckt

    1. Animation damit du weiter streichelst

    Der mit Abstand häufigste Grund, warum dich dein Hund beim streicheln ableckt ist, dass er will, dass du weiter machst!

    Stell dir vor ich liege mit meinem Hund auf der Couch während ich ihn streichle. Während ich ihn sanft hinter den Ohren kraule, bemerke ich, wie er ruhiger wird und seine Augen halb geschlossen sind, ein Zeichen tiefer Entspannung.

    Doch dann, als meine Handbewegungen langsamer werden und ich anfange, mich anderen Dingen zuzuwenden, passiert es: Mein Hund leckt über meine Hand. Warum macht er das?

    Es ist eine faszinierende Beobachtung, die ich schon oft gemacht habe. Es scheint, als hätte mein Hund eine Art stillen Pakt mit mir geschlossen, den ich nicht einmal bewusst wahrgenommen habe.

    Wenn er meine Hand leckt, ziehe ich sie reflexartig kurz zurück, vielleicht mit einem leichten Tadel, dass er das doch nicht tun solle.

    Aber genau in diesem Moment passiert etwas Interessantes: Fast automatisch beginne ich, ihn wieder zu streicheln.

    Es ist, als hätte mein Hund genau verstanden, wie er mich dazu bringt, die Streicheleinheiten fortzusetzen.

    Er hat gelernt, dass dieses kleine Lecken meiner Hand eine fast sichere Methode ist, um meine Aufmerksamkeit zurückzugewinnen und das angenehme Gefühl des Gekraultwerdens zu verlängern.

    Dieser Prozess ist so subtil, dass er mir oft passiert, ohne dass ich bewusst darüber nachdenke.

    Hunde beobachten uns genau und lernen aus unseren Reaktionen. In diesem Fall hat mein Vierbeiner eben herausgefunden, dass das Lecken meiner Hand eine effektive Methode ist, um das zu bekommen, was er möchte: mehr Streicheleinheiten.

    Es ist ein kleines, aber bedeutendes Beispiel dafür, wie Hunde menschliches Verhalten deuten und darauf reagieren. Sie sind Meister darin, unsere Gewohnheiten zu erkennen und zu nutzen, oft auf eine Weise, die wir kaum bemerken.

    So wird das Lecken meiner Hand, obwohl es vielleicht nicht das beabsichtigte Ergebnis hat, zu einem cleveren Werkzeug in der Pfote meines Hundes, um das zu bekommen, was er am meisten liebt: meine ungeteilte Aufmerksamkeit und Zuneigung.

    2. Hund zeigt seine Zuneigung

    Denk mal an die Momente, in denen sich dein Hund vollkommen entspannt fühlt, sich sicher und geliebt in deiner Gegenwart. In solchen Momenten kommt seine Zuneigung besonders zum Vorschein.

    Es ist, als würde er sagen: „Ich fühle mich wohl bei dir, ich vertraue dir.“ Dieses Vertrauen und die damit verbundene Zuneigung werden oft durch Lecken ausgedrückt.

    Es ist seine Art zu kommunizieren, seine Liebe und Dankbarkeit zu zeigen.

    Manchmal kann es sogar zu einem sanften Knabbern an deiner Hand kommen. Dieses Verhalten könnte man fast mit dem Kuscheln oder sanften Spielereien zwischen Welpen vergleichen.

    Es ist ein weiterer, sehr direkter Weg, um Zuneigung auszudrücken, fast so, als würde dein Hund versuchen, eine noch tiefere Verbindung mit dir herzustellen.

    Dazu kommt, dass dieses Lecken und sanfte Knabbern beim Kraulen auch ein Zeichen der Vertrautheit und Hingabe ist.

    Es symbolisiert eine tiefe emotionale Bindung, ein Gefühl von Sicherheit und das Bedürfnis, Nähe zu zeigen und zu empfinden. In der Hundewelt ist dies eine gängige Form der Kommunikation.

    Hunde zeigen ihre Zuneigung zueinander oft durch gegenseitiges Lecken oder Knabbern, insbesondere an leicht zugänglichen Stellen wie Ohren oder Maul.

    Auch wenn dieses Verhalten teilweise hygienischen Zwecken dient, steckt doch eindeutig ein Element der Zuneigung dahinter.

    Mann Hund Frau sitzen mit Hund auf der Couch, Zeichnung

    3. Deine Hand riecht gut

    Wenn wir über das Verhalten unserer Hunde nachdenken, speziell warum sie uns beim Streicheln ablecken, dürfen wir einen entscheidenden Punkt nicht übersehen: Unsere Hände riechen oft interessant für unsere Vierbeiner.

    Hunde haben eine außergewöhnlich feine Nase und ihre Fähigkeit Gerüche wahrzunehmen, ist um ein Vielfaches stärker als unsere.

    Stell dir vor, du hast gerade gekocht oder etwas gegessen, vielleicht hast du eine Mahlzeit mit reichhaltigen Aromen zubereitet, oder du hast genüsslich einen Apfel gegessen. Die Reste dieser Gerüche bleiben an deinen Händen haften, auch wenn du sie nicht mehr wahrnimmst.

    Dann kommst du dazu, deinen Hund zu streicheln, und plötzlich wird er von diesen Düften angelockt. Für ihn sind deine Hände nicht einfach nur Hände; sie sind Träger von spannenden, verlockenden Gerüchen.

    Oder nehmen wir ein anderes Beispiel: Du hast gerade deine Hände gewaschen, vielleicht mit einer duftenden Seife. Für uns Menschen mag der Geruch frisch und sauber sein, aber für deinen Hund? Es ist ein neues, unbekanntes Aroma, das erforscht werden muss.

    Hunde sind von Natur aus neugierig und nutzen ihren Geruchssinn, um die Welt um sie herum zu erkunden.

    Wenn sie einen neuen oder interessanten Geruch wahrnehmen, ist ihre erste Reaktion oft, ihn näher zu untersuchen.

    Daher kann es sein, dass dein Hund deine Hand leckt, weil sie einfach gut riecht – zumindest aus seiner Perspektive. Er will „probieren“, was da so interessant duftet.

    Für ihn ist es eine Art der Erkundung, eine Möglichkeit, mehr über seine Umgebung und über dich zu erfahren. Deine Hand wird so zu einem Tor in eine Welt voller spannender Düfte.

    Es ist wichtig zu verstehen, dass dein Hund dabei nicht unbedingt unterscheidet, ob dieses Verhalten für dich angenehm ist oder nicht.

    In seiner Welt ist das Ablecken eine natürliche Reaktion auf einen interessanten Geruch. Er hat gelernt, dass ihm in der Regel nichts Schlimmes passiert, wenn er dich ableckt, also sieht er keinen Grund, es nicht zu tun.

    4. Lecken als Kommunikationsmittel

    Wenn dein Hund dich leckt, passiert in seinem Körper eine richtige kleine Hormonparty. Endorphine werden freigesetzt, und das ist wie ein natürlicher Rausch für ihn.

    Dieses Glücksgefühl verstärkt sein Leckverhalten noch mehr. Es ist, als würde er sagen: „Hey, ich bin so glücklich, dass du da bist!“

    Aber das Lecken ist nicht nur ein Zeichen von Freude. Es ist eine vielschichtige Kommunikationsform.

    Wenn mein Hund zum Beispiel nervös oder aufgeregt ist, merke ich das sofort an seinem Leckverhalten. Es wird hektischer, fast so, als würde er versuchen, mir zu sagen: „Ich bin gerade ein bisschen überfordert mit allem.“

    Es ist wichtig, auf die Körpersprache deines Hundes zu achten, während er leckt. Ein freudig wedelnder Schwanz begleitet oft das freudige Lecken. Vielleicht hast du ja gerade das magische Wort „Gassi?“ ausgesprochen.

    Aber es gibt auch andere Signale. Wenn mein Hund beim Lecken jammert, seinen Schwanz einzieht oder anderweitig Stress zeigt, weiß ich, dass etwas nicht stimmt.

    Dann ist es an mir, herauszufinden, was ihn bedrückt und wie ich ihm helfen kann.

    Zeichnung: Hund liegt mit überkreuzten Pfoten Zuhause

    5. Der Hund macht dich „sauber“

    Wenn Hündinnen ihre Welpen bekommen, ist eines der ersten Dinge, die sie tun, sie abzulecken, um sie sauber zu halten. Dieses Putzverhalten bleibt ein Leben lang bestehen.

    Hunde putzen sich selbst, lecken sich nach dem Toilettengang oder eben auch mal uns Menschen. Stell dir das wie eine liebevolle Geste vor: „Ich mag dich, also mach ich dich auch sauber!“

    Aber es gibt da noch eine Sache, die man im Auge behalten sollte: übermäßiges Lecken. Das ist nämlich nicht immer ein Zeichen von Zuneigung oder dem Versuch, etwas sauber zu machen. Manchmal ist es ein Hinweis auf gesundheitliche Probleme.

    Mein Hund zum Beispiel leckt sich wie verrückt die Pfoten, wenn er eine allergische Reaktion hat. Das Lecken lindert den Juckreiz, aber es ist natürlich keine Dauerlösung.

    Und wenn dein Hund ständig an seinem Hinterteil leckt, könnte das ein Zeichen dafür sein, dass er Reizungen hat oder dass seine Analdrüsen ausgedrückt werden müssen.

    Nicht gerade ein appetitlicher Gedanke, aber es ist wichtig, darauf zu achten.

    Also, wenn dein Hund das nächste Mal deine Hand ableckt, während du ihn streichelst, könnte es sein, dass er einfach nur seine Rolle als felliger Putzmeister ernst nimmt.

    Es ist seine Art zu zeigen, dass er sich um dich kümmert – auch wenn es manchmal ein bisschen ungewöhnlich erscheinen mag.

    6. Du hast eine Verletzung an der Hand

    In der Welt der Hunde ist das Lecken mehr als nur eine Geste der Zuneigung oder ein Zeichen von Neugier – es ist auch eine instinktive Handlung, die mit Fürsorge und Heilung verbunden ist.

    Wenn Hunde sich verletzen oder Schmerzen haben, ist es ganz natürlich für sie, die betroffene Stelle zu lecken.

    Ob es sich um einen kleinen Schnitt an der Pfote handelt oder um einen Bienenstich, den sie beim Herumtollen auf der Wiese erlitten haben, ihr erster Instinkt ist es, die Wunde zu lecken.

    Dieses Verhalten ist nicht nur ein Versuch, den Schmerz zu lindern, sondern hat auch eine heilende Wirkung.

    Im Speichel eines Hundes befinden sich Enzyme, die antibakteriell wirken können. Durch das Lecken der Wunde werden nicht nur Bakterien bekämpft, sondern auch Schmutz und Fremdkörper entfernt.

    Dieser natürliche Reinigungsprozess ist ein Teil der instinktiven Selbstfürsorge, die Hunde seit Jahrtausenden praktizieren.

    Wenn nun dein Hund bemerkt, dass du eine Verletzung an der Hand hast, sei es ein Schnitt, eine Schramme oder eine andere kleine Wunde, wird sein natürlicher Instinkt ihn dazu veranlassen, auch diese Stelle zu lecken.

    In seiner Welt versucht er, dir die gleiche Fürsorge und Heilung zukommen zu lassen, die er sich selbst geben würde.

    So rührend diese Geste auch sein mag, es ist wichtig zu verstehen, dass sie für Menschen nicht unbedingt vorteilhaft ist.

    Während der Speichel des Hundes antibakterielle Eigenschaften haben kann, enthält er auch Bakterien und andere Mikroorganismen, die für Menschen schädlich sein können.

    Krankheitserreger wie Darmparasiten des Hundes könnten durch das Ablecken einer Wunde auf den Menschen übertragen werden.

    Daher, auch wenn es eine liebevolle und fürsorgliche Geste ist, sollte man es vermeiden, dass Hunde menschliche Wunden lecken.

    Ist es ein Problem, wenn mich der Hund während dem Streicheln ableckt?

    Nachdem wir jetzt wissen, warum der Hund über deine Hand leckt stellt sich natürlich die Frage, ob dieses Verhalten problematisch ist.

    In der Regel ist es kein Problem, wenn dir der Hund beim Streicheln über die Hand leckt. Hunde zeigen auf diese Weise oft ihre Liebe und Zuneigung oder wissen, dass dieses Verhalten eine spezielle Reaktion bei uns auslöst.

    Aber eines solltest du im Hinterkopf behalten: Hygiene. Es ist eben nicht gerade das Hygienischste, von einem Hund abgeleckt zu werden. Denk nur an all die Dinge, die er den Tag über so beschnuppert und beleckt hat.

    Also, ein kleiner Tipp von mir: Wasche immer deine Hände nach einer solchen Kuscheleinheit, denn sonst kann das Ablecken tatsächlich zu gesundheitlichen Problemen führen… Nur eben bei dir und nicht deinem Hund.

    Wenn dich das Ablecken stört, ist das natürlich völlig in Ordnung. Jeder hat da seine eigenen Grenzen. Aber wenn es dich nicht stört, genieße einfach die Liebe, die dein Hund dir auf seine ganz eigene, feuchte Art zeigt.

    Zusammenfassend kann man sagen, dass das Ablecken durch deinen Hund meistens harmlos und ein Ausdruck seiner Zuneigung ist. Solange du auf Hygiene achtest, gibt es keinen Grund, sich Sorgen zu machen oder dieses Verhalten abzutrainieren.

    Wie bringt man seinen Hund dazu, die Hand beim Streicheln nicht abzulecken?

    Natürlich findet es nicht jeder toll, beim Streicheln von seinem Hund abgeleckt zu werden. Daher sind hier ein paar Tipps, wie du das Verhalten reduzieren und unterbinden kannst:

    • Zum einen ist es sehr wichtig, konsequent bei diesem Verhalten zu handeln. Wenn dein Hund beginnt, deine Hand zu lecken, ist es wichtig, dass du jedes Mal gleich reagierst. Ziehe deine Hand weg. Das ist ein klares Signal an deinen Hund, dass Lecken nicht der Weg zu mehr Streicheleinheiten ist.
    • Nachdem du deine Hand weggezogen hast, warte einen Moment, bis dein Hund aufhört zu lecken. Erst dann solltest du wieder mit dem Streicheln beginnen. Dies lehrt ihn, dass das Aufhören mit dem Lecken zu positiven Ergebnissen führt – nämlich mehr Streicheleinheiten.
    • Es ist wichtig, dass du darauf achtest, den Hund nicht direkt nach dem Lecken zu streicheln, da er sonst lernen könnte, dass Lecken eine Form ist, um Aufmerksamkeit und Zuneigung zu erlangen.
    • Zusätzlich kann das Einüben eines Signalwortes wie „Nein“ hilfreich sein. Jedes Mal, wenn du „Nein“ sagst, ziehe deine Hand weg. Dein Hund wird bald lernen, dass dieses Wort bedeutet, dass er aufhören soll zu lecken. Dabei ist es wichtig, dass das Signalwort konsequent verwendet wird und immer die gleiche Reaktion von dir folgt. So versteht dein Hund schnell, dass Lecken nicht der Weg ist, um das zu bekommen, was er möchte.