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Hund rennt immer zur Tür: Das kannst du tun [3 Trainingsideen]

    Hund liegt vor der Wohnungstür und wartet

    Du hast also einen quirligen Vierbeiner, der jedes Mal, wenn sich die Tür öffnet, nach draußen flitzen will? Ja, das kenne ich. Das Phänomen ist gar nicht so selten.

    Wenn Hunde unbeaufsichtigt nach draußen stürmen, kann das gefährlich werden. Sie könnten sich verlaufen, von einem Auto erfasst werden oder sich mit anderen Tieren oder Menschen anlegen. Also, was tun?

    Zunächst mal: Keine Panik. Wie bei den meisten Dingen im Leben gibt es auch hier eine Lösung, die wir dem Hund antrainieren können. Das Ziel? Dem Vierbeiner andere Verhaltensweisen beizubringen, damit er nicht bei jeder Gelegenheit vor die Tür sprintet.

    Zwischenlösungen

    Jetzt fragst du dich sicher: „Und was mache ich bis dahin?“ Gute Frage! Es gibt nützliche Hilfsmittel, um deinen Hund vorläufig sicher zu halten. Eine einfache Methode ist, deinen Hund an die Leine zu nehmen, bevor du die Tür öffnest.

    Ob Besuch kommt oder ein Paket geliefert wird, so hat dein Hund keine Chance, plötzlich abzuhauen. Auch Babygitter oder mobile Übungszäune können als Barriere vor der Tür fungieren. Für manche Hundebesitzer könnte das sogar die langfristige Lösung sein.

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    Aber das Allerbeste ist immer noch, deinem Hund durch regelmäßiges Training beizubringen, nicht an der Tür zu lauern. Nutze jede Chance, die du bekommst, um an diesem Verhalten zu arbeiten. Schaffe Trainingsmöglichkeiten, bei denen du dich voll und ganz auf deinen Hund konzentrieren kannst.

    Und vergiss nicht: Es ist völlig in Ordnung, Hilfsmittel wie Babygitter, geschlossene Türen oder Leinen zu nutzen. Sicherheit geht immer vor!

    3 Trainingsmöglichkeiten, wenn der Hund durch die Tür rennt

    Möglichkeit 1 – Türtraining

    Wenn es Zeit für den Spaziergang ist und dein Hund schon vor Aufregung hibbelt, gibt es einige einfache Schritte, um deinem Hund beizubringen, höflich und geduldig zu warten und nicht als Erster durch die Tür zu rennen.

    Schritt 1: Zunächst leinst du deinen Hund im Haus an. Zeig ihm, dass du die Schlüssel und andere Dinge für den Ausgang nimmst. Das wird bei vielen Hunden ein Trigger sein, wodurch sie verstehen, dass es gleich los geht. Verstärke positives Verhalten mit Lob und Leckerli, wenn er ruhig bei dir bleibt. Zieht dein Hund oder zeigt unerwünschtes Verhalten, brichst du den Vorgang ab und ihr geht doch nicht los. Dadurch lernt dein Vierbeiner, dass nur das gewünschte Verhalten zum Ziel führt.

    Schritt 2: Fordere deinen Hund auf, sich hinzusetzen oder hinzulegen wenn ihr an der Tür seid. Lob ihn und gib ihm ein Leckerli, wenn er brav bleibt, während du zur Tür gehst. Der Fokus liegt darauf, dass dein Hund ruhig neben dir bleibt. Springt er auf, setze ihn einfach wieder in die Sitz- oder Liegeposition.

    Schritt 3: Sobald er konsequent in seiner Position bleibt, während du dich zur Tür bewegst, kannst du beginnen, die Tür zu öffnen. Während du dies tust, lobe und belohne deinen Hund, sofern er weiterhin ruhig bleibt. Danach schließt du sofort die Tür, lobst ihn erneut und gibst ihm ein weiteres Leckerli.

    Schritt 4: Nun, da dein Hund ruhig bleibt, während die Tür geöffnet wird, kannst du durch die Tür treten. Während du durch die Tür gehst, gib deinem Hund ein Leckerli. Dann kehre ins Haus zurück, schließe die Tür und belohne deinen Hund erneut.

    Schritt 5: Zu diesem Zeitpunkt sollte dein Hund bereits gelernt haben, geduldig zu warten, bis du die Tür öffnest und hindurchgehst. Jetzt könnt ihr beide den lang ersehnten Spaziergang antreten. Lobe und belohne deinen Hund, wenn du ihm das Halsband anlegst, die Tür öffnest und hindurchgehst. Anstatt jedoch zurückzukehren, gibst du ihm das Signal, dir zu folgen. Lobe und belohne ihn, wenn er geduldig durch die Tür kommt und zu dir tritt.

    Möglichkeit 2 – Platz Training bei Türklingel

    Da klingelt es an der Tür, und ehe du dich versiehst, schießt dein Hund in Richtung Eingang. Das ist ein häufiges Verhalten bei vielen Hunden, wenn die Türklingel ertönt.

    Doch keine Sorge, es gibt Möglichkeiten, das zu ändern, indem wir das sogenannte „Platz-Training“ nutzen.

    Anstatt zuzulassen, dass dein Hund jedes Mal aufspringt, wenn es klingelt, kannst du ihm beibringen, an einen bestimmten Platz in deinem Haus zu gehen, wie z.B. sein Hundebett.

    Schritt 1: Halte Leckerli bereit. Du kannst jemanden bitten, die Türklingel zu betätigen oder klopfen zu lassen. Alternativ gibt es auch Apps, die Türklingelgeräusche abspielen. Wenn dein Hund auf das Geräusch reagiert, zeig ihm ein Leckerli und locke ihn damit zu seinem Bett. Lass ihn sich hinlegen und gib, falls er das Kommando „Bleib“ kennt, dieses Kommando.

    Schritt 2: Während dein Hund auf seinem Bett bleibt, lob ihn und werf ihm ab und zu ein Leckerli zu. Falls er das Bett verlässt, bring ihn ruhig und bestimmt zurück und setze die Belohnungen fort, solange er brav bleibt.

    Schritt 3: Wenn dein Hund das Prinzip verstanden hat, kannst du den nächsten Schritt wagen: Gehe zur Tür und begrüße deine Besucher oder nimm deine Lieferung entgegen, während dein Hund auf seinem Bett bleibt. Lob ihn weiterhin und, wenn es geht, belohne ihn mit Leckerlis, solange er auf seinem Platz bleibt.

    Schritt 4: Nachdem du an der Tür fertig bist, kehre zu deinem Hund zurück. Lob ihn ausgiebig, gib ihm ein Leckerli und dann das Freigabekommando (Bei uns ist das „Geh“).

    Schritt 5: Mit der Zeit wird dein Hund lernen, dass die Türklingel für ihn das Signal ist, auf sein Bett zu gehen. Und das ganz ohne Leckerli-Lockmittel! Aber vergiss nicht, ihn weiterhin zu loben und zu belohnen, wenn er brav auf seinem Platz bleibt, während du zur Tür gehst. Dadurch hat dein Hund weiterhin Erfolgserlebnisse und wird das Verhalten somit auch langfristig beibehalten.

    Zeichnung: Hund liegt im Hundebett

    Möglichkeit 3 – Wartebereich

    Ähnlich wie Möglichkeit 2 trainiert man hier seinen Hund darauf, beim ertönen der Türklingel (oder eines anderen Triggers) eine bestimmte Handlung auszuführen.

    Das kann alles mögliche sein, ich gebe dir hier jetzt das Beispiel, dass der Hund einen bestimmten Wartebereich hat, indem er stehen und abwarten muss was passiert und nicht zur Tür rennen darf.

    Schritt 1: Überlege dir zuerst, welcher Bereich in deinem Zuhause am besten dafür geeignet ist, deinen Hund hinzuschicken, wenn jemand an der Tür klingelt. Idealerweise sollte dieser Ort weit genug von der Eingangstür entfernt sein. Ein Schlafzimmer, eine Transportbox oder sogar ein kleiner Abstellraum kann hierfür perfekt sein.

    Je nach Rasse kannst du überlegen, ob dein Hund einen Blick auf die Tür haben darf oder nicht. Territoriale Rassen mit starkem Schutztrieb profitieren hiervon eher nicht, aber besonders Hunde die sehr sozial sind finden es sicher spannend, den Besucher wenigstens aus der Distanz sehen zu können.

    Schritt 2: Du brauchst nun jemanden, der die Türklingel betätigt oder ein Gerät, das das Geräusch der Türklingel nachahmt. Sobald das Geräusch ertönt, nimm ein Leckerli zur Hand, um die Aufmerksamkeit deines Hundes zu gewinnen. Lauf dann schnell in den vorher bestimmten Raum. Dort angekommen, lob deinen Hund ausgiebig und gib ihm das Leckerli. Sichere dann den Raum oder gib einen Befehl, sodass dein Hund dort bleibt, und geh zurück zur Tür.

    Schritt 3: Wiederhole den zweiten Schritt mehrmals. Gib deinem Hund jedes Mal ein Leckerli oder sogar ein länger haltbaren Kauartikel oder Spielzeug, wenn er im Wartebereich ankommt. Das wird ihn beschäftigen, während du die Tür öffnest.

    Schritt 4: Je öfter du das Ganze übst, desto mehr wird sich der Vorgang bei deinem Hund einprägen. Sorge dafür, dass die Leckerlis oder Spielzeug immer griffbereit sind, sodass du deinen Hund sofort belohnen kannst, wenn er weg von der Tür läuft.

    Schritt 5: Nach einiger Zeit wird dein Hund den Klang der Türklingel mit dem Laufen zum Wartebereich und der anschließenden Belohnung verknüpfen. Das Ziel ist es, dass er schließlich sogar ohne deine Hilfe in den Raum läuft.

    Dieser Prozess lehrt nicht nur deinem Hund, nicht an der Tür zu lauern, sondern fördert auch seine generellen Gehorsamkeitsfähigkeiten.

    Wenn dein Hund bereits einige Befehle wie „Platz“, „Bleib“, „Sitz“ oder „Liegen“ kennt, wird es umso einfacher sein, ihm diese neue Fähigkeit beizubringen

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    Voraussetzungen deines Hundes

    Das Training eines Hundes nicht zur Tür zu rennen ist durchaus schwierig, denn es erfordert ein hohes Maß an Impulskontrolle. Aber lass dich nicht entmutigen!

    Wenn du mit soliden Grundlagen beginnst und darauf aufbaust, kannst du deinem vierbeinigen Freund beibringen, selbst in aufregenden Situationen ruhig zu bleiben.

    Zunächst einmal, bevor du in komplexere Übungen einsteigst, muss sichergestellt werden, dass dein Hund die Basiskommandos wie „Sitz“ und „Bleib“ zuverlässig beherrscht. Warum?

    Das Verlangen, zur Tür zu rennen, wenn es klingelt oder wenn jemand klopft, ist für deinen Hund ein natürlicher Instinkt. Es ist, als würde man versuchen, einem Kind zu sagen, es soll ruhig sitzen bleiben, wenn draußen das Eiswagenlied gespielt wird. Das braucht Disziplin!

    Nachdem dein Hund diese Grundkommandos sicher beherrscht, kannst du dazu übergehen, diese eher schwierigen Türtrainings-Übungen zu machen. Lass es an der Tür klingeln oder klopfen und gib ihm sofort das Kommando „Sitz“ und „Bleib“. Belohne ihn, wenn er erfolgreich widersteht und ruhig bleibt.

    Achte außerdem darauf die Trainingseinheiten kurz und positiv zu halten. Belohne deinen Hund üppig für jeden kleinen Erfolg. Mit der Zeit und stetiger Übung wird er lernen, seine Impulse zu kontrollieren und nicht sofort zur Tür zu stürmen.

    FAQ

    Warum rennt mein Hund immer zur Tür?

    Hunde reagieren oft instinktiv auf Geräusche oder Bewegungen. Es kann sein, dass dein Hund neugierig ist oder sein Territorium verteidigen möchte. Manchmal suchen sie auch nach Aufmerksamkeit oder freuen sich über ankommende Gäste.

    Was kann ich tun, um das Verhalten zu unterbinden?

    Du kannst deinem Hund beibringen, auf Kommando an einem bestimmten Ort zu bleiben. Starte mit einem klaren „Bleib“-Befehl und belohne ihn, wenn er nicht zur Tür rennt. Mit Konsequenz und Geduld lässt sich dieses Verhalten ändern.

    Sollte ich meinen Hund bestrafen?

    Bestrafung ist selten effektiv und kann das Problem verschlimmern. Stattdessen solltest du positives Verhalten belohnen und negatives Verhalten ignorieren. Konzentriere dich auf Training und positive Verstärkung.

    Kann ich vorbeugende Maßnahmen ergreifen?

    Ja, es gibt die Möglichkeit für vorbeugende Maßnahmen. Du kannst deinen Hund z.B. auch drinnen anleinen oder ein Babygitter vor die Tür stellen, damit dein Hund nicht nach draußen kann. Dies sind jedoch eher Übergangslösungen und können langfristiges Training nicht ersetzen.

    Was, wenn mein Hund bellt und zur Tür rennt?

    Versuche, die Ursache des Bellens zu identifizieren. Wenn es ein bestimmtes Geräusch oder eine Bewegung ist, kannst du gezieltes Training nutzen, um deinem Hund beizubringen, ruhig zu bleiben. Belohne ihn, wenn er trotz Ablenkung ruhig bleibt.