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Hund soll nichts vom Boden fressen | 3 Trainingsmöglichkeiten

    Frau mit dreckigem Hund in der Stadt

    Du bist draußen unterwegs und dein Hund ist ein kleiner Staubsauger der alles vom Boden frisst. Als Hundebesitzer hat man natürlich Angst vor Magenverstimmungen, Verdorbenem oder im schlimmsten Fall sogar Giftköder.

    Daher sind hier ein paar Trainingstipps, wie du es schaffst, dass dein Hund nichts mehr vom Boden frisst.

    Trainiere mit sozialer Kommunikation

    Das Ziel ist, dass dein Hund versteht, warum er bestimmte Dinge nicht tun darf. Es geht nicht nur darum, ihm blind zu befehlen, sondern ihm die Logik hinter deinem „Nein“ zu vermitteln. Denn versteht dein Hund einfach nur das Nein, weiß aber nicht warum, dann wirst du es in jeder Situation neu anwenden müssen.

    Versteht aber dein Hund, welches Verhalten du von ihm erwartest kann er selbstständig entscheiden, was er tun und lassen soll. So musst du nicht bei jedem Spaziergang jeden Krümel auf dem Boden im Auge behalten.

    Beginne daher mit der Kommunikation auf einer Ebene, die dein Hund versteht. Jede Hunderasse ist anders – ein Rottweiler benötigt eine andere Ansprache als ein Border Collie. Wichtig ist, die richtige Intensität zu finden. Du willst weder zu lasch sein, noch deinen Hund erschrecken.

    Starte mit geringer Intensität und steigere sie nach Bedarf. Übertreibe es nicht gleich am Anfang. Es ist besser, die Übung ein paar Mal zu wiederholen, als deinen Hund zu verschrecken. Ziel ist, dass dein Hund in die soziale Kommunikation einsteigt und versteht, was du von ihm möchtest.

    Belohne deinen Hund, wenn er das gewünschte Verhalten zeigt, etwa wenn er einen Bogen um das Essen auf dem Boden macht. Diese Belohnungen verstärken sein Verständnis dafür, was erlaubt ist und was nicht.

    English Springer Spaniel im herbstlichen Wald

    So verhinderst du das der Hund Sachen auf der Straße frisst

    Möglichkeit #1: Hund abdrängen

    Du stehst also da, die Leine deines Hundes fest in der Hand, und vor euch auf dem Gehweg liegt verlockend ein Stück Wurst. Dein Hund würde die jetzt super gerne in seinen Magen befördern – eine typische Situation, nicht wahr?

    Wir starten mit einer Leine, die am Anfang kurz gehalten und dann nach und nach länger wird. Ziel ist es natürlich, dass dein Hund das Verhalten auch ohne Leine zeigt.

    Der Trick ist, den Hund sanft wegzudrängen, wenn er sich dem Fundstück nähert. Die Intensität musst je je nach dem welche Hund du hast anpassen, ohne dass es negativ aufgefasst wird.

    Ziel ist es hierbei, die Aufmerksamkeit deines Hundes weg von der Wurst und auf dich zu lenken. Gleichzeitig machst du ihm durch das wegschubsen deutlich, dass du überhaupt nicht willst, dass er Wurst oder irgendetwas anderes vom Boden frisst.

    Manchmal reicht es, deinen Oberkörper leicht in Richtung des Hundes zu drehen. In anderen Fällen könnte ein klares Handklatschen auf den Oberschenkel nötig sein. Oder du drehst dich ganz um und drängst den Hund ein wenig zurück, indem du ein paar Schritte auf ihn zugehst.

    Das Wichtigste dabei ist, das Verhalten deines Hundes zu beobachten und entsprechend anzupassen. Jeder Hund reagiert anders, und es geht darum, eine individuelle Herangehensweise zu finden.

    Nachdem ihr dann aber an der Wurst vorbei seid darf natürlich gerade am Anfang die Belohnung nicht fehlen. Gib deinem Hund etwas zu fressen, um ihn für seine Aufmerksamkeit zu belohnen. So verknüpft er positive Erlebnisse mit dem Wegbleiben von der Wurst.

    Am Anfang des Trainings kannst du deinen Hund häufig belohnen, um das gewünschte Verhalten zu festigen. Mit der Zeit kannst du dann die Belohnungen reduzieren, bis dein Hund das Verhalten ganz von allein zeigt. Das Ziel ist, dass dein Hund lernt, dass es sich mehr lohnt, auf dich zu achten als auf das, was auf der Straße liegt.

    Beim weiteren Training wirst du merken, wie dein Hund immer öfter den Blickkontakt zu dir sucht. Das ist genau das, was du erreichen willst. Belohne ihn dafür, dass er den Bogen um die Wurst macht und stattdessen zu dir kommt. Dein Hund lernt schnell, dass es sich auszahlt, dir seine Aufmerksamkeit zu schenken.

    Natürlich erwartet dein Hund anfangs immer eine Belohnung. Aber mit der Zeit wird das Interesse an Straßenfunden nachlassen und du kannst die Belohnungen schrittweise reduzieren.

    Bald wirst du feststellen, dass dein Hund auch ohne die Aussicht auf ein Leckerli brav bei dir bleibt und das, was auf der Straße liegt, ignoriert.

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    Möglichkeit #2: Das Fressen „selbst beanspruchen“

    Du kannst bei dieser Trainingsmethode auch wieder etwas Futter oder Leckerli auslegen um zu üben. Natürlich wird dein Hund gleich darauf aufmerksam und möchte es fressen.

    Aber hier kommt der Clou: Du beanspruchst das Futter für dich – ja, auch wenn du das gar nicht selbst haben möchtest. Stell dir vor, wie ein Hund in einem Rudel das machen würde und als Alpha das Futter von rangniederen Mitgliedern verteidigt.

    Du stellst dich so hin, dass du eingreifen kannst, und hältst deinen Hund körpersprachlich auf. Wenn er sehr hartnäckig ist, berührst du ihn leicht und signalisierst ihm so, dass das Futter dir gehört.

    Das Interessante dabei ist, dass du vielleicht ein oder zwei Wiederholungen brauchst, bis dein Hund versteht. Wenn er drum herum geht, belohnst du ihn. Du wirst merken, dass dein Hund einen Bogen um das Futter macht, das zeigt, dass er es verstanden hat.

    Ich habe bemerkt, dass man bei sensiblen Hunden nur ganz wenig Korrektur braucht. Sie verstehen schnell, dass sie das Futter nicht nehmen dürfen, wenn es auf dem Boden liegt, aber dass sie es von dir aus der Hand bekommen dürfen.

    Es ist auch wichtig, dass du diese Übung in verschiedenen Kontexten wiederholst. Leg mal ein Brötchen mit Leberwurst aus oder einen Müsliriegel (am besten ohne Schokolade, die ist giftig für Hunde) – unterschiedliche Dinge, damit der Hund lernt, dass er generell nichts vom Boden nehmen soll.

    Diese Übung sollte nicht immer offensichtlich als Training erkennbar sein, damit dein Hund es wirklich lernt. Lege also manchmal auch etwas aus, ohne das dein Hund es mitbekommt. Wenn du mit anderen Leuten unterwegs bist kannst du auch die um Hilfe bitten und eine Situation vorbereiten lassen.

    Besitzer mit Cane Corso im Training

    Möglichkeit #3 – Abbruchkommando trainieren

    Wie gesagt sind soziale Trainingsvarianten am besten, um den Hund davon abzuhalten, von der Straße zu fressen. Aber ein Abbruchkommando zu trainieren kann trotzdem nicht schaden, falls dein Hund doch mal etwas in den Mund nimmt, dass da nicht hin soll.

    Zunächst brauchst du ein spezielles Wort oder Geräusch, das dein Hund mit „Stop“ verbinden soll. Ein Wort wie „Nix da!“ ist perfekt. Es ist besser als das klassische „Nein“, da Nein für den Hund sehr ähnlich wie „Fein“ klingt und schwer auseinanderzuhalten ist.

    Dieses Kommando hilft deinem Hund zu verstehen, dass er mit dem, was er gerade vorhat, keinen Erfolg haben wird. Aber wie bringt man ihm das bei?

    Beginne zu Hause in ruhiger Umgebung. Schnapp dir ein paar Leckerlis und lass deinen Hund daran schnuppern. Präsentiere ihm die Leckerlis in deiner offenen Hand und sage freundlich „Ok“, sodass er sich bedienen kann. Variiere die Position deiner Hand, damit es nicht zu vorhersehbar wird.

    Nach ein paar Mal wendest du das Abbruchkommando an. Zeige ihm die offene Hand, sage „Nix da!“ und schließe deine Faust, falls er versucht, das Leckerli zu nehmen. Es ist super wichtig, dass du „Nix da!“ sagst, bevor du die Hand schließt. Sonst könnte dein Hund die geschlossene Faust als das eigentliche Signal sehen.

    Am Anfang ist dein Hund vielleicht verwirrt und versucht, trotzdem an das Leckerli zu kommen. Bleib ruhig und wart ab. Wenn er sich zurückzieht, belohn ihn sofort mit einem Leckerli aus der anderen Hand. So lernt er, dass „Nix da!“ bedeutet, dass er von dem, was er gerade will, besser Abstand nehmen sollte.

    Im nächsten Schritt erhöhst du die Schwierigkeit: Lass ihn Blickkontakt mit dir aufnehmen, bevor du ihm eine Belohnung gibst. Wiederhole das Ganze und beobachte, ob dein Hund das „Nix da!“ schon verstanden hat. Wenn er Abstand hält, super! Belohn ihn. Wenn nicht, heißt es weiter üben.

    Sobald dein Hund drinnen zuverlässig auf „Nix da!“ reagiert, wird’s Zeit für die nächste Stufe. Draußen legst du ein paar weniger interessante Leckerlis aus, während dein Hund nicht hinsieht. Nimm etwas richtig Tolles als Belohnung mit.

    Geht nun gemeinsam zu den Leckerlis. Sag „Nix da!“ und beobachte deinen Hund. Reagiert er richtig, hält Abstand und schaut dich an ist Party angesagt – belohn ihn überschwänglich! Denn genau das willst du ja. Der Hund soll sich nach diesem Signal an dir orientieren und nicht einfach nur von seinem Futter ablassen.

    Wenn das noch nicht in allen Punkten funktioniert, halte einfach die Leine straff und warte, bis er von sich aus aufgibt und sich zu dir wendet. Dann belohn ihn für seine Entscheidung.

    Steigere die Schwierigkeit allmählich. Vielleicht legst du mal ein Spielzeug aus oder etwas, was er besonders liebt. Wichtig ist, dass du es langsam angehst und deinem Hund Erfolgserlebnisse ermöglichst.

    Wie gesagt trainierst du hier einen Befehl und kein generelles Verhalten. Daher ist diese Methode nicht so effektiv wie die anderen Möglichkeiten, aber dennoch eine sinnvolle Ergänzung in deinem Training.

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    Die Limitierung des Trainings – Kein Schutz vor Giftködern

    Eine gute Übung, um zu testen, ob dein Hund es verstanden hat, ist folgende: Lass deinen Hund sitzen, geh in die entgegengesetzte Richtung, ruf ihn dann zu dir und beobachte, ob er einen Bogen um den Leckerbissen macht.

    Aber noch ein wichtiger Hinweis: Dieses Training ist nicht dasselbe wie ein Anti-Giftköder-Training.

    Bei der hier besprochenen Methode geht es darum, dass der Hund lernt, in deiner Anwesenheit nichts vom Boden aufzunehmen.

    So eine Übung wird wahrscheinlich nicht dazu führen, dass dein Hund nichts frisst wenn er weiter von dir weg ist. Zum Beispiel stöbert er durch das Unterholz an einem Waldrand und findet dort etwas. Hier wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit trotzdem dazu übergehen, etwas zu fressen.

    Damit dein Hund generell nichts frisst wenn ihr draußen seid, ist ein anderes, deutlich komplexeres Training notwendig. Du musst deinem Hund dabei dann ein bestimmtes Anzeigeverhalten antrainieren, was deutlich schwieriger und langwieriger ist.

    Du kannst das Training aber auch erweitern, sodass dein Hund nichts von Fremden annimmt. Biete ihm etwas an und zeige ihm, dass er es nicht nehmen darf. Aber denk dran, auch hier ist für den Schutz vor Giftködern ein spezielles Anzeigeverhalten erforderlich.

    Richtiges Giftködertraining lernst du am besten in deiner Hundeschule

    In Hundeschulen gibt es oft spezielle Kurse für Anti-Giftköder-Training, und hier wird mit anderen Methoden gearbeitet als die, die ich hier beschrieben habe.

    Die Trainer verwenden tatsächlich den Geruch von giftigen Substanzen wie Schneckenkorn oder Rattengift – natürlich in einer sicheren Art und Weise, sodass dein Hund nicht wirklich damit in Kontakt kommt.

    Während dieses Trainings werden Köder mit diesen Gerüchen präpariert, aber so verpackt, dass der Hund sie nicht fressen kann.

    Wenn der Hund sich mit diesen Ködern beschäftigt, setzen die Trainer einen abschreckenden Reiz ein. Dadurch lernt der Hund auf Dauer, solche Düfte zu meiden.

    Das Ziel ist, dass dein Hund ein Meideverhalten zeigt, sobald er diesen spezifischen Geruch wahrnimmt. Und da Hunde viel bessere Nasen als wir Menschen haben, klappt das auch sehr gut.

    Informiere dich am besten bei Hundeschulen in deiner Nähe, die solche Kurse anbieten. Es ist ein spezialisiertes Training, das am besten von Profis durchgeführt wird.