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Warum hebt mein Rüde nicht sein Bein wenn er pinkelt?

    Junge Frau geht mit Welpe im Park Gassi, Zeichnung

    Dein Rüde hebt sein Bein nicht wenn er pinkelt? Das kann eine Vielzahl an Ursachen haben, die ich dir hier genauer vorstellen will

    Warum heben Hunde überhaupt das Bein beim Pinkeln?

    Hast du dich jemals gefragt, warum Rüden beim Pinkeln das Bein heben? Klar, sie könnten auch einfach auf den Boden pinkeln. Aber, ganz ehrlich, das wäre ja fast wie eine verschwendete Gelegenheit.

    Stell dir vor, du bist ein Rüde – du willst doch, dass jeder weiß: „Hier bin ich!“ Und genau dafür gibt es Bäume, Straßenschilder, Laternen und andere senkrechte Objekte.

    Diese Verhaltensweise ist nicht nur eine Notwendigkeit, sondern eine echte Kunstform. Es geht um Reviermarkierung, eine Art Hundekommunikation ohne Worte.

    Die Hauptfunktionen dabei? Urin loswerden und das eigene Territorium markieren.

    Hunde-Urin enthält winzige Duftmoleküle, die anderen Tieren mitteilen: „Achtung, hier regiert jemand!“

    Da Hunde sich stark auf ihren Geruchssinn verlassen, um ihre Umgebung zu verstehen, erkennen sie schnell, dass sie sich von diesem Gebiet fernhalten sollten oder zumindest mit Artgenossen zu rechnen haben.

    Das Heben des Beines ermöglicht es dem Hund, seinen Duft auf erhöhte Flächen wie Bäume, Hydranten oder Pfosten zu hinterlassen.

    Wenn der Urin in dieser Höhe abgesetzt wird, landet er näher an der Nasenhöhe anderer Hunde, was es für sie einfacher macht, die Nachricht zu entdecken.

    Der Urin tropft herunter und bedeckt einen größeren Bereich, als wenn er einfach auf den Rasen gelassen würde. Diese Verbreitung hilft, den hinterlassenen Duft zu maximieren.

    Für andere Hunde, die an einer solchen erhöhten Pinkelstation vorbeilaufen, ist es viel einfacher, Urin an einer vertikalen Fläche zu riechen, als auf einer flachen.

    Und für die Hunde, die stehenbleiben und schnüffeln, kann der markante Geruch auch signalisieren, dass der urinierende Hund größer oder dominanter ist und man sich in Acht nehmen sollte.

    Dobermann sitzt neben Rhodesian Ridgeback

    Welpen und junge Hunde heben nicht immer das Bein

    Wenn du einen Welpen oder jungen Hund beobachtest, wirst du vielleicht feststellen, dass sie beim Pinkeln nicht immer das Bein heben. Aber warum ist das so?

    Es ist ein bisschen wie bei Menschenkindern, die auch erst lernen müssen, bestimmte Dinge zu tun oder Sachen erst ab einem gewissen Alter passieren.

    Bei jungen Hunden ist es ähnlich – es ist eine Mischung aus hormonellen, verhaltensbedingten und manchmal einfach unerklärlichen Gründen.

    Die Wahrheit ist, dass die meisten Rüden erst in einem Alter zwischen 6 und 12 Monaten beginnen ihr Bein beim pinkeln zu heben. Genau zu der Zeit, wenn ihr Körper beginnt, sich auf die sexuelle Reife vorzubereiten.

    Stell dir vor, es ist wie der Beginn der Pubertät bei uns Menschen. Jeder Rüde weiß instinktiv, wie das Markieren funktioniert. Es ist ein eingebauter Instinkt, kein abgeschauter Trick.

    Aber vor der Geschlechtsreife pinkeln Rüden meistens in der Hocke, genau wie Hündinnen.

    Erst durch das Hormon Testosteron verspürt ein Rüde überhaupt das Bedürfnis, sein Revier zu markieren. Da Welpen noch kaum Testosteron produzieren, bleiben sie beim Pinkeln meistens in der Sitzposition.

    Die Pubertät bei Rüden beginnt genau in dem zuvor angesprochenen Alter zwischen 6 und 12 Monaten. Mit ungefähr einem Jahr erreichen sie dann ihre höchste Fruchtbarkeit.

    Und irgendwo in diesem Zeitraum fangen die meisten Rüden dann auch an, das Bein zu heben. Es ist fast wie ein Übergangsritus – ein Zeichen dafür, dass sie erwachsen werden.

    Im Alter wird ebenfalls seltener das Bein gehoben

    Wenn du einen alten Hund hast, kann es ebenfalls vorkommen, dass dieser seltener sein Bein hebt. Das hat oft etwas mit seinem körperlichen Zustand zu tun.

    Stell dir vor, du musst auf drei Beinen stehen und dabei noch das Gleichgewicht halten – das ist gar nicht so einfach, besonders im Alter.

    Wenn die Gelenke nicht mehr so mitmachen, wie sie sollten, wenn der Rücken zwickt oder die Knie nicht mehr so stabil sind, dann wird das Beinheben für deinen Hund einfach zu unbequem.

    Denk mal an dich selbst oder an deine Eltern – im Alter lässt man auch mal Fünfe gerade sein, wenn etwas unbequem wird, oder?

    Aber es geht nicht nur um den körperlichen Aspekt. Ältere Hunde haben oft eine ganz andere Einstellung zum Leben. Sie sind meist ruhiger und gelassener.

    Du kennst das bestimmt: Diese „Lass mich in Ruhe“-Haltung, die ältere Hunde oft an den Tag legen. In diesem Lebensabschnitt wird es für sie weniger wichtig, ihr Territorium gegenüber anderen Hunden zu verteidigen.

    Das Bedürfnis, das Bein zu heben und zu markieren, lässt einfach nach. Sie haben schon so vieles gesehen und erlebt, dass sie sich nicht mehr an jedem Baum oder Laternenpfahl ihre eigene Duftnote hinterlassen müssen.

    Sketch: Hund mit Frau zieht an der Leine

    Auch Kastration hat Einfluss auf das Pinkeln

    Ungefähr 60% der Rüden, die vor der Kastration das Bein gehoben haben, stellen dieses Verhalten danach ein.

    Bei Rüden, die kastriert werden, bevor sie überhaupt anfangen, das Bein zu heben, wird dieses Verhalten in der Regel nie entwickelt. Das liegt vor allem an den Hormonen deines Hundes.

    Die Kastration hat einen erheblichen Einfluss auf den Hormonhaushalt eines Rüden, insbesondere auf das Testosteron.

    Testosteron spielt eine wesentliche Rolle in der Entwicklung und im Ausdruck vieler Verhaltensweisen, die wir bei Hunden sehen, einschließlich des Markierens durch Beinheben.

    Diese Verhaltensweise ist eng mit der sexuellen Reife und dem damit verbundenen Anstieg an Testosteron verknüpft.

    Wenn ein Rüde kastriert wird, sinkt sein Testosteronspiegel deutlich, was wiederum einen direkten Einfluss auf sein Markierverhalten hat.

    Das Beinheben ist nicht nur ein praktischer Weg für den Hund, sein Revier zu markieren, sondern auch ein Ausdruck von Dominanz und Territorialität, beides Verhaltensweisen, die durch Testosteron beeinflusst werden.

    Warum pinkeln Weibchen in einer anderen Haltung?

    Dir ist sicherlich aufgefallen, dass Hündinnen und Rüden ihre eigenen, einzigartigen Stile haben, wenn es ums Pinkeln geht.

    Hündinnen gehen meist eher in die Hocke, während Rüden oft das berühmte Bein heben. Aber warum ist das so?

    Stell dir vor, du bist eine Hündin. Du hast ein flauschiges Fell und willst natürlich vermeiden, dass es beim Pinkeln nass und schmutzig wird.

    Die beste Methode? Einfach hinhocken. Dadurch bleibt dein Fell sauber und trocken, weil du den Urinstrahl direkt nach unten richtest. Es ist sozusagen die „saubere Lösung“.

    Außerdem ist diese Haltung ziemlich bequem. Du musst kein Bein in die Luft heben und kannst ganz entspannt dein Geschäft erledigen.

    Außerdem hat eine Hündin weniger stark den Drang, ihr Revier zu markieren. Das tut sie nur manchmal, wenn sie gerade Läufig ist. Dann hat unsere Hündin aber auch das Bedürfnis an jedem Grasbüschel den sie findet kurz ein paar Geruchsspuren zu hinterlassen.

    Fun Fact: Auch eine Hündin hebt manchmal ihr Bein

    Es ist aber nicht so, dass nur Rüden ihr Bein heben. Du wirst es kaum glauben, aber obwohl wir eine Hündin haben, hebt sie manchmal das Bein beim Pinkeln. Das ist wirklich ein kurioses Schauspiel!

    Sie ist in einem Wurf aufgewachsen, der hauptsächlich aus Rüden bestand, und irgendwie scheint sie sich deren Verhalten ein wenig abgeschaut zu haben.

    Seit sie ein Welpe war, hat sie sich angewöhnt, auf drei Beinen zu pinkeln. Dabei hebt sie zwar ein Bein, bleibt aber in der Hocke. Stell dir das mal vor – es sieht aus wie eine kleine akrobatische Meisterleistung!

    Es ist total unnötig, aber unser Hund scheint zu denken, dass genau das der richtige Weg ist.

    Neben dem erlernten Verhalten gibt es aber auch noch ein paar andere Gründe, warum eine Hündin ihr Bein hebt:

    • Einige Hündinnen sind zum Beispiel etwas gestresster und haben ein stärkeres Bedürfnis, ihr Revier zu markieren und zu verteidigen. Das Beinheben ermöglicht es ihnen, ihren Geruch höher und damit sichtbarer zu platzieren.
    • Wenn eine Hündin läufig ist, möchte sie zudem ihren Duft an möglichst vielen Orten verbreiten, um Rüden anzulocken.
    • Dazu kommt es noch auf die Rasse an: Es scheint, dass kleinere Hunderassen eher dazu neigen, das Bein zu heben, während mittelgroße oder große Hündinnen sich meistens hinhocken.

    Ist es ein Problem, wenn der Rüde sein Bein nicht hebt?

    Wenn du einen Rüden hast, der sein Bein beim Pinkeln nicht hebt, dann ist das in den meisten Fällen kein Grund zur Sorge. Tatsächlich ist es völlig normal und okay, wenn dein Hund es vorzieht, in der Hocke zu pinkeln.

    Es ist ein bisschen so wie bei unserer Hündin, die auf drei Beinen pinkelt – es ist einfach eine ihrer Eigenarten.

    Viele Hundebesitzer denken, dass das Beinheben beim Rüden ein Muss ist, aber das ist ein weit verbreiteter Irrglaube.

    Tatsächlich ist es eher eine Frage der persönlichen Vorliebe des Hundes und hängt oft von seinem Charakter ab.

    Einige Rüden heben ihr Bein, um ihr Revier zu markieren, während andere es einfach bequemer finden, in der Hocke zu pinkeln.

    Es ist vergleichbar damit, wie wir Menschen unterschiedliche Gewohnheiten haben. Manche Dinge tun wir, weil wir es so gelernt haben oder weil es uns einfach liegt.

    Es stimmt, dass das Beinheben instinktiv mit dem Reviermarkieren verbunden ist. Aber wie stark dieser Instinkt ausgeprägt ist, kann von Hund zu Hund variieren.

    Bei einigen Rüden ist der Drang, ihr Revier zu markieren, weniger stark, weshalb sie kein Bedürfnis haben, das Bein zu heben. Es ist einfach eine Frage der Persönlichkeit.

    Nun, es gibt natürlich Ausnahmen, wo das Nicht-Beinheben ein Anzeichen für ein Problem sein könnte.

    Wenn dein Hund normalerweise sein Bein hebt und plötzlich damit aufhört, insbesondere wenn er dabei Schmerzen zu haben scheint oder andere Probleme zeigt, dann könnte das ein Hinweis auf ein gesundheitliches Problem sein.

    In solchen Fällen ist es am besten, einen Tierarzt um Rat fragen.

    Aber in der Regel ist das Hocken beim Pinkeln kein Problem – es ist einfach ein Teil dessen, was deinen Hund einzigartig macht.