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Warum mögen manche Hunde bestimmte Rassen nicht?

    Hunde spielen im Park, Zeichnung

    Ist dir schon einmal aufgefallen, dass dein Hund bestimmte Vierbeiner besonders gerne hat und andere Rassen gar nicht mag? Wir schauen uns das hier genauer an!

    Stimmt es, dass manche Hunde bestimmte Rassen nicht mögen?

    Ja, manche Hunde mögen bestimmte Rassen nicht. Es ist ein bisschen wie im echten Leben, wo manche Leute und Charaktere einfach besser miteinander klar kommen als andere.

    Die Unterschiede sind hier jedoch Vielfältig wie die Hunde selbst. Manche Hunde mögen keine großen, schwarze Hunde, andere machen einen Bogen um kleine weiße Vierbeiner und manchmal ist es auch nur eine ganz bestimmte Rasse, die zur Ablehnung führt.

    Gründe warum sich manche Hunde nicht verstehen

    Es gibt eine Vielzahl an Gründen, warum sich Hunde untereinander nicht verstehen. Dazu gehören:

    • Schlechte Erfahrungen
    • Unterschiedliches Alter der Hunde
    • Zu große Unterschiede der Hunderassen & Charakter
    • Mangelnde Sozialisierung des Hundes
    • Dominantes Alpha Verhalten
    • Territoriales Verhalten

    Wir schauen uns diese nun alle etwas genauer an.

    1. Schlechte Erfahrungen

    Stell dir vor, du bist ein junger, neugieriger Welpe, der gerade die Welt erkundet. Du bist verspielt und freundlich, aber eines Tages triffst du auf einen anderen Hund, der nicht so freundlich ist.

    Vielleicht wird dieser Hund plötzlich aggressiv, knurrt oder schnappt sogar nach dir.

    Dieses Erlebnis kann ziemlich beängstigend sein, nicht wahr? Und deshalb hinterlässt so eine negative Erfahrung auch einen bleibenden Eindruck.

    Und genau wie bei Menschen können auch Hunde solche Erfahrungen nicht einfach abschütteln. Sie erinnern sich daran und entwickeln möglicherweise eine gewisse Vorsicht oder sogar Angst vor anderen Hunden.

    Manchmal kann diese Angst sich in Aggression umwandeln, als eine Art Selbstschutz. Der Hund denkt sich: „Bevor du mir wieder weh tust, zeige ich dir lieber, dass ich nicht zu unterschätzen bin.“

    Manchmal passiert so etwas aber noch nicht einmal böswillig. Unser Hund ist als Welpe beim Spiel mit einem deutlichen größeren Golden Retriever einfach umgerannt worden.

    Keiner der beiden Hunde hatte eine böse Absicht, eigentlich waren sie ja gerade sogar am spielen. Seitdem macht unser Hund trotzdem einen Bogen, wenn sie Golden Retriever sieht.

    In anderen Fällen spielen auch Rasse und Erziehung eine Rolle. Einige Hunderassen sind von Natur aus reservierter gegenüber anderen Hunden, und wenn sie nicht von klein auf lernen, wie man gesellig ist, können sie zurückhaltender oder sogar feindselig gegenüber ihren Artgenossen sein.

    Dackel und Schnauzer spielen im Park

    2. Unterschiedliches Alter der Hunde

    Ein Welpe ist voller Lebensfreude und möchte am liebsten mit jedem spielen, der ihm über den Weg läuft. Sein Motto ist quasi: „Jeder ist mein Freund!“

    Aber nicht jeder ältere Hund teilt diese Begeisterung. Manche älteren Hunde sind wie die ruhigen, bedächtigen Opas, die lieber ihre Ruhe haben und nicht von einem übermütigen Welpen beim Mittagsschlaf gestört werden möchten.

    Wenn ein Hund ins Teenager-Alter kommt, wird’s oft noch spannender. Hier erleben wir oft das Hundeäquivalent der Pubertät.

    Diese Hunde testen Grenzen aus, sind manchmal ein bisschen rebellisch und verhalten sich manchmal auch sehr frech.

    Sie entwickeln ihre eigene Persönlichkeit und Vorlieben. Manche werden wählerischer, mit wem sie ihre Zeit verbringen wollen. Gleichzeitig haben aber andere Hunde nicht immer Lust sich mit Teenagern rum zu ärgern.

    Dann kommen wir zu den erwachsenen Hunden. Viele von ihnen haben sich schon etwas beruhigt und wissen genau, was sie mögen und was nicht.

    Hier kommen eventuell auch schon frühere Erfahrungen ins Spiel, die den Ausschlag dafür geben, ob ein Hund den anderen mag oder nicht.

    Ältere Hunde sind oft noch ruhiger und manchmal auch ein wenig mürrisch. Sie haben schon viel erlebt und sind vielleicht nicht mehr so tolerant gegenüber der Energie junger Hunde.

    Stell dir vor, du bist ein älterer Herr, der in der Sonne sitzt und seine Ruhe genießt, und plötzlich kommt ein übermütiges Kind und stört diese Ruhe. So ähnlich fühlen sich manche ältere Hunde.

    3. Unterschiede in Hunderasse & Charakter

    Jede Hunderasse wurde für bestimmte Aufgaben und Eigenschaften gezüchtet. Das führt dazu, dass sie sich auch in Verhalten & Charakter deutlich voneinander unterscheiden!

    Denk mal an Herdenschutzhunde wie der Deutsche Schäferhund – diese Kollegen wurden darauf trainiert, Schafe oder andere Tiere zu beschützen und sind deshalb oft misstrauisch gegenüber Fremden, einschließlich anderen Hunden.

    Wenn so ein Wächter einen anderen Hund sieht, könnte er denken: „Hoppla, was will der denn hier? Der könnte doch eine Bedrohung für meine Schützlinge sein!“

    Oder nehmen wir die Dackel. Ursprünglich wurden sie für die Jagd auf Dachse und anderes Getier gezüchtet.

    Diese kleinen Sturköpfe mussten auf der Jagd oft selbstständig Entscheidungen treffen und können daher manchmal etwas eigensinnig sein.

    Trifft ein Dackel auf einen anderen Hund, der eher ein bisschen unsicher ist, kann sein dominantes Auftreten schnell zu Missverständnissen führen.

    Der Dackel denkt sich vielleicht: „Ich bin der Chef hier!“, während der andere Hund verwirrt ist.

    Und dann sind da die Hütehunde, zum Beispiel Border Collies. Diese intelligenten und arbeitsfreudigen Hunde wurden dafür gezüchtet, Schafe zu hüten und zu kontrollieren.

    Sie haben einen starken Herdinstinkt und neigen dazu, alles um sie herum managen zu wollen, einschließlich anderer Hunde.

    Stell dir vor, ein Border Collie trifft auf einen unabhängigen Siberian Husky, der seine Freiheit liebt. Der Border Collie könnte versuchen, den Husky zu „hüten“, was der Husky gar nicht lustig findet.

    Das sind jetzt nur ein paar Beispiele, wie sich die Rasse und der Charakter des Hundes auf sein Verhalten auswirken. Und das führt schlussendlich dazu, ob er sich mit bestimmten Hunden versteht oder nicht.

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    4. Mangelnde Sozialisierung

    Stell dir vor, du würdest den größten Teil deines Lebens in einem Raum verbringen, ohne jemals rauszukommen, um neue Leute zu treffen oder neue Orte zu sehen. Klingt ziemlich einsam, oder?

    Aber genau so fühlt es sich für einen Hund an, der nicht ausreichend sozialisiert wurde.

    Es ist wie bei uns Menschen: Wenn wir nicht lernen, wie man mit anderen umgeht, werden wir unsicher, ängstlich oder sogar aggressiv.

    Bei Hunden ist das nicht anders. Wenn ein Hund in seinen jungen Jahren nicht lernt, wie man sich in der Nähe anderer Hunde verhält, kann das zu ernsthaften Problemen führen.

    Er weiß einfach nicht, wie er reagieren soll, wenn er anderen Hunden begegnet.

    Stell dir einen jungen Hund vor, der nie die Chance hatte, mit anderen Hunden zu spielen und zu interagieren. Er versteht deren Körpersprache nicht, kann deren Signale nicht deuten und weiß nicht, wie er sich verhalten soll.

    Das ist, als würdest du plötzlich in ein Land versetzt, dessen Sprache du nicht sprichst und das sich von deiner Kultur völlig unterscheidet. Du wärst komplett überfordert, wie du dich angemessen verhalten sollst.

    Aus diesem Grund zieht sich ein schlecht sozialisierter Hund oft zurück und will mit anderen Vierbeinern nicht interagieren. Er hat nie gelernt, dass andere Hunde Freunde sein können, mit denen man spielen und Spaß haben kann.

    Sozialisierung ist also unglaublich wichtig. Sie hilft Hunden zu lernen, wie sie sich in verschiedenen Situationen verhalten sollen.

    Sie lernen, mit anderen Hunden zu kommunizieren, ihre Körpersprache zu lesen und angemessen zu reagieren.

    Dabei ist es aber auch wichtig, die Interaktion nicht zu erzwingen, sondern deinem Hund seine eigene Entscheidung treffen zu lassen. Hier erfährst du mehr dazu, wie viel sozialer Kontakt ein Hund tatsächlich braucht.

    5. Territoriales Verhalten

    Stell dir vor, du hast dein eigenes Zimmer, dekoriert nach deinem Geschmack, mit all deinen Lieblingssachen.

    Wie würdest du dich fühlen, wenn plötzlich jemand Fremdes hereinkommt und sich so benimmt, als ob er auch ein Recht darauf hätte? Genau so geht es oft Hunden in ihrem Territorium.

    Hunde sind von Natur aus territoriale Tiere. Dieses Verhalten hat tief verwurzelte Wurzeln in ihrer Evolutionsgeschichte.

    In der Wildnis war es überlebenswichtig, ein bestimmtes Gebiet zu kontrollieren, um Zugang zu Ressourcen wie Nahrung und Wasser zu haben.

    Auch wenn dein Hund jetzt keine wilden Tiere jagen muss, um zu überleben, ist dieser Instinkt immer noch stark in ihm verankert.

    Wenn nun ein anderer Hund in dieses sorgfältig bewachte Territorium eintritt, kann das bei deinem Hund eine Reihe von Reaktionen auslösen.

    Interessant ist, dass dieses territoriale Verhalten oft zu Hause oder in der direkten Umgebung am stärksten ausgeprägt ist.

    Wenn du mit deinem Hund unterwegs bist, zum Beispiel in einem Park oder auf einem Spaziergang, ist er vielleicht viel entspannter im Umgang mit anderen Hunden.

    Das liegt daran, dass er sich außerhalb seines „Königreichs“ befindet und sich weniger bedroht fühlt.

    Es gibt aber auch Hunde, die generell nicht so gesellig sind, egal ob in ihrem Territorium oder anderswo. Das ist wie bei Menschen, die lieber für sich sind statt auf Partys zu gehen.

    Dieser Effekt kann generell gegen alle Hunde wirken, machmal aber auch einfach nur gegen bestimmte andere Hunderassen, die dein Vierbeiner als besonders „bedrohlich“ wahrnimmt.

    Wie entscheiden Hunde, mit wem sie befreundet sein wollen

    Zuerst kommt die Körpersprache ins Spiel. Hunde sind Meister darin, die Körperhaltung, die Ohrenstellung, den Blick und den Schwanz ihres Gegenübers zu lesen.

    Ein lockerer, spielerischer Hund mit wedelndem Schwanz signalisiert: „Hey, ich bin freundlich und offen für ein Kennenlernen!“

    Ein Hund, der steif dasteht, die Ohren anlegt und knurrt, sendet hingegen ein klares „Bleib mir lieber fern!“

    Aber es geht nicht nur um die Körpersprache. Hunde haben auch ein erstaunliches Geruchsgedächtnis. So können sie sich z.B. ihr Leben lang an den Geruch ihrer Geschwister im Wurf erinnern.

    Sie können Informationen über das Alter, das Geschlecht und sogar die Stimmung eines anderen Hundes erschnüffeln.

    Manchmal riecht ein Hund einfach „richtig“ – und schwupps, ist die Freundschaft besiegelt.

    Dann gibt’s noch das Thema Energielevel und Spielstil. Ein hyperaktiver junger Hund findet vielleicht in einem ruhigen, älteren Hund keinen idealen Spielkameraden.

    Sie suchen sich oft Artgenossen, die ähnlich toben und spielen wie sie selbst. Das ist wie bei uns Menschen, wenn wir jemanden mit ähnlichen Interessen treffen – das verbindet!

    Und wie wir Menschen haben auch Hunde ihre individuellen Vorlieben. Manche mögen große Hunde, andere bevorzugen kleinere. Einige sind sozialer und offener, während andere lieber ihre Ruhe haben.

    Das Interessante ist, dass diese Präferenzen sich im Laufe der Zeit ändern können. Ein Hund, der als Welpe jeden mochte, wird vielleicht wählerischer, wenn er älter wird.

    Oder ein anfangs schüchterner Hund blüht auf und wird zum sozialen Schmetterling im Hundepark.