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Warum rammelt mein Hund sein Kuscheltier? Gründe & Lösungen

    Sketch: Hund mit Spielzeug Zuhause

    Wer einen Hund hat, kennt vielleicht die Situation: Da hat sich der Vierbeiner ein Stofftier geschnappt und legt los, als gäbe es kein Morgen. Manch einer schmunzelt, der andere wird vielleicht ein bisschen rot im Gesicht – aber warum machen sie das eigentlich – und was kann man dagegen tun?

    Meiner Erfahrungen zu dem Thema teile ich hier mit dir.

    Gründe warum der Hund ein Stofftier rammelt

    1. Sexuelle Erregung

    Jetzt könnte man denken, das sei immer ein Zeichen von sexueller Erregung. Aber so einfach ist die Sache nicht.

    In Wirklichkeit ist es ziemlich selten, dass das Verhalten unserer felligen Freunde rein sexuell motiviert ist, vor allem wenn es um Stofftiere geht.

    Ich erinnere mich da an meinen eigenen Hund, als er in der Pubertät war. Junge, junge, der war auf Zack! Kein Kissen, kein Stofftier war vor ihm sicher. Es schien, als würde er alles und jeden anbaggern.

    Aber weißt du was? Mit der Zeit hat sich das gelegt. Als er älter wurde, ließ dieses Verhalten spürbar nach. Das ist übrigens ziemlich typisch für Hunde.

    In der Pubertät sind die Hormone am Toben, und manchmal wissen sie einfach nicht, wohin mit all der Energie und den neuen Gefühlen.

    Wenn dein Hund also in seinen jungen Jahren mal ein Stofftier in Beschlag nimmt, denk dran: Es ist eher ein Ausdruck seiner jugendlichen Energie und seiner hormonellen Entwicklung als ein Zeichen echter sexueller Erregung.

    2. Stress & Aufregung

    Stress & Aufregung sind meiner Erfahrung nach die wahrscheinlichsten Gründe für das Rammeln von Stofftieren durch den Hund.

    Stell dir vor, dein Hund hat einen Tag voller Abenteuer hinter sich: viele neue Gerüche, vielleicht ein paar hektische Momente im Park oder einfach nur viel Trubel Zuhause.

    All das kann in deinem Hund ein bisschen Unruhe und Stress aufbauen. Und genau wie wir Menschen brauchen auch Hunde eine Möglichkeit, diesen Stress abzubauen.

    Anstatt aber Yoga zu machen oder ein Buch zu lesen, finden sie ihren eigenen Weg, um mit diesen Gefühlen umzugehen – und manchmal ist das eben das Rammeln eines Stofftiers.

    Es ist ein bisschen so, als würde dein Hund sagen: „Puh, das war jetzt viel, ich muss mal kurz Dampf ablassen.“

    Das Rammeln bietet ihnen eine physische Aktivität, die helfen kann, diese aufgestaute Energie und Spannung loszuwerden. Es ist eine Art für sie, sich zu beruhigen und wieder ein Gleichgewicht zu finden.

    Wichtig zu wissen ist, dass dieses Verhalten nicht unbedingt ein Problem darstellen muss, solange es nicht überhandnimmt oder zu anderen Verhaltensauffälligkeiten führt.

    Wenn du merkst, dass dein Hund besonders häufig zu solchen Aktionen neigt, könnte das ein Zeichen sein, dass er regelmäßig zu viel Stress erlebt. Dann solltest du etwas an der Situation des Hundes ändern.

    3. Spieltrieb

    Denk mal dran, wie Hunde miteinander spielen. Da wird gerannt, gebalgt und auch mal der eine oder andere „Liebesbiss“ verteilt. Es ist ein wildes Durcheinander aus Spaß und kleineren Rangeleien.

    Für Hunde ist das ein ganz normales Spiel, bei dem sie ihre sozialen und körperlichen Fähigkeiten testen und trainieren. Jetzt stell dir vor, dein Hund hat gerade keine Spielkameraden in der Nähe.

    Was macht er dann? Genau, er sucht sich Ersatz – und oft genug ist das dann ein Stofftier.

    Für deinen Hund macht es oft keinen großen Unterschied, ob er mit einem anderen Hund oder einem Stofftier spielt. Klar, ein Stofftier kann nicht zurückspielen, aber in den Augen deines Hundes ist es eine prima Alternative, um seinen Spieltrieb auszuleben.

    Das Rammeln des Stofftiers ist dabei manchmal einfach Teil des Spiels – ein bisschen wie Raufen oder Toben.

    Sketch: Dackel und Shih Tzu laufen durch Stadt

    4. Hund will Aufmerksamkeit

    Ein weiteren Grund den ich am eigenen Leib erlebt habe: Dein Hund will Aufmerksamkeit von dir.

    Anfangs war ich irritiert, manchmal sogar genervt. Ich dachte, mein Hund hat einfach Spaß daran, sein Stofftier zu rammeln. Aber dann habe ich bemerkt, es steckt mehr dahinter.

    Jedes Mal, wenn ich beschäftigt war und ihm nicht die gewünschte Aufmerksamkeit schenken konnte, fing er an, sein Stofftier zu rammeln.

    Ein cleverer Zug von ihm, denn natürlich hat er damit meine volle Aufmerksamkeit erregt.

    Ich hab dann verstanden: Mein Hund hat schnell gelernt, dass dieses Verhalten eine Reaktion von mir hervorruft.

    Ob ich nun schimpfe oder lache, er bekommt, was er will – meine Aufmerksamkeit. Er hat es quasi zu seiner persönlichen Strategie gemacht, mich mit seinem Stofftier-Theater aus der Reserve zu locken.

    Es ist fast wie bei kleinen Kindern, die auch manchmal Unsinn machen, um die Aufmerksamkeit ihrer Eltern zu bekommen. Mein Hund hat genau das gleiche Prinzip angewandt.

    Indem er sein Stofftier rammelte, hat er sich einen Weg gebahnt, um in den Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit zu rücken.

    So habe ich gelernt, dass es nicht nur um das Rammeln selbst geht, sondern um das, was mein Hund damit bezwecken will. Er will einfach Teil meiner Welt sein, auch wenn ich gerade beschäftigt bin.

    5. Medizinische Gründe

    Medizinische Gründe sind eher selten der Auslöser für dieses Verhalten, aber ich will sie der Vollständigkeit halber mit erwähnen.

    Manchmal kann es sein, dass der Hund eine Erkrankung hat, die seine Harnwege betrifft. Diese Erkrankungen können zu einem unangenehmen Juckreiz führen, den der Hund natürlich zu lindern versucht.

    Wie macht er das? Indem er sich an etwas reibt, in diesem Fall an seinem Stofftier. Durch das Rammeln versucht er, den Juckreiz in den Harnwegen zu lindern.

    Ich will damit sagen: Wenn du bemerkst, dass dein Hund sein Stofftier rammelt und das Verhalten neu für ihn ist, solltest du nicht gleich denken, dass er nur seine Energie loswerden will oder dass es ein Verhaltensproblem ist.

    Es könnte auch ein Hinweis auf eine medizinische Angelegenheit sein. Vielleicht hat er eine Infektion oder eine andere Erkrankung im Bereich der Harnwege, die ihm Unbehagen bereitet.

    In solchen Fällen ist es am besten, einen Tierarzt aufzusuchen. Der Tierarzt kann deinen Hund untersuchen und feststellen, ob eine medizinische Ursache vorliegt. Und falls ja, kann er die richtige Behandlung einleiten, damit dein Hund wieder ganz der Alte wird.

    Was tun, wenn der Hund sein Stofftier rammelt?

    1. Verstehe die Ursachen

    Wenn dein Hund sein Stofftier rammelt, ist es super wichtig, erst einmal zu verstehen, warum er das macht, bevor du versuchst, das Verhalten zu ändern.

    Es klingt vielleicht offensichtlich und logisch, aber viele Leute vergessen das oft.

    Stell dir vor, dein Hund ist wie ein Puzzle – du musst die einzelnen Teile zusammensetzen, um das große Ganze zu verstehen.

    Ist er gestresst? Hat er eine Krankheit? Oder hat er einfach gelernt, dass er dadurch Aufmerksamkeit bekommt? Jede dieser Ursachen erfordert einen anderen Ansatz.

    Schaue also, ob du bestimmte Muster im Verhalten deines Hundes erkennst und eine der oben genannten Ursachen als Auslöser identifizieren kannst.

    2. Alternativen zum Stressabbau für den Hund finden

    Wenn dein Hund sein Stofftier rammelt, um Stress und Aufregung abzubauen, dann gibt es definitiv bessere Wege, um ihm dabei zu helfen, seine Emotionen in den Griff zu bekommen. Und das Schöne ist, dass diese Alternativen weniger irritierend für uns Menschen sind.

    Stell dir vor, dein Hund hat eine riesige Energie, die irgendwie raus muss. Eine tolle Lösung dafür ist robustes Kauspielzeug oder Kaffeeholz.

    Warum? Ganz einfach: Kauen ist für Hunde eine natürliche Beruhigungsmethode. Es hilft ihnen, sich zu entspannen und Stress abzubauen.

    Wenn dein Hund auf einem festen Kauspielzeug herumkaut, kann das die gleiche beruhigende Wirkung haben wie das Rammeln des Stofftiers, aber es ist viel angenehmer für dich als Besitzer.

    Ein weiterer guter Tipp ist, öfter mit deinem Hund Gassi zu gehen oder die Spaziergänge zu verlängern. Eine größere Runde an der frischen Luft kann Wunder wirken.

    Dein Hund kann sich so richtig austoben und angestaute Energie loswerden. Wenn er dann nach Hause kommt, ist er wahrscheinlich zu müde, um noch sein Stofftier zu rammeln.

    Und natürlich ist es auch wichtig, die Stressursachen deines Hundes zu erkennen und sie nach Möglichkeit zu vermeiden.

    Vielleicht ist es Lärm, das Alleinsein oder etwas in seiner Umgebung, das ihn stresst. Wenn du das herausfindest, kannst du gezielt daran arbeiten, diese Stressfaktoren zu reduzieren.

    Sketch: Hund spielt mit Kong Hundespielzeug

    3. Ignoriere das Verhalten

    Das Ignorieren des Verhaltens ist nur dann eine gute Strategie, wenn dein Hund sein Stofftier rammelt, um deine Aufmerksamkeit zu bekommen.

    Für andere Ursachen, wie Stress oder medizinische Probleme, ist diese Methode allerdings nicht die richtige Wahl. Aber wenn es wirklich darum geht, dass dein Hund nach deiner Aufmerksamkeit fischt, dann ist Ignorieren die richtige Lösung.

    Stell dir das so vor: Dein Hund ist ein kleiner Schauspieler, der auf der Bühne (in deinem Wohnzimmer) eine Szene spielt, um das Publikum (also dich) zu beeindrucken.

    Wenn du jedes Mal reagierst, wenn er sein Stofftier rammelt, dann lernt er: „Hey, das klappt ja super! Ich bekomme genau das, was ich will – Aufmerksamkeit!“

    Aber wenn du ihn komplett ignorierst, während er das tut, bekommt er nicht die Reaktion, die er sich erhofft.

    Das ist wie bei einem Schauspieler, der auf der Bühne steht und keine Reaktion vom Publikum bekommt – irgendwann versteht er, dass er sein Skript ändern muss, um Applaus zu bekommen.

    Genauso ist es mit deinem Hund: Wenn du ihn ignorierst, während er sein Stofftier rammelt, lernt er, dass dieses Verhalten nicht das gewünschte Ergebnis bringt.

    Aber das Ignorieren allein reicht nicht. Du solltest ihm auch zeigen, dass du ihm Aufmerksamkeit gibst, aber zu deinen Bedingungen.

    Warte eine Weile, nachdem er aufgehört hat zu rammeln, und beschäftige dich dann mit ihm – streichle ihn oder spiele ein bisschen.

    Dadurch lernt er, dass er deine Aufmerksamkeit bekommt, aber nicht durch das Rammeln des Stofftiers, sondern durch ruhiges und angemessenes Verhalten.

    4. Beschäftige deinen Hund mit anderen Dingen

    Wenn dein Hund sein Stofftier rammelt, gibt es eine ganz einfache und effektive Lösung: Biete ihm alternative Beschäftigungen an. Das Ziel ist, sein Interesse von dem Stofftier auf etwas anderes, Akzeptableres zu lenken.

    Sobald du merkst, dass er anfängt, sein Stofftier zu rammeln, nimm es ihm weg. Aber das allein reicht nicht. Du musst ihm sofort eine Alternative bieten, damit er nicht denkt, dass er jetzt bestraft wird.

    Das könnte ein Zerrseil sein, ein Quietscheball oder ein anderes Spielzeug, das ihm genauso viel Spaß macht.

    Diese Spielzeuge sind super, weil sie ihn nicht nur beschäftigen, sondern auch seine Energie in eine positive Richtung lenken.

    Indem du das Stofftier durch ein anderes Spielzeug ersetzt, zeigst du deinem Hund, welche Verhaltensweisen du unterstützt und welche nicht.

    Du leitest seine Aufmerksamkeit um und gibst ihm die Möglichkeit, sich auf eine Art und Weise zu beschäftigen, die sowohl für ihn als auch für dich in Ordnung ist.

    FAQ

    Warum rammelt mein Hund sein Kuscheltier?

    Wenn dein Hund sein Kuscheltier rammelt, zeigt er oft normales Sexualverhalten. Es kann auch ein Zeichen von Überregung oder Stress sein. Manche Hunde tun dies, um sich zu beruhigen oder weil sie einfach spielen wollen.

    Ist es normal, dass Hunde Kuscheltiere rammeln?

    Ja, es ist normal und komm relativ häufig bei Hunden vor. Es ist ein natürlicher Instinkt, der nicht immer sexuell motiviert ist. Manchmal ist es Teil ihres Spielverhaltens oder eine Art, sich zu entspannen und manchmal will der Hund einfach nur deine Aufmerksamkeit.

    Ist das Rammeln von Kuscheltieren ein Problem?

    Das Rammeln von Kuscheltieren durch den Hund kann ein Zeichen für medizinische Probleme sein, jedoch ist das eher selten der Fall. Oft ist es nur ein Problem, wenn es dich stört aber insgesamt ist dieses Verhalten eher harmlos.

    Wie kann ich meinem Hund helfen, weniger zu rammeln?

    Du kannst deinem Hund helfen, indem du ihn körperlich und geistig auslastest. Spiele mit ihm, biete ihm Trainingseinheiten an und sorge für genug Bewegung. Manchmal hilft es auch, das Kuscheltier wegzunehmen oder den Zugang dazu zu beschränken.

    Sollte ich mit meinem Hund zum Tierarzt gehen?

    Wenn das Rammeln plötzlich auftritt, sehr häufig ist oder du andere Verhaltensänderungen bemerkst, macht es Sinn, dies mit einem Tierarzt abzusprechen. Er kann gesundheitliche Probleme ausschließen und weitere Tipps geben.