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Studie belegt: Nur 5 Faktoren formen Hundecharakter

    Malteser und Yorkshire Terrier sitzen nebeneinander

    Du hast sicherlich schon gehört, dass die Rasse eines Hundes Auswirkungen auf den Charakter haben soll. Ich habe mich immer gefragt, ob das tatsächlich so ist, oder ob es sich hier um Zufälle handelt.

    Dann habe ich aber eine Studie gefunden, die genau belegt, dass man Hunde nach Charakter züchten kann.

    Studie zur Zucht von Charaktereigenschaften von Hunden

    Stell dir vor, du bastelst dir deinen Traumhund. Du pickst dir die süßesten Ohren, die wuscheligste Fellfarbe und natürlich das allerbeste Wesen zusammen. Aber wie macht man das eigentlich in echt, mit echten Hunden?

    Hier kommt die Hundezucht ins Spiel, und sie hat einen ziemlich coolen Trick auf Lager: Sie achtet nicht nur darauf, wie ein Hund aussieht, sondern auch darauf, wie er sich verhält.

    Das ist wie bei Menschen: Jeder hat seinen eigenen Charakter, seine eigene Persönlichkeit. Und genau das gilt auch für Hunde.

    Forscher haben herausgefunden, dass bestimmte Hunderassen tatsächlich unterschiedliche Charaktereigenschaften haben, sich diese aber auf 5 Faktoren zusammenfassen lassen:

    • „Verspieltheit“,
    • „Neugier/Furchtlosigkeit“,
    • „Jagdtrieb“,
    • „Geselligkeit“ und
    • „Aggressivität“.1

    Jetzt denkst du vielleicht: „Moment mal, mein Hund jagt doch nicht wirklich!“ Aber es geht hier nicht unbedingt um das Jagen von Tieren, sondern um einen Instinkt, der in manchen Hunden stärker ist als in anderen.

    Und genau diese Eigenschaften können Züchter beeinflussen, indem sie bestimmte Hunde miteinander kreuzen. Das ist ein bisschen wie bei einem Rezept: Man nimmt eine Prise von dieser Eigenschaft, ein bisschen von jener, und voilà, man hat einen Hund, der genau so ist, wie man ihn haben möchte.

    Zum Beispiel züchtet man einen Wachhund so, dass er mutig und aufmerksam ist, aber vielleicht nicht so sehr, dass er super verspielt ist.

    Was total spannend ist: Diese Charaktereigenschaften haben sich bei Hunden durch die ganze Geschichte der Domestikation, also der „Haustierwerdung“, gehalten.

    Das bedeutet, dass einige dieser Eigenschaften schon seit Urzeiten in den Hunden stecken und von Generation zu Generation weitergegeben werden.

    Aber aufgepasst, das Züchten ist kein Zauberspiel. Man kann nicht einfach irgendwelche Hunde zusammenbringen und hoffen, dass alles klappt. Züchter müssen ganz genau überlegen, welche Eigenschaften sie verstärken und welche vielleicht nicht so gut zusammenpassen.

    Es ist ein bisschen wie ein Puzzle, bei dem man die richtigen Teile zusammenfügen muss, um das perfekte Bild – oder in diesem Fall, den perfekten Hund – zu bekommen.

    Schäferhund angeleint mit Frauchen

    Praktische Anwendung für Hundehalter

    Dieser Faktor beeinflusst, wie Hunde in verschiedenen Situationen reagieren, sei es beim Spielen, beim Treffen auf Fremde oder andere Tiere.

    Einige Hunde sind mutig und neugierig, stellen sich neuen Herausforderungen, während andere schüchtern und vorsichtiger sind. Diese Eigenschaften spielen eine große Rolle in der täglichen Interaktion eines Hundes mit seiner Umwelt.

    Was bedeutet das nun für das Training und die Sozialisation? Ein schüchterner Hund wird wahrscheinlich sanftere Trainingsmethoden und mehr Zeit brauchen, um Vertrauen aufzubauen.

    Ein mutiger Hund hingegen hat oft Spaß an herausfordernden Aktivitäten und Spielen, die seinen Geist und Körper stimulieren.

    Das Verständnis dieser Persönlichkeitsmerkmale hilft dabei, die Methoden anzupassen, um jeden Hund individuell zu fördern.

    Aber es geht nicht nur um Training und Sozialisation. Diese Erkenntnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, sich als Hundehalter Gedanken über die Rasseigenschaften zu machen.

    Jede Rasse hat ihre eigenen charakteristischen Merkmale, die stärker oder schwächer ausgeprägt sein können.

    Ein Border Collie zum Beispiel ist bekannt für seine hohe Energie und Intelligenz, während ein Basset Hound eher ruhig und entspannt ist. Diese rassespezifischen Eigenschaften sind oft ein Spiegelbild des breiten Persönlichkeitsfaktors, den die Studie beschreibt.

    Die Wahl des richtigen Hundes sollte also nicht nur aufgrund des Aussehens getroffen werden. Es ist wichtig, auch das Wesen und die Verhaltensmerkmale zu berücksichtigen.

    Ein Hund, dessen Persönlichkeit zu deinem Lebensstil und deinen Erwartungen passt, wird besser mit dir harmonieren und weniger Probleme machen.

    So war die Studie aufgebaut

    Die Forscher haben sich eine riesige Menge an Daten angeschaut: 15.329 Hunde aus 164 verschiedenen Rassen – das ist, als würde man fast jede Hunderasse, die du dir vorstellen kannst, unter die Lupe nehmen!

    Und diese Hunde waren nicht irgendwelche Hunde. Sie waren alle Haustiere, die bei ihren Besitzern lebten und schon mindestens ein Jahr alt waren.

    Das Durchschnittsalter lag bei etwa 600 Tagen. Also, man hatte es hier mit einer ziemlich bunten Mischung aus jungen und älteren Hunden zu tun.

    Jetzt kommt der coole Teil: Die Forscher haben diese Hunde verschiedenen Tests unterzogen, um ihre Persönlichkeiten zu ergründen.

    Die Hunde wurden in Situationen gebracht, in denen sie auf Fremde, sich schnell bewegende Objekte und verschiedene potenziell angsteinflößende oder aggressionsauslösende Reize reagieren mussten.

    Stell dir das wie einen Hindernisparcours vor, aber für die Hundepersönlichkeit!

    Dann haben die Forscher so etwas wie Detektivarbeit geleistet. Sie haben die Daten analysiert und sind auf fünf Hauptcharaktereigenschaften gestoßen: „Verspieltheit“, „Neugier/Furchtlosigkeit“, „Jagdtrieb“, „Geselligkeit“ und „Aggressivität“.

    Jede dieser Eigenschaften zeigt, wie ein Hund in bestimmten Situationen reagiert. Zum Beispiel war ein Hund, der hoch auf „Verspieltheit“ punktet, in einem Park super aktiv und immer in Bewegung.

    Interessanterweise haben die Forscher auch herausgefunden, dass diese fünf Eigenschaften irgendwie zusammenhängen, außer „Aggressivität“.

    Das bedeutet, dass ein Hund, der zum Beispiel sehr verspielt ist, oft auch ziemlich neugierig und gesellig ist.

    Und jetzt kommt’s: Diese Charakterzüge sind nicht nur bei ein paar Hunden oder bestimmten Rassen zu finden, sondern sie sind ziemlich allgemein für Hunde als Spezies.

    Das ist wie zu sagen, dass diese Eigenschaften so tief in Hunden verwurzelt sind, dass man sie fast überall finden kann, egal welche Rasse oder welcher Typ.

    FAQ

    Was wurde in der Studie über Hunde-Persönlichkeiten herausgefunden?

    In dieser Studie wurde entdeckt, dass Hunde, genau wie Menschen, verschiedene Persönlichkeiten haben. Forscher haben fünf Hauptcharaktereigenschaften bei Hunden identifiziert: Verspieltheit, Neugier/Furchtlosigkeit, Jagdtrieb, Geselligkeit und Aggressivität. Diese Eigenschaften helfen uns zu verstehen, wie Hunde in verschiedenen Situationen reagieren.

    Auf welchen Daten basiert diese Studie?

    Die Studie hat Daten von 15.329 Hunden aus 164 verschiedenen Rassen verwendet. Die Hunde waren alle über ein Jahr alt. Sie wurden verschiedenen Tests unterzogen, um ihre Reaktionen auf Fremde, bewegliche Objekte und verschiedene Reize zu beobachten. Diese Tests haben gezeigt, wie die Hunde in bestimmten Situationen reagieren.

    Wie wurden die Persönlichkeiten der Hunde in der Studie getestet?

    Die Hunde in der Studie wurden verschiedenen Situationen ausgesetzt, um ihre Persönlichkeiten zu testen. Dazu gehörten Begegnungen mit Fremden, Reaktionen auf sich bewegende Objekte und verschiedene Reize, die Angst oder Aggression auslösen könnten. Diese Tests haben geholfen, ihre Reaktionen und damit ihre Persönlichkeitseigenschaften zu verstehen.

    Sind diese Persönlichkeitseigenschaften bei allen Hunderassen gleich?

    Ja, die fünf Persönlichkeitseigenschaften – Verspieltheit, Neugier/Furchtlosigkeit, Jagdtrieb, Geselligkeit und Aggressivität – wurden bei vielen verschiedenen Hunderassen gefunden. Das bedeutet, dass diese Eigenschaften allgemein für Hunde als Spezies sind, unabhängig von der Rasse.

    Warum sind diese Erkenntnisse über Hundepersönlichkeiten wichtig?

    Diese Erkenntnisse sind wichtig, weil sie uns helfen, Hunde besser zu verstehen. Wenn wir ihre Persönlichkeiten kennen, können wir besser auf ihre Bedürfnisse eingehen. Das ist besonders nützlich für die Auswahl von Arbeitshunden, die Zucht und um Verhaltensprobleme bei Haustieren vorherzusagen und zu managen.


    Quellenangabe:

    1. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0168159102001211?via%3Dihub ↩︎