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Schwanzspitze beim Hund verliert Haare: Gründe & Lösungen

    Weimaraner unterwegs im Herbstwald

    Dein Hund verliert Haare an seiner Schwanzspitze? Warum die Hunderute kahler wird kann verschiedene Gründe haben, die ich dir hier genauer vorstelle.

    Unterscheide, ob die Haare ausfallen oder sie dein Hund „wegbeißt“

    Wenn du bemerkst, dass die Schwanzspitze deines Hundes an Haaren verliert, ist es entscheidend, zuerst zu klären, ob dein Hund sich die Haare ausbeißt oder ob sie von allein ausfallen.

    Diese Unterscheidung ist nicht nur für dich als Hundebesitzer wichtig, sondern auch für den Tierarzt, da sie wesentliche Hinweise auf die Ursache des Haarausfalls gibt.

    Beißt sich dein Hund die Haare aus, erkennst du das meist an rauen, struppigen und gebrochenen Haaren am Schwanz. Die Haare können zudem feucht von Speichel sein.

    Ein weiteres Anzeichen ist die Haut am Schwanz: Sie wirkt oft gerötet, entzündet und kann sogar offene Wunden aufweisen, wenn dein Hund besonders aggressiv an den Haaren knabbert.

    Fällt das Fell hingegen von selbst aus, ohne dass dein Hund daran herumkaut, sieht die Situation anders aus.

    Die verbleibenden Haare am Schwanz sehen in der Regel glatt und unbeschädigt aus. Ebenso zeigt die Haut keine Anzeichen von Rötungen oder Entzündungen, sie wirkt normal und gesund.

    Diese beiden Szenarien zu unterscheiden ist also der erste und wichtige Schritt, um das Problem richtig anzugehen.

    Sobald du festgestellt hast, ob dein Hund die Haare selbst entfernt oder sie von alleine ausfallen kannst du die Ursachen besser eingrenzen.

    Warum wird die Schwanzspitze vom Hund kahl?

    1. Parasiten (z.B. Flöhe)

    Wenn die Schwanzspitze deines Hundes kahl wird, ist einer der häufigsten Gründe Parasiten, insbesondere Flöhe. Diese kleinen Plagegeister können für deinen Hund mehr als nur lästig sein.

    Flohbisse sind schmerzhaft und einige Hunde reagieren allergisch auf Flohspeichel. Das bedeutet, dass selbst ein paar Bisse zu intensivem Juckreiz führen können, bekannt als Flohallergie-Dermatitis (FAD).

    Bei einem Flohbefall kratzt sich dein Hund wahrscheinlich übermäßig. Manchmal kannst du sogar die kleinen, roten Bisse sehen.

    Zusätzlich kann es zu Haarausfall, Hautirritationen sowie Krusten und Schorfbildungen kommen, insbesondere am Nacken, am Rücken nahe des Schwanzes, am Schwanz selbst und an den Hinterbeinen. Diese Stellen sind oft am stärksten betroffen, da Flöhe diese Bereiche bevorzugen.

    Um Flöhe zu entdecken, empfehle ich, das Fell deines Hundes genau zu untersuchen. Manche Leute trennen das Fell mit den Fingern, um nach Flöhen oder Flohkot zu suchen – dieser sieht aus wie rötliche Kaffeekrümel.

    Andere benutzen lieber einen Flohkamm. Dies ist ein Kamm mit sehr feinen Zähnen, der beim Durchkämmen des Fells Flöhe oder Flohkot aufnimmt.

    Solltest du Flöhe oder Flohkot entdecken, wende dich an deinen Tierarzt. Dein Tierarzt kann dir Flohschutzmittel verschreiben, die speziell für deinen Hund und deine Situation geeignet sind.

    Außerdem kann er dir Tipps geben, wie du die verschiedenen Entwicklungsstadien der Flöhe in deiner Umgebung bekämpfen kannst.

    Und dein Tierarzt kann auch sekundäre bakterielle Hautinfektionen behandeln, die möglicherweise durch das Kratzen oder Beißen deines Hundes an seiner Haut entstanden sind.

    2. Hautprobleme

    Haarausfall an der Schwanzspitze deines Hundes kann auch ein Zeichen für Hautprobleme sein. Hautirritationen, wie Ekzeme oder Schuppen, können langfristig dazu führen, dass dein Hund Haare verliert.

    Wenn sich die Haut deines Hundes unangenehm anfühlt, juckt oder kribbelt, wird er versuchen, dieses Gefühl durch Kratzen oder Lecken zu lindern.

    Diese Verhaltensweisen können allerdings die Hautprobleme verschlimmern und sorgen zudem für den Haarausfall.

    Die ständige Reibung und der Druck durch das Kratzen oder Beißen belasten die Haut enorm. Dies kann dazu führen, dass die Hautpartien geschwächt werden und das Fell an diesen Stellen ausfällt.

    Manchmal entwickeln sich durch das ständige Lecken oder Kratzen auch Entzündungen oder Wunden, die weitere Komplikationen wie Infektionen nach sich ziehen können.

    Sketch: Hund wird von Tierarzt untersucht

    3. Stress & Angst

    Ein gestresster oder ängstlicher Hund sucht oft nach Wegen, seine Gefühle zu bewältigen. Dabei wird sein eigener Schwanz (oder seine Pfoten) schnell zum Ziel seiner Nervosität. Wie?

    Indem er daran leckt, kaut oder sogar Haare auszupft. Das ist so ähnlich, wie wenn wir an unseren Nägeln kauen, nur mit Fell statt Fingernägeln.

    Hast du deinen Hund schon mal dabei erwischt, wie er intensiv seinen Schwanz bearbeitet? Das kann ein Hinweis darauf sein, dass er unter Stress oder Angst leidet.

    Oft ist es aber gar nicht so offensichtlich, besonders wenn dein Hund diese Verhaltensweisen zeigt, während du nicht da bist.

    Es gibt einige Anzeichen, die darauf hindeuten können, dass dein Hund heimlich (oder nicht so heimlich) an seinem Schwanz kaut:

    • Der Schwanz ist an bestimmten Stellen nass von Speichel.
    • Das Fell am Schwanz wirkt brüchig, gebrochen oder beschädigt.
    • Es gibt rostfarbene Speichelflecken im Fell.
    • Anzeichen von Angst, wie
      • erhöhtes oder unerklärliches Hecheln,
      • Winseln,
      • Bellen,
      • Zerstören von Gegenständen wenn du nicht da bist,
      • Rückzug aus sozialen Interaktionen,
      • Angst vor lauten Geräuschen,
      • übermäßiges Herumwandern oder
      • hastiges Fressen

    Es ist wichtig, solche Verhaltensmuster zu beobachten und mit deinem Tierarzt zu besprechen. Hunde verhalten sich oft anders beim Tierarzt als zu Hause, daher sind deine Beobachtungen entscheidend, um das Problem richtig anzugehen.

    Hund kaut auf Spielzeug im Hundebett

    4. Hormonelle Probleme

    Wenn du bemerkst, dass dein Hund an der Schwanzspitze Haare verliert, könnte das auf ein hormonelles Problem hindeuten.

    Bei Hunden können verschiedene hormonelle Anomalien zu Haarausfall führen, und einige davon betreffen speziell die Schwanzspitze.

    Eine mögliche Ursache könnte ein Tumor sein, der ein Hormon absondert, welches das Wachstum gesunder Haare stört. Solch ein Tumor kann beispielsweise das Morbus Cushing-Syndrom auslösen.

    Hierbei entwickelt sich ein Tumor, der dazu führt, dass die Nebennieren deines Hundes zu viel Cortisol produzieren.

    Cortisol ist ein lebenswichtiges Steroidhormon, das unter anderem den Glukosespiegel, den Stoffwechsel und das Immunsystem reguliert.

    Doch zu viel davon, wie es beim Cushing-Syndrom der Fall ist, führt zu Problemen, einschließlich Haarausfall.

    Beim Cushing-Syndrom, das besonders bei älteren Hunden auftritt, beginnt der Haarausfall typischerweise am Bauch und breitet sich dann entlang des Rückens, zu den Hinterbeinen und bis zum Schwanz aus.

    Interessanterweise betrifft dieser Haarausfall meist nicht den Kopf oder die Ohrenregion des Hundes.

    Ein weiteres hormonelles Problem, das zu Haarausfall führen kann, ist die Hypothyreose, eine Schilddrüsenunterfunktion.

    Hierbei ist die Hormonproduktion verlangsamt, was ebenfalls Haarausfall zur Folge haben kann.

    Hormonelle Probleme wie das Cushing-Syndrom oder eine Schilddrüsenunterfunktion sind komplexe Erkrankungen sind, die eine umfassende tierärztliche Diagnose und Behandlung erfordern und nicht Zuhause behandelt werden sollten.

    Da eine solche Behandlung oft langwierig und teuer werden kann, macht es Sinn bereits in frühen Jahren eine gute Krankenversicherung für Hunde abzuschließen!

    5. Demodikose (Demodiktische Räude)

    Wenn du bemerkst, dass die Schwanzspitze deines Hundes kahl wird, könnte das an einer weniger bekannten, aber bedeutsamen Ursache liegen: der Demodikose.

    Dies ist eine Hauterkrankung, die durch Demodex-Milben verursacht wird – winzige Parasiten, die auf den ersten Blick nicht so offensichtlich sind wie Flöhe.

    Interessanterweise tragen fast alle Hunde diese Milben in ihrer Haut, aber normalerweise in so geringen Mengen, dass sie kein Problem darstellen.

    Das liegt daran, dass ein gesundes Immunsystem die Milbenpopulation in Schach hält. Bei jungen Hunden unter einem Jahr oder bei älteren Hunden mit einem geschwächten Immunsystem können diese Milben jedoch überhand nehmen.

    Wenn die Demodex-Milben sich unkontrolliert vermehren, beginnen die Probleme: Haarausfall, meist zuerst im Gesichtsbereich, um die Augen herum, kann sich bis zur Schwanzspitze ausdehnen.

    Die Haut kann dabei trocken, gereizt oder sogar krustig werden. Anfänglich zeigt sich bei betroffenen Hunden oft kein Juckreiz, dieser kann aber auftreten, wenn eine Sekundärinfektion hinzukommt.

    Was die Behandlung angeht, so ist die gute Nachricht, dass Demodikose weder für andere Hunde noch für Menschen ansteckend ist.

    Bei Welpen verbessert sich die Situation oft von selbst, sobald ihr Immunsystem ausgereift ist. Bei erwachsenen oder älteren Hunden jedoch sind die Fälle meist schwerwiegender und heilen nicht von allein.

    Wenn du also den Verdacht hast, dass dein Hund Demodikose haben könnte, solltest du unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.

    Nach einer genauen Untersuchung und Diagnosestellung kann der Tierarzt eine geeignete Behandlung empfehlen.

    Diese beinhaltet normalerweise ein Anti-Parasiten-Medikament, um die Milben abzutöten, und kann von topischen Shampoos und Medikamenten begleitet werden, um den Heilungsprozess zu beschleunigen.

    Sketch Hund beim Arzt

    6. Nahrungsmittelallergien

    Tatsächlich kann eine kahle Schwanzspitze auch ein Anzeichen für eine Nahrungsmittelallergie sein. Du kennst das vielleicht: Juckreiz kann ganz schön nervig sein, und so geht es auch deinem Hund.

    Wenn dein Hund sich ständig kratzt, beißt oder leckt, und das besonders im Bereich des Schwanzes, könnte dies ein Hinweis auf eine allergische Reaktion sein. Aber warum gerade Nahrungsmittelallergien?

    Nahrungsmittelallergien oder -intoleranzen zeigen sich oft durch Hautprobleme, einschließlich Juckreiz. Der Juckreiz führt dann dazu, dass der Hund verstärkt an betroffenen Stellen leckt oder beißt.

    Das kann an verschiedenen Körperstellen sein, aber die Schwanzspitze ist ein häufig betroffener Bereich. Der ständige Drang, sich zu kratzen oder zu beißen, führt letztendlich dazu, dass Haare ausfallen und kahle Stellen entstehen.

    Ein interessanter Aspekt ist, dass Nahrungsmittelallergien nicht immer sofort offensichtlich sind. Manchmal entwickeln sie sich langsam, und die Symptome werden erst nach einer Weile bemerkt.

    Wenn du also Parasiten als Ursache ausschließen kannst und dein Hund immer noch Haare verliert und juckende Stellen hat, solltest du eine mögliche Allergie in Betracht ziehen.

    Um herauszufinden, ob es sich wirklich um eine allergische Dermatitis handelt und ob die Ursache in der Nahrung liegt, wird dein Tierarzt dir einige Fragen stellen.

    Dazu gehören Fragen nach der Jahreszeitlichkeit der Symptome, ob der Juckreiz nach dem Aufenthalt im Freien schlimmer wird oder ob es bestimmte Aktivitäten gibt, die die Symptome verschlimmern.

    Basierend auf diesen Informationen kann dann ein Plan erstellt werden. Oft empfiehlt der Tierarzt eine Ausschlussdiät, bei der dein Hund eine Zeit lang nur noch spezielles Futter bekommt, um die Allergiequelle zu identifizieren. Es kann auch sein, dass Medikamente gegen Allergien zum Einsatz kommen.

    Es ist jedoch so, dass Allergien oft ein lebenslanges Thema sind und es keine schnelle und einfache Lösung gibt. Sollte dies der Grund sein, stell dich also auf eine dauerhafte Ernährungsumstellung bei deinem Vierbeiner ein.

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    7. Unter- oder Mangelernährung

    Wir wissen ja, dass gutes Hundefutter ein Muss für die allgemeine Gesundheit eines Hundes ist. Aber hast du dir schon mal überlegt, was passiert, wenn das Futter nicht die nötigen Nährstoffe liefert? Genau, es wirkt sich unter anderem auf Haut und Fell aus.

    Und das kann manchmal ziemlich deutlich werden, vor allem an empfindlichen Stellen wie der Schwanzspitze.

    Jetzt fragst du dich vielleicht: Warum gerade die Schwanzspitze? Nun, die Haarfollikel am Schwanz sind ein bisschen anders als die am Rest des Körpers.

    Während die meisten Haarfollikel deines Hundes mehrere lange, dicke Haare produzieren, entstehen am Schwanz oft nur einzelne Haare aus jedem Follikel.

    Das macht die Schwanzspitze anfälliger für Haarausfall, besonders wenn die Ernährung nicht stimmt.

    Eine ausgewogene Ernährung ist für das Fell deines Hundes super wichtig. Haarwachstum benötigt eine Vielzahl von Nährstoffen – Proteine, Vitamine, Mineralien und so weiter.

    Fehlen diese, wird das Fell schnell stumpf, trocken und brüchig. Schlimmer noch, es könnte sogar zu Schuppen kommen.

    Und wenn dieser Mangelzustand anhält, beginnen die Haare auszufallen. Oft fängt es eben genau am Schwanz an.

    Darum ist es so wichtig, dass du darauf achtest, deinem Hund eine komplette Ernährung zu geben. Die sollte alle Nährstoffe im richtigen Verhältnis enthalten und auf die Lebensphase deines Hundes abgestimmt sein.

    Fehlt es an etwas, zeigt sich das nicht nur in seiner Energie und Gesundheit, sondern auch in seinem Fell. Besonders die Schwanzspitze kann dir als Indikator dienen, ob mit der Ernährung alles in Ordnung ist.

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    8. Bandwürmer

    Ich gestehe, jetzt wird es ein wenig eklig. Bandwürmer können tatsächlich eine Ursache für Haarverlust an der Schwanzspitze deines Hundes sein.

    Wie kommt das? Nun, Bandwürmer sind Parasiten, die im Darm deines Hundes leben. Gelegentlich lösen sich Bandwurmsegmente – diese sehen aus wie Reiskörner – vom Wurm ab und verlassen über den Anus den Körper.

    Diese Segmente können sich an den Haaren rund um den Anus deines Hundes festsetzen und dort Reizungen verursachen.

    Als Reaktion darauf beginnt dein Hund oft, sich übermäßig am Hinterteil und im Schwanzbereich zu kratzen, zu beißen oder zu lecken. Dies kann zu kahlen Stellen am oder unter dem Schwanz führen.

    Interessanterweise können Hunde Bandwürmer bekommen, indem sie einen Floh fressen, der die Bandwurmlarven trägt.

    Wenn dein Hund also Bandwürmer hat, könnte er gleichzeitig auch Flöhe haben. Dies verstärkt den Juckreiz zusätzlich.

    Wenn du Bandwurmsegmente am Hinterteil deines Hundes oder in seinem Bettchen bemerkst, solltest du einen Termin beim Tierarzt vereinbaren.

    Dein Tierarzt wird deinen Hund untersuchen, möglicherweise eine Kotuntersuchung durchführen, um nach weiteren Darm-Parasiten zu suchen, und dann die passende Entwurmungsmedikation verschreiben.

    Zusätzlich wird dein Tierarzt wahrscheinlich auch ein Programm zur Flohbekämpfung empfehlen, da Flöhe oft Bandwürmer übertragen.