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Studie: So viel Geld geben Amerikaner für Tierversicherung aus

    Kranker Hund im Bett

    So viel Geld wird in Nordamerika für die Tierversicherung ausgegeben

    • In 2022 haben die Nordamerikaner (USA + Kanada) insgesamt 3,51 Milliarden USD für die Versicherung ihrer Tiere ausgegeben. Die USA hat mit über 3,2 Milliarden USD hier gegenüber Kanada (374 Millionen CAD) die deutlich größere Versicherungsindustrie1
    • Dies ist eine Steigerung von 23,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Experten gehen bis 2028 von einem jährlichen Wachstum des Marktes von ca. 13,3 % aus.2
    • Insgesamt sind 5,36 Millionen Tiere in Nordamerika versichert.3 Dabei wird in über 90 Millionen Haushalten mindestens ein Tier gehalten.
    • Durchschnittlich geben die Nordamerikaner jährlich 640 USD für die Versicherungsprämien ihrer Hunde aus. Katzen sind mit jährlichen Versicherungskosten von 387 USD nur etwa halb so teuer.4
    • Die Bundesstaaten mit den teuersten Versicherungsprämien sind Kalifornien (USA) und Ontario (Kanada)5
    • Im Verhältnis sind ca. 80 % der Versicherungen für Hunde und nur ca. 20 % der Versicherungen für Katzen abgeschlossen

    Die Nordamerikanische Tierversicherungsbranche mit stabilem Ergebnis

    Die Haustierkrankenversicherungsbranche in Nordamerika verzeichnet ein bemerkenswertes Wachstum, trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen Haustierbesitzer konfrontiert sind.

    Laut dem State of the Industry (SOI) Report 2023 der North American Pet Health Insurance Association (NAPHIA) stieg das Prämienvolumen im Jahr 2022 um 23,5% auf 3,51 Milliarden US-Dollar an.

    Ebenso ist die Anzahl der versicherten Haustiere auf über 5,36 Millionen angestiegen, was einer Steigerung von 21,7% im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

    Rick Faucher, Präsident der NAPHIA und Gründer von Toto Pet Insurance, betonte die Bedeutung dieses Wachstums in einem wirtschaftlichen Klima, das von steigenden Lebensmittel- und Energiepreisen sowie höheren Zinssätzen für Hypotheken und Kredite geprägt ist.

    Laut Faucher kehrt die Branche damit zu den Wachstumsraten der Zeit vor der COVID-19-Pandemie zurück. Er wies darauf hin, dass Haustierbesitzer trotz finanzieller Engpässe den Wert der Tierkrankenversicherung als Instrument zur Abdeckung unerwarteter Tierarztkosten und zur laufenden Gesundheitsvorsorge schätzen.

    Kristen Lynch, Geschäftsführerin der NAPHIA, ergänzte, dass das anhaltende Wachstum in der Anzahl der versicherten Haustiere die Bedeutung widerspiegelt, die die Besitzer der Gesundheit ihrer Tiere beimessen.

    Versicherte Haustiere erhalten demnach häufiger regelmäßige tierärztliche Betreuung, was die Qualität der Tiergesundheitsversorgung insgesamt steigert.

    Die regionalen Unterschiede im Prämienvolumen sind ebenfalls interessant. In den USA stieg das Prämienvolumen um 24,2% auf 3,22 Milliarden US-Dollar an, während Kanada ein Wachstum von 19,3% auf 374 Millionen kanadische Dollar verzeichnete.

    Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Markt sowohl in den USA als auch in Kanada stark wächst, jedoch mit leicht unterschiedlichen Raten.

    Abschließend merkte Faucher an, dass trotz des bemerkenswerten Wachstums erst etwa drei Prozent des gesamten potenziellen Marktes für Haustierkrankenversicherungen in Nordamerika erschlossen sind. Dies deutet darauf hin, dass die Branche noch erhebliches Potenzial für zukünftiges Wachstum hat.

    Kalifornien und Ontario die Regionen mit den teuersten Versicherungsprämien

    Im Jahr 2021 zeigten die USA und Kanada bemerkenswerte regionale Unterschiede im Bereich des Haustierbesitzes und der Haustierkrankenversicherungen.

    In den USA hatte der Bundesstaat Kalifornien sowohl den höchsten Anteil an Haustieren als auch den höchsten Anteil an Bruttoversicherungsprämien für Haustiere.

    Kalifornien verzeichnete 19,3 Prozent aller in den USA gehaltenen Haustiere und 21,6 Prozent aller Brutto-Versicherungsprämien. New York folgte mit 8,4 Prozent der Haustiere und 9,3 Prozent der Bruttoversicherungsprämien.

    Auch in Kanada gab es eine ähnliche regionale Verteilung. Ontario hatte den höchsten Anteil an Haustierbesitz und an Bruttoversicherungsprämien für Haustiere.

    In dieser Provinz wurden 38,9 Prozent aller in Kanada gehaltenen Haustiere und 38 Prozent aller Bruttoversicherungsprämien verzeichnet. British Columbia folgte mit 20,3 Prozent der Haustiere und 23,6 Prozent der Bruttoversicherungsprämien.

    Diese regionalen Unterschiede könnten mehrere Faktoren widerspiegeln, darunter die Bevölkerungsdichte, das Einkommen und die Lebenshaltungskosten in diesen Gebieten.

    Insbesondere in Kalifornien und Ontario, Regionen mit einer hohen Bevölkerungsdichte und vergleichsweise hohen Lebenshaltungskosten, scheinen Menschen eher bereit zu sein, in die Gesundheit ihrer Haustiere zu investieren, wie die hohen Prämienzahlen zeigen.

    Es ist jedoch auch wichtig zu berücksichtigen, dass diese Zahlen in den Kontext einer allgemein steigenden Popularität von Haustieren und Haustierkrankenversicherungen in Nordamerika eingebettet sind.

    Die steigende Anzahl an Haustierbesitzern führt zu einer größeren Nachfrage nach Haustierversicherungen, was wiederum zu einem Anstieg der Bruttoversicherungsprämien führt.

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    Immer mehr Amerikaner haben ein Haustier

    Die Anzahl der Haushalte in den USA, die ein Haustier besitzen, hat nach den neuesten Erhebungen einen Höhepunkt erreicht.

    Laut der National Pet Owners Survey 2021-2022 der American Pet Products Association (APPA) haben derzeit 70% der US-Haushalte, das entspricht rund 90,5 Millionen Familien, mindestens ein Haustier.

    Im Vergleich dazu besaßen im Jahr 1988, als die Erhebung zum ersten Mal durchgeführt wurde, nur 56% der Haushalte ein Haustier.

    Auch im Vergleich zum Jahr 2019, in dem der Anteil bei 67% lag, ist ein Anstieg zu verzeichnen.

    Wie genau funktioniert das Nordamerikanische Versicherungssystem für Tiere?

    Die Haustierkrankenversicherung ist in ihrer Struktur ähnlich wie in Deutschland aufgebaut und kann in ihrer Struktur mit einer Krankenversicherung für Menschen verglichen werden.

    Sie enthält verschiedene Deckungsgrade, Selbstbehalte, Ausschlüsse und maximale Erstattungsgrenzen. Während einige Versicherungsunternehmen unterschiedliche Deckungsoptionen zur Auswahl bieten, haben andere Unternehmen Einheitsangebote.

    Üblicherweise werden bereits bestehende Erkrankungen und angeborene oder erbliche Zustände von den meisten Haustierversicherungen nicht abgedeckt. Einige Unternehmen setzen auch ein Höchstalter für die Versicherbarkeit von Haustieren fest und viele haben Wartezeiten, bevor die Leistungen beginnen.

    Die Haustierkrankenversicherungen sind in der Regel in drei Hauptkategorien unterteilt: Unfallversicherung, Unfall- und Krankenversicherung sowie Wellness-Versicherung. Jede dieser Kategorien hat spezifische Leistungen, die abgedeckt sind oder ausgeschlossen werden, und variiert im Preis.

    Die Policen unterscheiden sich je nach Tierart, die versichert wird. Einige Versicherungen lassen dem Besitzer die Wahl des Tierarztes.

    Die tatsächlichen monatlichen Kosten für eine Police hängen von vielen Variablen ab, darunter die Tierart, Rasse, Geschlecht, Alter und der Wohnort des Tierhalters sowie die ausgewählten Deckungsoptionen und Selbstbehalte.

    Die meisten Policen arbeiten auf Erstattungsbasis und sind nicht auf andere Haustiere übertragbar. Es gibt jedoch Ausnahmen, bei denen Policen mit schriftlicher Genehmigung auf neue Besitzer übertragen werden können.

    Die Erstattungsmethoden können von Unternehmen zu Unternehmen leicht variieren. Manche nutzen einen Leistungskatalog, der Erstattungen auf Grundlage der jeweiligen Erkrankung oder Verletzung und des gewählten Deckungsniveaus vornimmt.

    Andere Unternehmen erstatten einen bestimmten Prozentsatz der vom Versicherungsnehmer getätigten Ausgaben.

    Wie wurden die Daten erhoben?

    Die North American Pet Health Insurance Association (NAPHIA) hat ihren State of the Industry Report für 2022 vorgelegt. Das Ziel dieses Berichts ist es, ein umfassendes Verständnis der Größe und Leistung der Haustierversicherungsindustrie in Nordamerika zu vermitteln.

    Zudem dient der Bericht als umfangreiches und glaubwürdiges Benchmarking-Instrument für die Teilnehmer der Branche. Die Datenerfassung wurde von Willis Towers Watson durchgeführt, einer unabhängigen Drittparteiorganisation, die für die Sammlung und Kompilierung der Umfragedaten zuständig ist.

    Im Bericht werden verschiedene Versicherungsprodukte behandelt:

    1. Unfallversicherung: Diese deckt Ereignisse wie das Verschlucken von Fremdkörpern, Schnittverletzungen, Autounfälle, Bänderrisse und Vergiftungen ab.
    2. Unfall- & Krankenversicherung: Hier sind zusätzlich zu den Unfällen auch Krankheiten wie Krebs, Infektionen und Verdauungsprobleme versichert.
    3. Versicherung mit integrierter Gesundheitsvorsorge: Umfassende Pläne, die möglicherweise Impfungen, Früherkennungsdiagnostik und Ernährungsberatung umfassen.

    Darüber hinaus gibt es spezielle Zusatzversicherungen, so genannte „Endorsements“, die beispielsweise Wellness- oder Krebsleistungen abdecken können.

    Um die Vertraulichkeit der gesammelten Daten zu wahren, wurden einige der oben genannten Produkte in verschiedenen Abschnitten des Berichts zusammengefasst. Beispielsweise wurden die Kategorien „Unfall & Krankheit“ und „Versicherung mit integrierter Gesundheitsvorsorge“ kombiniert präsentiert.

    Die im Bericht präsentierten Statistiken und Zahlen basieren auf Daten, die von NAPHIA-Mitgliedern und Teilnehmern der State of the Industry-Umfrage eingereicht wurden. Die Datenerhebung erfolgte mittels eines Fragebogens.

    Nach der Sammlung wurden die Daten sorgfältig überprüft und auf ihre Plausibilität getestet, um die Genauigkeit der Angaben zu gewährleisten. Bei Unklarheiten wurden Folgegespräche mit mehreren Teilnehmern geführt.

    Quellenangaben

    1. https://naphia.org/news/soi-report-2023/ ↩︎
    2. https://www.marketdataforecast.com/market-reports/north-america-pet-insurance-market ↩︎
    3. https://fintech.global/2023/05/05/north-american-pet-insurance-sector-exceeds-3-5bn/ ↩︎
    4. https://www.iii.org/fact-statistic/facts-statistics-pet-ownership-and-insurance ↩︎
    5. https://www.statista.com/topics/3317/pet-insurance-in-north-america/#topicOverview ↩︎